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Ganzjahresbetrieb als Ziel

Lotte-Lehmann-Akademie in Perleberg Ganzjahresbetrieb als Ziel

Mit Beifallsstürmen sind die diesjährige Lotte-Lehmann-Akademie und die Lotte-Lehmann-Woche zu Ende gegangen. Nun steht die Frage, wie es auf dem Weg zum Ganzjahresbetrieb in der Gesangsausbildung weiter gehen soll. Die Stadtverordneten in der Rolandstadt Perleberg müssen Weichen stellen.

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Abschlusskonzert der Lotte-Lehmann-Woche in der St. Jacobi-Kirche Perleberg.

Quelle: Bernd Atzenroth

Perleberg. Nach einem solchen Kraftakt wie der Lotte-Lehmann-Akademie und der sich daran anschließenden Lotte-Lehmann-Woche sind drei, vier Tage Abstand schon schön, gesteht Angelo Raciti, der die künstlerische Leitung für beide Veranstaltungen inne hat. „Doch es ist in diesem Jahr so rund gelaufen, dass ich einen solchen Abstand nicht benötige“, erklärte Angelo Raciti der MAZ.

Keine Sommerakademie gleicht der anderen, immer stellen die Teilnehmer eine andere Herausforderung dar. Aus elf Ländern und vier Kontinenten kamen sie in diesem Jahr nach Perleberg. Das wohl Besondere war, dass einige Teilnehmer schon als gestandene Sängerinen oder Sänger gelten konnten, aber was die Körperarbeit auf der Bühnen, die Ausstrahlung betraf, doch Nachholebedarf zeigten.

„Wie weit man am Ende kommt, ist nie ganz sicher“, erklärt Angelo Raciti. Er sei jedoch sehr überrascht gewesen, wie weit sie in den drei Wochen der Sommerakademie voran gekommen sind. In der Abschlussgala im Hotel „Deutscher Kaiser“ teilten die Besucher den Eindruck von Angelo Raciti offenbarbar voll und ganz.

Der künstlerische Leiter Angelo Raciti und die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura

Der künstlerische Leiter Angelo Raciti und die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura.

Quelle:

Ein geradezu tosender Beifall brach über die Sänger herein. Als in der Zugabe 13 Sänger das Katzenduett von Rossini gaben, war das ein unvergleichlicher Moment.

Die Wiederholung der Gala im Temnitzdörfchen Garz (Ostprignitz-Ruppin) wurde zu einem ebenso ganzvollen Opernerlebnis. „Ein bisschen zittert man schon“, räumte Angelo Raciti ein, „ob sich der Kirchplatz auch mit Besuchern füllt.“ Als aber 350 bis 400 Konzertgäste den Platz füllten, sei er doch ruhig geworden. „Garz ist für die Akademie wichtig, weil es für deren Ausstrahlung über die Region hinaus steht.“

Für die Ausstrahlung der Akademie stehen auch die ausverkauften Konzerte: Beim „Belcanto e buon Gusto“ im Perleberger Ristorante L Ìtaliano gab es Frustration bei einigen, weil sie diesmal keinen Einlass mehr fanden. Beim Konzert im Gruber Park musste das Schloss wohl all seine Stühle herausgeben.

Hervorragende Dozenten unterrichteten wieder bei der Sommerakademie. Kammersänger Thomas Moser und Denis Combe-Chastel gaben Meisterklassen. Karan Armstrong, Kammersängerin und Meisterschülerin von Lotte Lehmann, hielt der Akademie auch diesmal die Treue. Wie sie ankündigte, will sie sich mehr als bisher für die Entwicklung der Akademie einsetzen, auch mit privaten Stiftungmitteln. Von der Qualität der jungen Sängerinnen und Sänger zeigte sie sich vollkommen überzeugt. „Drei, vier Teilnehmer stehen vor einer großen Zukunft, aber auch alle anderen haben eine Karriere vor sich.“

Preisträger der Lotte-Lehmann-Woche

Preisträger der Lotte-Lehmann-Woche: Philipp Franke. Angelo Raciti begeisterte sich für die „italienische Stimme“ des Sängers.

Quelle: Bernd Atzenroth

Die Anforderungen an die Teilnehmer sind hoch. Dies betrifft auch auf die Lotte-Lehmann-Woche. Neue Wege wurden mit szenischer Probenarbeit beschritten, die in ein Eiscafé bei Publikumsverkehr verlegt wurden. Bei der Generalprobe für das Abschlusskonzert in der Jacobikirche seien noch einmal letzte Umstellungen im Programm vorgenommen worden, berichtet Angelo Raciti. Diesmal habe man weniger auf große Oper gesetzt, und dafür mehr auf einen Liederabend. Die Teilnehmer hätten dennoch gezeigt, dass sie auch künstlerisch etwas zu sagen haben. Die Spannung im Konzert sei nie abgefallen.

Nach der 18. Lotte-Lehmann-Woche und der siebenten Sommerakademie drängt sich mehr denn je die Frage nach der Zukunft auf, nach einem ganzjährigen Betrieb. „Das ist eine Frage, die auf der politischen Ebene geklärt werden muss“, sagt Angelo Raciti. Die Stadtverordnetenversammlung müsse jetzt die entsprechenden Weichen stellen. Er wünscht sich auch eine so engagierte Mithilfe des Landkreises und des Regionalen Wachstumskerns wie schon beim Aufbau der Akademie. Dieser nächste Schritt werde nur mit dem Funken der Begeisterung gelingen, ist Angelo Raciti überzeugt.

Auf der künstlerischen Ebene werde er allein diese Aufgabe nicht stemmen können. Das sei nur in einem Team möglich. „Ich würde mir die Zusammenarbeit mit einigen Dozenten wünschen, doch sie sind auch sehr gefragt.“

Die Akademie könnte sich dann breiter Aufstellen, sich auch stärker dem Musical zuwenden. Angelo Raciti sieht hier einen wechselseitigen Bezug: Musicalsänger können lernen, besser zu singen. Opernsänger könnten vom Musical ausdrucksstärkere Bezogenheit erlernen. Mit dem Musical könne auch eine Brücke, ein Zugang zur Jugend in der Region geschlagen werden. Angelo Raciti sagt dazu: „Das bedeutet aber nicht, dass wir an unserer Kernkompetenz der Oper etwas weglassen wollen.“

Von Michael Beeskow

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