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Gasthaus Texter seit 1940 im Familienbesitz

Papenbruch Gasthaus Texter seit 1940 im Familienbesitz

Das Gasthaus Texter ist eine Instanz in Papenbruch. Andreas Texter führt seit 1997 das Haus in dritter Familiengeneration. Er setzt damit ein Erbe fort, wofür seine Großeltern und Eltern den Grundstein legten. Die Familienfeiern sind seit 17 Jahren das Markenzeichen im Gasthaus. Doch der 51-Jährige hatte zunächst den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gar nicht im Plan.

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Ein starkes Team: Horst Texter, Susanne Hollendorf, Angelika Seidel, Andreas Texter und Rosi Peuker (v.l.)

Quelle: Christamaria Ruch

Papenbruch. „Schnitzel und Buletten gehören auf jedes Buffet, das ist ein Muss.“ Andreas Texter weiß, wovon er spricht. Der gelernte Koch leitet in dritter Familiengeneration das gleichnamige Gasthaus in Papenbruch. Und er weiß, womit er bei einer Feier den Geschmacksnerv seiner Gäste trifft.

Das Gespräch mit der MAZ muss noch etwas warten. Am Nachbartisch sitzen fünf Frauen – die Jubilarin, die bald ihren 80. Geburtstag feiert, und ihre vier Töchter. Nach und nach nimmt das Buffet seine Form an – zunächst auf dem Papier und in wenigen Wochen bei der großen Sause. „Mach mal“, sagt eine der Töchter zu Andreas Texter. Denn sie vertraut ihm und seinen kulinarischen Empfehlungen. „Bei mir gibt es alles außer Pferd“, stellt er klar. Für jede Feier bietet er ein Gesamtpaket an, das neben Essen, Getränken und Musik auch die Heimfahrt umfasst. Feste und Feiern sind das heutige Markenzeichen vom Gasthaus.

Von seinem Traumberuf Kraftfahrer entfernte sich der heute 51 Jahre alte Andreas Texter schon frühzeitig. Nach der 10. Klasse absolvierte er eine Kochausbildung im Stadthotel in Pritzwalk. Anschließend arbeitete er in Wittstock, war mit 22 Jahren Küchenchef im „Kosmos“ und bildete auch Lehrlinge aus. „Wir haben dort für die Schulspeisung gekocht – täglich 1700 Portionen“, sagt er. Susanne Hollendorf, heute Köchin im Gasthaus Texter, lernte damals bei Andreas Texter im Kosmos. 1990 gingen die Lichter im „Kosmos“ aus und Texter wechselte 1991 zur Autobahnraststätte Prignitz West.

1996 stellte er die Weichen für seine berufliche Selbstständigkeit. „Ich hatte bis dahin nicht geplant, das Gasthaus meiner Eltern zu übernehmen“, sagt Andreas Texter. Aber: „Wenn hier das Gasthaus leer stehen würde, hätte ich an der Raststätte mein Geld verdient und hier investiert, um den Leerstand zu verwalten.“ Ein halbes Jahr baute er das Gasthaus um, investierte sein Erspartes, setzte alles auf eine Karte und eröffnete im September 1997. Seine Schwester Angelika Seidel stieg als Kellnerin ebenfalls ein. Deren Mann Waldemar ist Hausmeister und hauseigener DJ, und die Köchin Susanne Hollendorf vervollständigt das Team im Familienbetrieb. Mittlerweile ist Texters Lebensgefährtin Rosi Peuker ebenfalls in den Familienbetrieb eingestiegen und geht darin auf.

„Es war 1997 alles offen, denn ich wusste nicht, ob die Gäste kommen“, bekennt er. Anfangs bot er den Gästen Essen à la carte an. „Fast jeden Abend waren die zwei vorderen Räume voll.“ Auch Feiern standen schon bald hoch im Kurs und Texter vor einer Entscheidung: „Ich kann nicht zweigleisig fahren und neben einer Feier im Saal hier vorn andere Gäste bedienen.“ 1999 fielen die Würfel, und seitdem gibt der 51-Jährige den Feiern einen Vorrang. „Durchschnittlich zwei Feiern in der Woche und das über das ganze Jahr“, sagt er. Das Geheimrezept klingt so einfach: „Die Qualität ist entscheidend, wir bieten nur Handgemachtes an.“ Wenn ein Fest ansteht, stellt er das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ an die Tür. „Das alles hier ist schrittweise gewachsen. Die Gastronomie ist mein Leben, aber ich hatte früher wirklich keinen Plan für die Selbstständigkeit“, so Andreas Texter.

Höhepunkte im Jahr sind außerdem der Fasching, das Eisbeinessen ( es erlangte bereits Kultstatus), und auch die Dorfweihnachtsfeier steht hoch im Kurs. „Wenn im Sommer bei 35 Grad Hitze die Leute anrufen und Plätze für das Eisbeinessen im Herbst vorbestellen, muss es ihnen gefallen“, sagt Texter. Auch wenn er schon langfristig Vorbestellungen im Kalender hat, fällt Andreas Texter dennoch aus dem Rahmen. Keine E-Mail kommt bei ihm an, kein Fax landet auf dem Schreibtisch, und auch per Funktelefon ist er nicht erreichbar. „Die Leute können persönlich vorbeikommen oder mich einfach auf dem Festnetztelefon anrufen.“

Von Christamaria Ruch

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