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Prignitz Garsedow: 15,8 Millionen für Hochwasserschutz
Lokales Prignitz Garsedow: 15,8 Millionen für Hochwasserschutz
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02:17 19.07.2015
Nahmen das Schöpfwerk in Betrieb (v. l.): Jörg Vogelsänger, Torsten Uhe, Oliver Hermann, Thorsten Thaddey und Robert Schmidt. Quelle: Lindow
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Garsedow

Fünfeinhalb Jahre hat sie gedauert, die Generalsanierung des Schöpfwerks Karthane. Am Donnerstag nun wurde der fertig sanierte Hochwasserschutzbau wieder in Betrieb genommen. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten und Verzögerungen beim Bau sei das wichtigste und größte Schöpfwerk Brandenburgs nun fertiggestellt, freut sich zum Beispiel Bernd Lindow von der Unteren Wasserbehörde des Landkreis Prignitz. „Seine Aufgaben im Hochwasserschutz kann es bereits seit vergangenem Jahr erfüllen”, erklärte er. Es sollte nun dem neuen Bemessungshochwasser standhalten können, das nach den immer extremeren Elbefluten ausgerufen worden war. Landesumweltminister Jörg Vogelsänger, Landrat Torsten Uhe, Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann sowie Thorsten Thaddey und Robert Schmidt vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) nahmen das Schöpfwerk wieder in Betrieb.

Seit 1980 schützt das Karthane-Schöpfwerk bei Wittenberge die Karthane-Niederung bis hin nach Bad Wilsnack vor Hochwassern der Elbe. Das Schöpfwerk gehört zu den bedeutendsten Hochwasserschutzanlagen im Land Brandenburg und war das größte Flussschöpfwerk der ehemaligen DDR. Zusammen mit dem Abschlussdeich der Karthane sperrt die Anlage die Flussniederung gegen Elbewasser ab. Fließt das Wasser der Karthane bei normalen Wasserständen durch das Bauwerk hindurch Richtung Elbe, sind die beiden Öffnungen bei Hochwasser durch je einen gewaltigen Schieber verschlossen. Dann befördert das Kammerschöpfwerk mit zwölf großvolumigen Pumpen das Wasser der Karthane über den Karthanesee in die Elbe. Ein hochwasserbedingter Rückstau der Karthane in die Niederung wird verhindert.

Anfang der 1990er Jahre hatten Fachleute bei Inspektionen im Tiefbauteil der dreigeschossigen Anlage erhebliche Betonschäden entdeckt. Der beim Bau des Schöpfwerks Ende der 1970er Jahre verwendete Beton hatte entgegen der Planung nicht die erforderliche Güte und der Porengehalt des eingebauten Betons war zu hoch. Hinzu kam, dass statisch wichtige Bauteile von der Alkali-Kieselsäure-Reaktion, dem sogenannten Betonkrebs, befallen waren. Auch die Pumpen mussten erneuert werden.

2008 wurde die Generalsanierung des Karthane-Schöpfwerkes in die Investitionsplanung aufgenommen. Die Arbeiten begannen im Herbst 2009. Eine besondere Herausforderung während der Sanierung waren die beiden Jahrhunderthochwasser im Januar 2011 und im Juni 2013. Nach fünfeinhalb Jahren wurde das anspruchsvolle Sanierungsprojekt jetzt abgeschlossen. Die schadhaften Betonbauteile wurden massiv verstärkt, die Pumpen-, Elektro- und Steuerungstechnik wurde komplett ausgetauscht. Während die alten Pumpen bis zu 16,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fördern konnten, bringen es die neuen Tauchmotorpumpen heute auf 18,2 Kubikmeter pro Sekunde. Pro Minute wird damit der Inhalt von mehr als 100 000 Zehn-Liter-Eimern bewegt. Auch die Maschinenhalle wurde vollständig modernisiert. 15,8 Millionen Euro wurden für die Generalsanierung eingesetzt, knapp 12,5 Millionen Euro davon ist Fördergeld.

Von Bernd Atzenroth

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