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Prignitz Freiwilliges Soziales Jahr mit Focus auf Sport
Lokales Prignitz Freiwilliges Soziales Jahr mit Focus auf Sport
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00:32 22.03.2018
Eric Lemke macht ein Freiwilliges Soziales Jahr mit Schwerpunkt Sport in der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Schule. Quelle: Beate Vogel
Pritzwalk

Um Eric Lemke unter den Zehntklässlern der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule als Aufsichtsperson auszumachen, muss man schon genauer hinsehen. Der Putlitzer ist 19 Jahre alt, also gerade mal drei, vier Jahre älter als die Schüler in der Turnhalle. Er absolviert seit September 2017 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im neuen Sonderprogramm Schule.

„Eigentlich wollte ich Lehramt studieren“, erzählt der freundliche junge Mann. Dann habe ihm seine Mutter in der Zeitung eine Anzeige gezeigt, wonach die Rochow-Schule ein FSJ anbietet. „Und da es mit dem Studienplatz nicht gleich geklappt hat, habe ich mich dafür entschieden.“ Zumal der Schwerpunkt Sport den persönlichen Neigungen Eric Lemkes sehr entgegen kommt.

Organisation war unkompliziert

Die Organisation sei sehr unkompliziert gewesen. Träger ist in diesem Fall der Landessportbund. „Sie brauchten nur noch mein polizeiliches Führungszeugnis“, erklärt der Putlitzer, der am Pritzwalker Gymnasium sein Abitur gemacht hat. Dazu gebe es ein Einstiegs- und ein Endseminar, am Ende ein Abschlussgespräch.

Eric Lemke begleitet an der Oberschule mit sportlichem Profil nun alles, was mit Sport zu tun hat, hauptsächlich bei den Jungs: „Das gehört hier zu den Wahlpflichtkursen.“ Mit den Siebtklässlern trainiert er Fußball, mit den Achtklässlern Volleyball. „Wir waren bei ’Jugend trainiert für Olympia’ dabei oder mit der Damenmannschaft beim Volleyball-Regionalfinale“, erzählt der 19-Jährige.

Die Lehrer freuen sich

An diesem Tag steht er den Sportlehrern in der Klassenstufe 10 im Unterricht zur Seite. „Die Lehrer freuen sich über die Unterstützung.“ Leistungskontrolle ist angesagt: für die Jungs am Reck, für die Mädchen am Barren. Mal zeigt Eric Lemke eine Übung, mal gibt er Hilfestellung. „Manchmal ist es von Vorteil, wenn eben nicht so ein riesen Altersunterschied da ist“, findet er.

Vielleicht könne er die Schüler besser motivieren, weil er ihnen altersmäßig näher ist, meint der 19-Jährige. Manchmal ermahnt er aber auch. „Wenn ich dann was sage, ist das was anderes als bei den Lehrern.“ Obwohl er mit den Schülern auch Blödsinn mache.

Unverständlich

Für alle Beteiligten kann ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule nur von Vorteil sein. Der junge Teilnehmer entlastet ein wenig die Lehrer und sammelt zugleich prägende Erfahrungen für sein späteres Studium oder Berufsleben. Völlig unverständlich ist dagegen, wieso ein junger Mensch, der Lehrer werden möchte, trotz guten Abschlusses keinen Studienplatz bekommt. Bereits jetzt werden Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung in den Schulbetrieb integriert. Bereits jetzt wird über Buschzulagen nachgedacht. Bereits jetzt ist klar, dass in fünf bis zehn Jahren mehr als 100 000 Lehrer in der Republik fehlen, die Universitäten aber mit deren Ausbildung nicht nachkommen. Wenn junge Menschen Lehrer werden wollen, muss das möglich sein. Da muss die neue Regierung noch einmal auf die Schulbank. Wie soll sich ein Land entwickeln, wenn es an der Bildung hapert? bat

Nach der Schule hat Eric Lemke immer noch nicht genug vom Sport und trainiert beim Sportverein SV Putlitz die C-Jugend. „Ich habe schon immer gern Sport getrieben. Im Gymnasium habe ich die Freistunden genutzt, um mich in die Sportstunden der Jungs zu schummeln.“

Außerdem unterstützt Eric Lemke DFB-Stützpunkttrainer Frank Dannehl beim Training der DFB-Jugend oder bei der Ausbildung der 18 Juniorcoaches. Beim Sepp-Herberger-Tag vor wenigen Wochen in Karstädt war die Pritzwalker Rochow-Schule mit dem Trainernachwuchs vertreten.

Nicht alle Stellen sind besetzt

Der 19-jährige Putlitzer ist einer der ersten in Brandenburg, die ihr FSJ an einer Schule machen. Das Sonderprogramm FSJ Schule gibt es erst seit Herbst 2017. Bislang beteiligen sich 34 Schulen daran, darunter elf Grundschulen, zwei Förderschulen, 14 Oberschulen, fünf Gesamtschulen und zwei Gymnasien.

Neben der Pritzwalker Rochow-Schule sind aus der Region auch die Fontane-Oberschule Neuruppin und die Oberschule mit Grundschule Glöwen in Plattenburg dabei, wobei nicht immer gleich alle FSJ-Stellen besetzt werden können.

Finanziert aus Landesmitteln

Beim FSJ Schule bekommen junge Menschen die Gelegenheit, einen Einblick in einen pädagogischen Beruf zu bekommen und sich darin auszuprobieren. Eric Lemke, der Lehrer werden möchte, sieht für sich nur Vorteile im FSJ: „Ich lerne ja etwas dabei.“ Zudem würde er das Jahr als Wartesemester angerechnet bekommen. Die Freiwilligen werden laut Projektbeschreibung nicht zur Vertretung oder als Ersatz für ausgebildete Lehrkräfte eingesetzt, sondern leisten Hilfstätigkeiten zu deren Unterstützung und können – nach ihren persönlichen Vorstellungen und Wünschen – einbezogen werden. Finanziert wird das Sonderprogramm FSJ Schule in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 mit insgesamt 202 000 Euro aus Landesmitteln.

Von Beate Vogel

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