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Prignitz Gäste aus Myanmar im Elbenaturpark
Lokales Prignitz Gäste aus Myanmar im Elbenaturpark
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01:15 12.10.2018
Derzeit besucht eine Gruppe aus Myanmar Brandenburg, um sich über die Entwicklung der hiesigen Biosphärenreservate zu informieren. Zu Beginn stand die Einrichtung in Rühstädt auf dem Programm. Aber nicht nur Natur, auch historischen Stätten wie die Wunderblutkirche faszinierte die Gäste. Quelle: Kerstin Beck
Rühstädt

Ein schneller Fototermin für die Gruppe vor dem Eingang der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche - danach geht es unter Führung des Fördervereins-Chef Jochen Purps ausnahmsweise mal nicht in das Gotteshaus, sondern am Gerüst auf der Südseite etwa 30 Meter in die Höhe, um einen schönen Blick in die Kurstadt zu genießen. Doch deswegen ist die siebenköpfige Gruppe aus Myanmar nicht in die Prignitz gekommen.

Nach dem Rücktritt der Militärdiktatur in dem südostasiatischen Staat und dem Aufbau einer demokratischen Regierung werden dort auch Umweltschutzthemen relevant und neu ausgerichtet. So wird seit vier Jahren das Unesco-Biosphärenreservat „Indawgyi Lake“ aufgebaut. Das Schutzgebiet umfasst 120 000 Hektar, und in der dortigen Biosphärenreservatsverwaltung sind sieben Mitarbeiter beschäftigt, war von Frank Momberg, der die Gruppe als Führer und Dolmetscher begleitet, zu erfahren.

Kontakte seit zwei Jahren

Um diesen drittgrößten Süßwassersee Südostasiens findet sich ein reiches Natur- und Kulturerbe. So gibt es gut erhaltene tropische Regenwälder, die unter anderem gefährdete Primaten wie den Weißbrauengibbon beherbergen. Der See selbst sowie die zugehörigen Wasserläufe und regelmäßig überfluteten Sumpfgebiete sind ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vögel und Lebensraum für global gefährdete Wasserschildkröten und Fische sowie des gefährdeten Schweinshirschs. Andererseits ist durch vermehrte Bevölkerungsdichte die Biodiversität in der Region gefährdet.

Seit zwei Jahren gibt es Kontakte von brandenburgischen Biosphärenreservatsverwaltungen nach Myanmar. Heike Ellner, die Rühstädter Chefin, hat ihre Kollegen vom BR Indagwy Lake bereits einmal besucht. „Es ist wichtig, sich miteinander zu vernetzen, denn wir haben überall dieselben Probleme und Herausforderungen!“

Treffen mit dem Kuratorium

Das wird von Frank Schröder, dem Vorsitzenden des Kuratoriums Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg bestätigt. Am Montagnachmittag trafen sich Kuratoriumsmitglieder mit den Gästen im Schloss Grube, und haben über die Vorhaben rund um Rühstädt gesprochen.

Schließlich steht laut brandenburgischem Naturschutzgesetz für jedes der Großschutzgebiete ein Kuratorium aus Vertretern von Behörden, der Landwirtschaft, der Fischerei und anderer Verbände sowie den Gemeinden vor. „Wir unterstützen die Großschutzgebiete einerseits und andererseits wirken wir beratend und vermittelnd. Damit zeigen wir, wie unsere Demokratie in dieser Richtung für eine nachhaltige naturverträgliche regionale Entwicklung funktioniert!“, sagt Schröder.

Naturschützer ziehen weiter

Dass die Myanmarer Kollegen auf einem guten Weg sind, machte der Geschäftsführer des Pritzwalker Wasser- und Bodenverbands auch an einem Beispiel fest. „Es gab eine rege Diskussion, bei der es um Umweltschutzthemen hier bei uns und in Asien ging. Und die Gäste erzählten uns, dass sie bereits Erfolg gehabt hatten: Geplant war eine Straße, die durch das Biosphärenreservat „Indawgyi Lake“ gehen sollte. Doch der Einfluss der dortigen Biosphärenreservatsverwaltung ist bereits so stark, dass die Straße dort nun nicht gebaut werden darf.“

In den nächsten Tagen gibt es für die asiatischen Naturschützer noch mehr zu sehen, denn nach einem Besuch des Potsdamer Landtages geht es für die Gäste in die Region Schorfheide-Chorin und in den Spreewald, wo forstwirtschaftliche Themen im Vordergrund stehen. „Der Kontakt zueinander bleibt natürlich weiter bestehen, denn wir stehen den Myanmarer ja beratend zur Seite“, so Schröder.

Von Kerstin Beck

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