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Frühjahrsputz in den Storchennestern

Rühstädt Frühjahrsputz in den Storchennestern

Rund 25 Storchennester in und um Rühstädt werden in dieser Woche von Mitgliedern des Storchenclubs, der Naturwacht und anderen Helfern saniert. Teilweise genügt es, die Horste von Schmutz zu befreien, manchmal müssen sie aber auch neu aufgebaut werden. Die Stiftung Euronatur fördert die Arbeiten. Erstmals seit zehn Jahren steht wieder Geld zur Verfügung.

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Hartmut Schmidt von der Firma Dummer befreit das Storchennest auf dem Scheunendach am Rühstädter Rosenhof von den gröbsten Verunreinigungen.

Quelle: Andreas König

Rühstädt. Vorsichtig und energisch zugleich zieht Jürgen Herper mit der Hacke durch den Nestgrund. In luftiger Höhe befreit der Naturwacht-Mitarbeiter den Storchenhorst von überflüssigem und gefährlichem Ballast. In einer großen Aktion werden in dieser Woche in und um Rühstädt rund 25 Nester saniert. „Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass wir dafür gesondert Fördermittel bekommen haben“, freut sich Jürgen Herper. Die Mitglieder des Storchenclubs Rühstädt legen selbst Hand an, um die Kinderstuben ihrer Störche sauber und vor allem sicher zu machen.

Stiftung Euronatur gibt 10 000 Euro Fördermittel

Stiftung Euronatur heißt die Dach-Organisation mit Sitz in Radolfzell am Bodensee, die für die Arbeiten in und um Rühstädt 10  000 Euro gibt. Das Geld wird über die Gemeinde dem Storchenclub zur Verfügung stellt. „Vor allem der Einsatz des Hubsteigers kann so bezahlt werden“, sagt Ulrich Blum, Vorsitzender des Storchenclubs. Die 72 Mitglieder unterstützen die Aktion nach Kräften. „Natürlich können wir nicht mit 72 Mann durch den Ort ziehen, aber was wir tun können, machen wir“, erklärt Ulrich Blum.

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Zentner- bis tonnenschwer können Storchennester mit der Zeit werden. Das gefährdet ihre Stabilität und die Sicherheit der Umgebung. Mitglieder des Storchenclubs Rühstädt, der Naturwacht und andere Helfer sanieren daher etwa 25 Nester im europäischen Storchendorf und seiner Umgebung. Ein RBB-Team sah den Storchenfreunden über die Schulter.

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Per Hubsteiger in Adebars Kinderstube

Wichtigstes Arbeitsmittel bei der Sanierung ist allerdings der Hubsteiger von Jörg Dummer. Der in Oranienburg ansässige Unternehmer unterstützt die Arbeit des Storchenclubs seit Jahren. Er selbst ist als Storchenbetreuer beispielsweise in Linum (Ostprignitz-Ruppin) unterwegs, um Störche zu beringen und kennt sich mit der Materie bestens aus. „Es ist ganz unterschiedlich, welche Bedingungen wir vorfinden“, sagt er. Manche Nester sind sehr sauber, in manchen findet sich ein Querschnitt der Zivilisationsabfälle, die in der Natur liegen, und die die Alttiere zum Nestbau verwenden.

Menschliche Hinterlassenschaften gefährden die Störche

Doch das kann für die Storchenküken verheerende Folgen haben. Immer wieder gelangt Bindegarn aus Kunststoff von den Äckern in die Horste. Unter unglücklichen Umständen verschlucken die Tiere das Material und ersticken qualvoll. Eine andere Gefahr ist der fehlende Ablauf in den Nestern – die Drainage. „Wenn das Nest voll Wasser läuft, kühlen die Jungstörche aus und verenden“, sagt Ulrich Blum. Daher sei es wichtig, einen Ablauf zu gewährleisten. Zu porös darf der Nestuntergrund aber auch wieder nicht sein, weil das die Stabilität gefährdet.

„Dreigeschosser“ wird abgetragen

Auf der Scheune am Rosenhof haben die Störche in den vergangenen Jahren eine Art dreigeschossiges Nest gebaut. Wie Ringe liegen die verschiedenen Lagen aufeinander. „Einer muss runter“, sagt Jürgen Herper mit fachmännischem Blick. Als Vorhut steigt Hartmut Schmidt von der Firma Dummer in die Höhe und holt bereits die ersten Gegenstände aus dem Nest, die dort nicht hineingehören: Bindegarn, eine Kunststofftüte, ja sogar ein Arbeitshandschuh fand seinen Weg in das Nest. Als Jürgen Herper und Jörg Dummer ein zweites Mal zum Nest hoch fahren tragen sei den gesamten oberen Ring ab. Zwar sind Störche keine Nestbeschmutzer, aber es steigt doch ein intensiver Geruch von dem Aushub auf.

Aushub landet im Kompost

„Das wird alles aufgesammelt, zum Komposthaufen gebracht und dort eingearbeitet, damit es verrotten kann“, erklärt Ulrich Blum. Zuvor werden die Kunststoffteile herausgesammelt. Die Biosphärenreservatsverwaltung unterstützt die Aktion. „Das spielt sicher auch beim nächsten Treffen der europäischen Storchendörfer eine Rolle, wenn wir im Mai nach Poros fahren“, sagt Jan Schormann von der Biosphärenreservatsverwaltung.

Fernsehen dreht für den Wetterbericht

Das interessante Treiben im Storchendorf lockte auch ein Team des RBB-Fernsehens an die Elbe. Wetterfee Joana Jambor zeigte sich fasziniert von der Arbeit der Storchenhelfer. Ihr Wetterebericht aus Rühstädt lief am Montagabend. Sieben Tage lang ist er noch in der RBB-Mediathek im Internet abrufbar.

Von Andreas König

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