Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Fußkunstwerke weisen Touristen den Weg
Lokales Prignitz Fußkunstwerke weisen Touristen den Weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 08.12.2017
Der Künstler Sebastian David mit dem Werk „Windharfe“ vor der Wunderblutkirche. Bei richtigem Wind sind zarte Töne zu hören. Quelle: Andreas König
Bad Wilsnack

„Das Pilgern macht etwas mit den Menschen, die sich auf den Weg machen.“ Der Künstler Sebastian David aus Wiesenburg im Fläming hat sich ausführlich mit dem Ort beschäftigt, an dem er seine Arbeiten aufgestellt hat – Bad Wilsnack, Kurstadt, Badeort und Pilgerstätte mit der berühmten Wunderblutkirche. Bislang gab es zwar allerlei Kunstwerke, aber wenig bis gar keine zeitgenössische Kunst. Das ist nun anders auf eine sehr eindrückliche Art.

„Wir hatten uns schon vor zehn Jahren Gedanken gemacht, wie wir den Touristen den Pilgerweg nahebringen können und sie vom Bahnhof zur Kirche geleiten“, sagte Jochen Purps vom Förderverein Wunderblutkirche. Nachdem der Gedanke, einen Pilgerbrunnen zu errichten, noch nicht mehr als ein Traum ist, sollten dennoch künstlerische Wegweiser aufgestellt werden, die den Bahnhof mit der Kirche verbinden. Den Wettbewerb gewann Sebastian David mit der Idee, das wichtigste Hilfsmittel der Pilger als wiederkehrendes Motiv zu benutzen – den menschlichen Fuß.

Betrachter können eine Figur zusammensetzen

Entstanden sind drei Kunstwerke, die allesamt einen menschlichen Fuß zeigen, jedoch immer noch mindestens eine weitere Bedeutungsebene besitzen und den Betrachter zum Ausprobieren anregen. Am Bahnhofsvorplatz begrüßt das „Tor der Balance“ die Gäste.

Der Künstler Sebastian David hat eindrucksvolle Skulpturen geschaffen. Diese sollen den Pilgern den Weg vom Bad Wilsnacker Bahnhof zur Wunderblutkirche weisen.

Die Edelstahlskulptur zeigt den Umriss eines Fußes, der etwa auf Höhe des Ballens von einer Frauenfigur unterbrochen wird. Der Kopf ist gegenüber dem Körper verschoben. Nur die Betrachter können die Frau wieder zusammensetzen, in dem sie selbst in Balance, ins Gleichgewicht, kommen. „Das eigentliche Werkzeug der Pilger ist der Schritt“, erklärte Sebastian David. Man hebt den Fuß und lässt sich dann ein kurzes Stück fallen. Es gehört also Vertrauen dazu zu pilgern, weil man vorher nie so genau weiß, wo man landet.“

Pilgereise ins Innere seiner selbst

Ein weiterer künstlerischer Wegweiser heißt „Die fünf Pilger“. Er befindet sich an der Kreuzung Bahnstraße/ Bäckerstraße. Hier läuft der Erkenntnisprozess andersherum. Auf den ersten Blick scheinen die Pilger mal mehr mal weniger gebeugt, ihrem Ziel entgegenzustreben. „In einem gewissen Blickwinkel fügen sich die Silhouetten der Pilger dann wieder zu einem menschlichen Fuß“, erklärte der Künstler. Er selbst habe bei der Arbeit an den drei Werken ebenfalls eine Pilgerreise ins Innere seiner selbst angetreten und so manche Erkenntnis gewonnen. „Die Maße der einzelnen Metallelemente brachten es mit sich, dass fünf aufeinander abgestimmte Töne zu hören waren, wenn man sie anschlug“, berichtete Sebastian David.

Eine Frauenfigur lässt sich mittels einer Waage und ein wenig Balance wieder zusammensetzen. Quelle: Andreas König

Leider habe er die einzelnen Pilger mit einer Stützkonstruktion versehen müssen, weswegen von dem harmonischen Klang nicht mehr so viel zu hören sei. Der rötlich-braune Farbton, in dem alle Werke gehalten sind, rührt von der Kupferbeschichtung her, die Sebastian David auf die Edelstrahlarbeiten aufgetragen hat. „Je mehr man sie poliert, desto mehr kommt die glänzende Wirkung des Kupfers zur Geltung“, sagte der Künstler. Leider habe er die Skulpturen mit einem Anti-Graffiti-Anstrich versehen müssen, was das optische Erscheinungsbild etwas schmälert.

Windharfenkonzert je nach Wetterlage

Das dritte Werk, die „Windharfe“, steht genau vor dem Eingang der Wunderblutkirche. Die Skulptur ist drehbar. Frontal betrachtet, zeigt sei wieder einen menschlichen Fuß, seitwärts offenbart sich die Form eines Musikinstruments. Und das ist nicht nur Blendwerk. Im Innern der Skulptur sind fünf Saiten gespannt, die „zarte und angenehme Töne erzeugen können“, wie Sebastian David sagte. Allerdings könne der Mensch das Windharfenkonzert nicht erzwingen. Erst ein sanfter, gleichmäßiger Wind kann dem Instrument Töne entlocken. „Wir sind es gewohnt, alles zu bekommen, was wir wollen, am besten auf Knopfdruck. Die Windharfe entzieht sich diesem Mechanismus“, erklärte der Künstler.

Bürgermeister Hans Dieter Spielmann und Amtsdirektor Torsten Jacob zeigten sich beeindruckt von den Arbeiten. „Was die Menschen in diesen Kunstwerken sehen, müssen sie selbst herausfinden“, sagte das Stadtoberhaupt. Erläuterungstafeln werden noch aufgestellt. Die Kunstwerke kosteten 30 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Topf der Städtebauförderung.

Von Andreas König

Mit ihrem Geschäft „Brautmomente“ hat sich Julia Krebs einen Kindheitswunsch erfüllt. Schon als Mädchen war die heute 27-Jährige von Fernsehsendungen zum Thema Hochzeit fasziniert. Neben dem Verkauf von Braut- und Festmoden bietet sie auch Eventplanung an. Ihr Geschäft betreibt sie an einem ungewöhnlichen Ort, dem ehemaligen Mitropasaal im Bahnhof Glöwen.

09.03.2018

Die beiden städtischen Weihnachtsfeiern für Seniorinnen und Senioren im Pritzwalker Kulturhaus fanden großen Anklang. Insgesamt kamen 500 Besucher, um sich von Danny Buller und Fred Schulze unterhalten zu lassen. Die Tradition wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

11.12.2017

Auf einem Fußgängerüberweg in Perleberg sind am Donnerstag ein Mann und eine Frau von einem Lkw angefahren worden. Beide kamen verletzt ins Krankenhaus.

08.12.2017