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Prignitz Gegen das geplante Windeignungsgebiet
Lokales Prignitz Gegen das geplante Windeignungsgebiet
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16:34 11.09.2015
Weitere Windräder sollen nach dem Willen der Marienfließer vorerst bei ihenn nicht errichtet werden. Quelle: Peter Geisler
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Marienfließ

Die Gemeinde Marienfließ fordert, dass im Entwurf für den Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ für die auf ihrem Gebiet ausgewiesenen Windeignungsflächen eine inhaltliche Auseinandersetzung bezüglich der Waldflächen aufgenommen wird. In diesen dürfen bekanntlich jetzt erstmalig Windräder errichtet werden. Das diskutierten am Dienstagabend die Gemeindevertreter, wie Amtsdirektor Matthias Habermann auf Nachfrage berichtete. Die Amtsverwaltung Meyenburg hatte zusammen mit der Kommune eine fachlich versierte Stellungnahme zum Regionalplanentwurf ausgearbeitet. „Dafür gab es ein großes Lob an die Verwaltung und speziell das Bauamt“, freute sich der Amtsdirektor. Die Ausweisung der Eignungsfläche Krempendorf-Meyenburg wird abgelehnt. In der Stellungnahme, die die Marienfließer bei der Regionalen Planungsstelle in Neuruppin eingereicht haben, wurde zum Beispiel auf die Ermittlung historisch bedeutsamer Kulturlandschaften eingegangen, wozu etwa das Stepenitztal gehört - ein Flora-Fauna-Habitat. „Die Stadt Meyenburg wurde hier erfasst, aber nicht die Ortslage Stepenitz, obwohl das denkmalgeschützte Stift Marienfließ ... überregional kulturhistorisch bedeutend ist und die Stadt- und Siedlungsgeschichte fast 800 Jahre geprägt hat“, heißt es. Deshalb müsse die Region um Meyenburg, Krempendorf und Stepenitz ebenfalls zu den historisch bedeutsamen Kulturlandschaften gehören.

Eine Errichtung von Windkraftanlagen wird hier kategorisch abgelehnt. Begründung: Dies habe einen Verlust an Waldlebensraum und eine Zerschneidung von Waldflächen zur Folge, gefährdete Fledermausarten wie Großer und Kleiner Abendsegler und bestimmte Vogelarten wären gefährdet. Die Kommune sieht an dieser Stelle erhebliche Defizite in der Bewertung möglicher Folgen der Errichtung von Windrädern. Im Umweltbericht beziehe sich die Regionale Planungsstelle auf Schätzungen, zum Beispiel bezüglich des Vorkommens von Fledermausarten oder der Flugrouten von Vögeln. Ein aktueller Datenbestand zum Fledermausvorkommen liege nicht vor.

Kritisiert wird ganz klar auch, dass bezüglich der Abstände der Eignungsgebiete, die nach den neuen Kriterien bei fünf Kilometern liegen sollen, „keine Unterscheidung zwischen vorhandenen und geplanten Eignungsgebieten“ erfolgt. Beim Kriterium zur Umzingelung von Ortschaften werde dies aber sehr wohl berücksichtigt. Das gleiche gelte bei der isolierten Betrachtung der Planungsregion: Bestandsanlagen oder neu geplante Eignungsgebiete in den Nachbarregionen werden keinerlei Betrachtung unterzogen. „Es ist aber nicht hinnehmbar, dass den Einwohnern in den Randgemeinden der Planungsregion weniger Schutz vor Beeinträchtigungen“ durch zusätzliche Windenergieanlagen zugestanden wird, steht in der Stellungnahme. Eine Abstimmung mit den Nachbarn sei unerlässlich.

Die Gemeinde fordert überdies, die Wirtschaftlichkeit der potenziellen Anlagen differenzierter zu betrachten: So komme es wegen der Überlastung der Netzstruktur schon jetzt regelmäßig zu Abschaltungen, in Waldgebieten sei damit vermehrt vor allem dann zurechnen, wenn die Fledermäuse aktiver werden. Detailliert gehen die Vertreter in der Stellungnahme dann auf die geplanten Eignungsgebiete Jännersdorf-Porep sowie Krempendorf-Meyenburg ein: Die Abstände der künftigen Standorte entsprächen - anders als im Untersuchungsbericht dargestellt - nicht den Kriterien, einige Konfliktbereiche seien völlig ausgeblendet worden. Die Ausweisung der 233 Hektar großen Waldfläche im geplanten Eignungsgebiet Krempendorf-Meyenburg kommt für die Marienfließer nicht infrage.

In der Zusammenfassung stellt die Kommune klar, dass die Region um Meyenburg, Stepenitz und Krempendorf vor einer großflächigen Inanspruchnahme, „welche die bestehende Qualität entwertet oder erheblich beeinträchtigt, zu schützen ist“. Die Ausweisung des vorgeschlagenen Eignungsgebietes wird abgelehnt. „Die Auseinandersetzung war sehr ausführlich“, berichtete Amtsdirektor Habermann. Die Beschlussvorlage sei am Ende einhellig beschlossen worden.

Von Beate Vogel

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