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Prignitz Gaststätte nach Hamburg geschleppt
Lokales Prignitz Gaststätte nach Hamburg geschleppt
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00:17 13.08.2016
Entengrütze statt Gaststätte im Lenzener Hafen. Quelle: Michael Beeskow
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Lenzen, So bald noch kein Kuchenservice im Sportboothafen

Wo ist sie denn? Diese Frage hört man am Sportboothafen in Lenzen derzeit regelmäßig. Dort, wo sonst die Gaststätte im Hafenbecken liegt, schwimmt nur grünliche Entengrütze auf der Wasseroberfläche.

„Die Gaststätte ist zur Überholung; sie wird repariert“, erklärt Bürgermeister Christian Steinkopf auf eine Nachfrage. Genaugenommen geht es bei der Reparatur aber nicht um den Gaststättenbereich, sondern um den Ponton, der die Gastronomie trägt.

Wie der Bürgermeister berichtet, wird die Wandung des Pontons verstärkt. Neue Bleche werden eingeschweißt. Auch bekommt der Untersatz einen neuen Schutzanstrich. Der Ponton mit Gaststätte wurde deshalb über die Elbe bis in den Hamburger Hafen geschleppt. „So viel ich weiß, ist die Reparatur weitgehend abgeschlossen“, erzählt Christian Steinkopf. Mit einer baldigen Rückkehr der Gaststätte und mit Kaffee und Kuchen im Lenzener Hafen ist dennoch nicht zu rechnen. „Bevor sie zurück kommen kann, sind die Dalben zu erhöhen“, erklärt der Bürgermeister. Gemeint sind die Stahlpfähle, an denen der die Gaststätte tragende Ponton angehangen wird.

Die Dalben sollen um einen halben Meter aufgeschweißt werden. Dies geschieht aus Gründen des Hochwasserschutzes. Beim letzten großen Hochwasser 2013 stieg der Pegel der Elbe so hoch, dass es die Dalben zur überfluten und den Ponton aus der beweglichen Verankerung an den Pfählen zu drücken drohte. „Damals musste der Ponton zum Teil geflutet werden, damit er tiefer im Wasser zu liegen kam“, berichtet Christian Steinkopf. Die Gaststätte wäre ansonsten weggeschwemmt worden.

Wiedereröffnung im nächsten Jahr

Auf Grund dieser Rettungsaktion waren die Reparaturarbeiten erforderlich. Der mit Wasser gefüllte Ponton begann zu korrodieren.

Damit er nicht noch einmal geflutet werden muss, sollen nun die Dalben einen halben Meter höher werden. „Derzeit sind die Arbeiten jedoch nicht auszuführen“, erklärt der Bürgermeister. „Aus Naturschutzgründen.“ Der Sportboothafen befindet sich im Biosphärenreservat. Insbesondere von Schwalben werden die Dalben angeflogen. Erst wenn sie gen Süden gezogen sind, können die Schweißarbeiten beginnen.

Der Sommer sowie die Radfahr- und Sportbootsaison sind dann vorbei. Auch wenn die Gaststätte noch in diesem Jahr aus Hamburg zurückkehrt, geöffnet wird sie erst im nächsten Jahr wieder, blickt Christian Steinkopf voraus. Der Bürgermeister hofft, dass der Betreiber dann auch weiter macht.

Die Stadt hatte 1999 im Hamburger Hafen einen Lastenponton gekauft, und darauf eine Gaststätte mit 35 Plätzen im Innenraum sowie mit Duschen und Sanitäreinrichtungen für Radfahrer und Bootsfahrer errichten lassen. Auch eine schöne Freiterrasse gibt es dort.

Von Michael Beeskow

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