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Gastgeberin mit Herz und Seele

MAZ-Serie „Mein Beruf“ Gastgeberin mit Herz und Seele

Mit 16 Jahren begann Sandra Peter in Niedersachsen ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau. Heute ist die 30-Jährige nahe der Heimat im Hotel Resort Mark Brandenburg selbst Ausbilderin von jungen Menschen im Hotelbetrieb. Über ihren Beruf sagt sie: „Ich stehe hundertprozentig hinter dem, was ich tue.“

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Herzlich willkommen! Lehrausbilderin Sandra Peter in der Lobby des Hotels Resort Mark Brandenburg mit Blick auf den Ruppiner See.
 

Quelle: Christina Koormann

Neuruppin.  Das Gespräch mit San­dra Peter fand auf der Hotelterrasse mit Blick auf den Ruppiner See statt.

Wie sind Sie zum Hotelfach gekommen?

Bei einem Erkundungstag in der zehnten Klasse habe ich den Beruf für mich entdeckt. Meine Ausbildung habe ich in Niedersachsen

absolviert. Zuhause ist es zwar immer schön, aber ich wollte auch mal raus. In einem Betrieb mit 30 Zimmern in Bispingen in der Lüneburger Heide habe ich von 2003 an drei Jahre lang alles von der Pike auf gelernt: Frühstück anrichten, Rezeption betreuen, Housekeeping. 2009 habe ich zusätzlich eine Ausbildereignungsprüfung gemacht. Bis 2010 habe ich in meinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet, bevor ich ins Resort Mark Brandenburg kam.

Was charakterisiert die Arbeit in einem kleinen Betrieb?

Dort ist man im wahrsten Sinne des Wortes das „Mädchen für alles“. Dort hat man keinen festen Bereich und man wird mit allen Aufgaben vertraut gemacht. Auch die Gäste sind dort anders: In meinem Ausbildungsbetrieb war eher älteres Klientel zu Gast.

In einem kleinen Betrieb ist man „Mädchen für alles“

Wo liegen die Unterschiede zu einem großen Hotelbetrieb?

Hier in Neuruppin habe ich meinen klar definierten Arbeitsbereich, die Gäste kommen aus allen Altersklassen und der Seeblick ist natürlich traumhaft. Es gibt Hotelketten, in denen unser Job nach Schema F erledigt wird, aber hier sind wir keine Nummern und haben gute Mitarbeiterkonditionen. Zum Beispiel können wir die Therme und die Sauna nutzen. In einem großen Betrieb sind auch die Aufstiegschancen besser: Man kann klein anfangen und sich hocharbeiten.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf?

Die Abwechslung, die vielen Menschen und auch die Gastgeberfunktion. Ich finde es total toll, Gäste glücklich zu machen. Ich will nicht nur im Büro sitzen, ich will Menschen kennenlernen. Jeder Tag ist anders, es wird nie langweilig. 2010 bin ich als Servicemitarbeiterin und Hotelfachfrau eingestiegen. Drei Jahre später habe ich die Schichtleitung im Bistro der Therme übernommen, 2015 habe ich ein Babyjahr genommen. Seit meiner Rückkehr im Juni 2016 arbeite ich als Lehrausbilderin. Ich stehe 100-prozentig hinter dem, was ich tue und liebe es, Gastgeberin mit Herz und Seele zu sein.

„Beim Einstieg ins Berufsleben ist man aufgeregt und unsicher“

Was macht Ihren Job als Lehrausbilderin so wichtig für die Azubis?

Vorher waren die Azubis größtenteils auf sich allein gestellt, es war nicht immer die nötige Zeit da, um ihnen alles zu erklären, aber dafür muss man sich die Zeit nehmen. Es fehlte jemand, der da ist, um die Auszubildenden zu betreuen. Viele fangen mit 16 Jahren an, und da ist man beim Einstieg ins Berufsleben erst einmal aufgeregt und unsicher. Ich selbst habe auch mit 16 Jahren angefangen.

