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Ganz Kuhbier im Freudentaumel

Ortsumgehung für den Verkehr freigegeben Ganz Kuhbier im Freudentaumel

Nach knapp zehn Monaten Bauzeit wurde am Montag feierlich die Ortsumgehung Kuhbier der Bundesstraße 189 für den Verkehr freigegeben. Die Dorfbewohner freuen sich schon auf die langersehnte Ruhe im Ort ohne Durchgangsverkehr.

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Das Band ist durchschnitten, die Gemeinde Kuhbier hat ihre Ortsumgehung.

Quelle: Jean Dibbert

Kuhbier. Das kalte Regenwetter konnte die gute Stimmung in Kuhbier (Gemeinde Groß Pankow) am Montag nicht trüben: Nach knapp zehn Monaten Bauzeit wurde die neue Ortsumgehung um kurz nach 10 Uhr für den Verkehr freigegeben. Unter der Brücke am Westende der neuen Ortsumfahrung hatten sich dazu Bundes-, Landes- und Lokalpolitiker sowie Vertreter vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg und der ausführenden Baufirma Bunte versammelt. Trotz des peitschenden Regens ließen sich auch viele Bewohner von Kuhbier die feierliche Eröffnung nicht entgehen. „Da können wir gleich mal schauen, ob die Entwässerungsanlagen auch richtig funktionieren“, scherzte Egbert Neumann, Leiter der Abteilung Verkehr im Ministerium für Infrastruktur des Landes Brandenburg.

Nach weiteren Ansprachen war es soweit: Das symbolische Band wurde durchschnitten, dann brach ein lauter Jubel los. „Wir sind überglücklich, dass die Straße jetzt fertig ist“, freute sich Kuhbiers Ortsvorsteher Kurt Essel. Zusammen mit einigen Anwohnern begrüßte er dann am Straßenrand die ersten vorbeifahrenden Autos. Der überwiegende Teil der Zuschauer hatte sich da schon wieder auf den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus von Kuhbier gemacht. Dort wurde noch einmal auf den historischen Moment angestoßen. „Wir haben es nicht für möglich gehalten, aber jetzt haben wir endlich die Ortsumgehung“, sagte Kurt Essel. „Das ist auch für uns ein großer Erfolg“, betonte der technische Geschäftsführer der Firma Bunte, Helmut Renze, „das war nur möglich, weil alle an einem Strick gezogen haben.“

In Kuhbier war schon wenige Minuten nach der Öffnung der Ortsumfahrung der erhoffte Effekt eingetreten. „Wir werden jetzt erstmal die Ruhe genießen, das kennen wir ja gar nicht“, sagte Anwohner Reinhard Neumann. „Ich glaube, wir werden jetzt vor dem Haus eine Gartenbank aufstellen“, verriet Karina Schulz, „bislang hätte das ja nichts gebracht.“ Knapp 20 Jahre hatten die Anwohner sich für den Bau der Ortsumgehung eingesetzt. Dieser neue Teil der B189 wurde mittels Funktionsbauvertrag errichtet. Dabei verpflichtet sich die Firma Bunte, die 3,6 Kilometer lange Trasse nach dem Bau außerdem für einen Zeitraum von 30 Jahren zu unterhalten.

Kurt Essel begrüßt die ersten Fahrzeuge

Quelle: Jean Dibbert

Dadurch soll die Qualität der Fahrbahn langfristig gesichert werden. Erfahrungen mit dieser Art des Straßenbaus gab es im Land Brandenburg bislang noch keine. Nach einem aufwendigen Ausschreibungsverfahren wurde der Zuschlag für den Funktionsbauvertrag am Jahresende 2012 erteilt, kurz darauf begannen in Kuhbier die ersten Arbeiten. Für die 15,3 Millionen teure Ortsumgehung mussten drei Brücken neu gebaut werden. Zum Projekt gehören außerdem zahlreiche Maßnahmen für den Landschafts- und Umweltschutz. Angelegt wurden etwa Grünstreifen, Wildzäune oder künstliche Nesthilfen. „Es war eine Baustelle ohne Probleme, alles hat super funktioniert“, erklärte Bauleiter Jürgen Köhler. Vor allem das Wetter und die Baufreiheit für die Mitarbeiter hätten sich positiv auf den Zeitplan ausgewirkt.

Mit der gestrigen Freigabe der Umgehungsstraße verlor die Ortsdurchfahrt von Kuhbier ihren Status als Bundesstraße und wurde zur Kreisstraße abgestuft. Die größtenteils sanierte Bundestraße 189 wird durch die neue Umfahrung nun nochmals stark aufgewertet: Als überregionale Verbindung zwischen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist die Trasse vor allem als Anbindung an die A 19 und A 24 sowie künftig für die A14 von großer Bedeutung. Die alte Ortsdurchfahrt von Kuhbier hätte laut des Brandenburger Verkehrsministeriums den steigenden Anforderungen des Straßenverkehrs künftig nicht mehr standgehalten. Nach einer Schätzung werden im Jahr 2025 rund 6000 Fahrzeuge die B189 diesen Bereich befahren. Zu viel für Kuhbier, daher wurde die Ortsumfahrung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.

Ortsvorsteher Kurt Essel hat mit der Freigabe am Montag das erhoffte Geschenk zu seinem 70. Geburtstag am Dienstag erhalten. „Jetzt muss nächstes Jahr nur noch die Ortsdurchfahrt saniert werden, dann haben wir alles geschafft.“

Von Jean Dibbert

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