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Freimaurer besuchen Perleberg

Logenhaus der Weltkugelstiftung an Stadt verpachtet Freimaurer besuchen Perleberg

Die Freimaurerloge „Zur Perle am Berge“ errichtete 1909 in Perleberg ein Logenhaus. Nach der Wende erhielt die Weltkugelstiftung das von den Nazis enteignete Gebäude zurück und verpachtete es an die Stadt, die dort Freizeitzentrum einrichtete. Am Montag besuchten es Vorstandsmitglieder der Loge.

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Vertreter der Stadt begrüßen Johannes Münch (3. v. r.) und Pantelos Carelos (2.v.l.) unter der Erinnerungstafel an die Loge.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Mitglieder der Weltkugelstiftung wurden am Montag von Annett Jura im Perleberger Freizeitzentrum Effi begrüßt. „Ich finde es gut, dass Sie Ihre Liegenschaft kennenlernen wollen“, sagte die Bürgermeisterin. Denn das ansehnliche Gebäude an der Wittenberger Straße gehört der Freimaurerloge, die es der Stadt in Erbpacht bis zum Jahre 2028 überlassen hat. Wie Johannes Münch, Vorstandsvorsitzender der Weltkugelstiftung, erklärte, dürfen die Vorstandsmitglieder der Loge nicht älter als 73 Jahre sein. Im Februar wurde ein neue Vorstand gewählt, dem auch Pantelos Carelos angehört, der ihn bei seinem Besuch begleitete. „Der Vorstand sieht sich jetzt die Logenhäuser an. Und dort, wo keine Loge aktiv ist, suchen wir nach Möglichkeiten, sie wieder zu aktivieren.“ Nach 1989 erhielten die Freimauer auf dem Gebiet der DDR ihre Logenhäuser zurück. Sie waren 1935 wie jüdisches Eigentum von den Nationalsozialisten enteignet worden. In Brandenburg gibt es inzwischen wieder einzelne Freimaurerlogen: in Neuruppin, in Potsdam oder in der Stadt Brandenburg. Doch die Logen sind weit von ihrer Bedeutung vor der Enteignung in den 1930er Jahren entfernt. Der Großloge zu den drei Weltkugeln, die 1740 von Friedrich dem Großen gegründet wurden und die die älteste deutsche Freimaurerloge ist, zählt heute knapp 1000 Mitglieder, vor ihrer Auflösung waren es 20 000.

In einem Erinnerungsblättchen, das Martina Hennies aus dem städtischen Kulturamt vorstellte, wird auf die Geschichte des Logenhauses in der Wittenberger Straße eingegangen. Es war der Sitz der Freimaurerloge „Zur Perle am Berge“, der zur Eröffnung des Hauses 82 Perleberger angehörten. An die „Lichteinbringung“ am 20. am 1909 erinnert eine Tafel im Treppenhaus. Persönlichkeiten der Stadt gehörten der Loge an: Wilhelm Ratig, der Gründer des Perleberger Museum, oder Baumeister Max Viereck, der auch das Logenhaus errichtete.

„Die Logenhäuser waren Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens“, berichtete Pantelos Carelos. Die Freimaurer sind kein Geheimbund oder eine Sekte, erklärte er. Es gelte aber das Gebot der Verschwiegenheit. Mitglied kann „ein freier Mann von gutem Ruf“ werden. Die Freimaurer sind auch heute der Epoche der Aufklärung verpflichtet. Ziel sei die Verbesserung jedes einzelnen Mitglieds. Beim Rundgang durch das Haus gefiel beiden Freimaurern, dass auch Flüchtlingskinder betreutet werden. Spontan stellten sie trotz knapper Kasse 500 Euro zur Verfügung.

Von Michael Beeskow

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