Welche Aufgaben übernehmen Sie?

Ich nehme die neuen Azubis an die Hand, stelle sie den Abteilungsleitern vor, gehe mit ihnen die Hausordnung durch, begleite sie die ersten Tage, bespreche alles mit ihnen und versorge sie mit Unterlagen. Ich stehe ihnen zur Seite, unterstütze bei den Prüfungsvorbereitungen, den Abschlussprüfungen und mache dafür Trainings mit realen Prüfungsanforderungen. Azubi-Tage und Ausflüge, zum Beispiel nach Berlin, organisiere ich auch. Ich bin Ansprechpartnerin für alles Betriebliche und stehe auch im Privaten als Vertrauensperson zur Verfügung.

Zensuren sind nicht alles

Was ist für Sie bei der Auswahl eines Auszubildenden entscheidend?

Zu den Bewerbungsgesprächen mit der Personalabteilung komme ich dazu, um mir einen Eindruck der Bewerber zu verschaffen. Wir geben jedem Kandidaten die Chance, sich vorzustellen; dabei geht es nicht nur um Noten, denn Zensuren sind nicht alles, wonach junge Menschen bewertet werden sollten. Wer schon ein Praktikum vorweisen kann, hat gute Karten. Im Idealfall ist der Bewerber bereit, ein einwöchiges Praktikum bei uns zu machen. Dabei können wir uns gegenseitig kennenlernen, es stärkt entweder den Berufswunsch oder es geht nach hinten los. Teamfähigkeit ist gefragt, und die Person sollte schon ins Team passen.

Sind die Berufe rund um die Hotellerie überhaupt noch für viele junge Leute attraktiv?

Es ist schwierig geworden, Auszubildende zu finden. Wir vergeben im Jahr neun Plätze und bilden in den Bereichen Restaurantfach, Hotelfach und Koch aus. Bei uns im Haus stehen den Azubis danach viele Wege offen. Es ist auch möglich, mit unserem Betrieb ein duales Studium zu absolvieren.

Woran liegt es, dass die Suche nach Azubis schwerer geworden ist?

Ich habe es auf Messen oft erlebt, dass der Beruf von Eltern schlecht geredet wird, weil man auch an Feiertagen und in Schichten arbeiten muss. Aber letztendlich wollen alle einen guten Service, einen tollen Restaurantbesuch und freund­liches Personal. Das macht doch einen Urlaub aus. Das Hotel kann noch so schön sein, aber wenn der Service und die Küche nicht stimmen, hat man daran wenig Freude. Vom Personal hängt eben auch vieles ab.

Internationale Auszubildende

Mit welchen Fähigkeiten ist man hier richtig?

Wir erwarten einen guten Hauptschulabschluss, gute Mathe-, Deutsch- und Englischkenntnisse, Aufgeschlossenheit, Flexibilität, Belastbarkeit und Freude am Verkaufen, denn die ist in diesem Job sehr wichtig. Ein gepflegtes Äußeres spielt auch eine große Rolle. Zur Zeit haben wir 18 Azubis, außerdem Langzeitpraktikanten und Schüler, die wir für Ferienjobs einstellen. Hier arbeiten 13 Nationen unter einem Dach. In der Ausbildung sind gerade junge Leute aus Albanien, Italien und Spanien und wir haben eine französische Praktikantin.

Zieht es Sie im eigenen Urlaub in die Ferne?
 

Wir haben viele schöne Gegenden gleich vor der Haustür. Ich muss nicht ins Ausland fahren, um einen entspannten Urlaub zu verbringen. Im Sommer bin ich gerne am Wasser, und meist sind es nur wenige Kilometer zu den schönen Ecken. Das Erzgebirge, der Harz, die Ostsee und die Lüneburger Heide sind Orte, an die ich gerne reise. Natürlich schaut man als Gast in meinem Beruf anders auf einen Hotelbetrieb, aber ich kann trotzdem im Urlaub gut abschalten.

Von Christina Koormann

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