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Gäste wollen am Beispiel Tuchfabrik lernen

Pritzwalk Gäste wollen am Beispiel Tuchfabrik lernen

Besuch aus Velten (Oberhavel) sah sich am Mittwoch in Pritzwalk um. Auf Empfehlung des Kulturministeriums besuchten Vertreter des Fördervereins vom Ofen- und Keramikmuseum die Dömnitzstadt. Vor allem die Frage, wie es gelang, die Tuchfabrik zu erwerben und auszubauen, interessierte die Gäste. Die Stadt muss ins Boot lautete der wichtigste Rat aus Pritzwalk.

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Besichtigten unter anderem die Tuchfabrik (v.l.): Fördervereinsvorsitzender Udo Arndt und Frau Maike, Geschäftsbereichsleiter Dietmar Sachs und die Veltener Museumsleiterin Nicole Seydewitz.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Eine millionenschwere Investition in ein historisches Gebäude, eine dreigeteilte Nutzung und ein Aushängeschild für die Stadt: Das Beispiel der Pritzwalker Tuchfabrik macht Schule. Das brandenburgische Kulturministerium hat dem Förderverein des Ofen- und Keramikmuseums sowie des Hedwig-Bollhagen-Museums aus Velten (Oberhavel) einen Besuch in Pritzwalk empfohlen. Am Mittwoch begrüßten Vizebürgermeister Ronald Thiel und Geschäftsbereichsleiter Dietmar Sachs die Gäste aus Velten. Fördervereinsvorsitzender Udo Arndt und seine Frau Maike waren in Begleitung von Museumsleiterin Nicole Seydewitz in die Prignitz gekommen, um zu erfahren, wie die Stadt ihrem Vorzeigeprojekt eine gesunde finanzielle Basis ermöglicht hat.

Ratschlag: Nicht zu früh an die Öffentlichkeit gehen

Vor allem interessierte die Gäste aus Velten, wie der Erwerb der Immobilie möglich war. „Vieles ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“, schränkte Dietmar Sachs gleich zu Beginn ein. So verbiete es sich, Pläne für die künftige Nutzung öffentlich zu erörtern, solange sich die Verkaufsverhandlungen noch nicht in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. In Wittstock, wo eine ähnliche Nutzung für die dortige Tuchfabrik vorgesehen war, habe man diese Erfahrung machen müssen.

Veltener mit kurzer Kündigungsfrist nicht glücklich

Dietmar Sachs berichtete von der Entwicklung des Stadt- und Brauereimuseums. „Mit dem damaligen Besitzer der Brauerei gab es viele Gespräche und ein Konzept zur gemeinsamen Nutzung. Dass die Brauerei dann in die Insolvenz musste, war zwar nicht gut für die Stadt, aber für das Immobiliengeschäft war es mit Vorteilen verbunden. Das Veltener Museum mit seinem Förderverein ist derzeit nur Mieter der Immobilie und hat nur einen jährlich kündbaren Mietvertrag. „Damit sind wir nicht sehr glücklich“, sagte Udo Arndt. Der Eigentümer wäre bereit zu verkaufen, doch den Preis kann der Verein aus eigener Kraft nicht aufbringen.

Insolvenz half in der Grundstücksfrage

„Bei uns war es so, dass die Wohnungsbaugesellschaft das Gebäude des heutigen Museums aus der Insolvenzmasse heraus gekauft hat“, sagte Dietmar Sachs. Dass die Gesellschaft ein zu hundert Prozent der Stadt gehörendes Unternehmen ist, habe den Prozess einfacher gestaltet. „Zudem haben wir die Möglichkeit der Refinanzierung der Kaufsumme, weil ein Teil des Gebäudes, in dem das Museum sitzt, an den Kreis für die Musikschule vermietet wird“, sagte Dietmar Sachs.

Stippvisite im Stadt- und Brauereimuseum

Bei einer Stippvisite im Museum erfuhren die Gäste, dass in der angrenzenden Tuchfabrik ein neuer Museumsteil geplant ist. Welche Tipps der Geschäftsbereichsleiter den Veltenern mit auf den Weg gab, lässt sich nur erahnen. In jedem Fall, so lautete sein öffentlich kundgetanes Credo, müsste man sich mit der Stadt zusammentun, um deren Möglichkeiten nutzen zu können. „Das setzt natürlich politische Willensbildung voraus, sollte also in der Stadtverordnetenversammlung thematisiert werden“, erläuterte Dietmar Sachs.

Treppenturm erhält Aussichtsplattform

Freilich hat jede Kommune ihre eigenen Bedingungen. Ohne die millionenschwere Zuwendung der Quandtfamilie wäre sicher auch das Projekt Tuchfabrik nicht so weit gediehen wie es die Gäste in Augenschein nehmen konnten. Auf der größten Baustelle der Stadt konnten sie unter anderem den Treppenturm bewundern, der gegenwärtig auf das Einziehen der Ziegeldecken vorbereitet wird. Als krönenden Abschluss erhält er eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in 22,5 Metern Höhe.

Von Andreas König

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