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Prignitz Gegen rechtspopulistisches Gedankengut
Lokales Prignitz Gegen rechtspopulistisches Gedankengut
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18:43 25.10.2017
Christian Garlin und Jürgen Kuhnt (r.) nach getaner Arbeit. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

„Ich find es einfach cool, weil es aktueller ist denn je“, sagt Jürgen Kuhnt über das Transparent, das er zusammen mit Christian Garlin gerade an dem Baugerüst an der Südseite der Pritzwalker Nikolaikirche entrollt hat. „Hass schadet der Seele“ steht auf dem zwei mal fünf Meter großen Banner, das hier nun möglichst hängen soll, bis das Baugerüst wieder abgebaut wird – sollte alles gut gehen, könnte es schon im Dezember soweit sein. Denn die derzeit laufenden Restaurierungsarbeiten sind weit gediehen.

Zumindest aber soll der Satz bis zur kommenden Friedendekade im November zu lesen sein, das zumindest ist der Wunsch von Jürgen Kuhnt, der selbst in der Pritzwalker Kirchengemeinde aktiv ist.

Ihn freut die Aktion auch aus einem anderen Grund, erinnert sie ihn doch an die Wendezeit, in der er ein ganz aktiver Mitstreiter im Neuen Forum war. „Das letzte Mal, dass wir ein Plakat oder Transparent an der Kirche aufgehängt haben, war 1989“, erinnert er sich. Genauer gesagt war es wohl am 6. November 1989, also drei Tage vor dem Fall der Berliner Mauer. Auch damals standen Kirchenrestaurierungsarbeiten an, und zwar an den Fenstern. Am letzten größeren Baugerüst brachten Jürgen Kuhnt und andere damals ein Transparent mit der Aufschrift „Neues Forum“ an.

Die aktuelle Kampagne geht, wie von Seiten des Kirchenkreises Prignitz mitgeteilt wurde, zurück auf den Kirchenkreis Berlin Mitte. Er ist der Initiator. Mittlerweile positionieren sich mehrere Berliner Kirchen deutlich sichtbar gegen Rechtspopulismus – Anlass dafür war die Bundestagswahl. An gut einem Dutzend Kirchengebäuden sind Banner mit Aufschriften wie eben „Hass schadet der Seele“ oder auch „Menschenfeindlichkeit schadet der Seele“, „Rassismus schadet der Seele“, „Antisemitismus schadet der Seele“ und „Sexismus schadet der Seele“ zu sehen. Damit solle ein Zeichen gegen jede Art von rechtspopulistischem Gedankengut gesetzt werden. Insgesamt hängen im Kirchenkreis Prignitz nun drei dieser großen Banner: neben Pritzwalk noch in Bad Wilsnack und Freyenstein. Die Superintendentin Eva-Maria Menard hatte erst einmal drei Stück bestellt – und die ersten, die Interesse signalisiert haben und das Transparent auch befestigen können, haben das Banner mitgenommen. Dazu gehört auch Johannes Kölbel, Pfarrer im Pfarrsprengel Meyenburg, wozu Freyenstein gehört, auch wenn Kölbel durchaus seinen Zwiespalt thematisiert angesichts des Spruchs. Denn auch in hiesigen Kirchengemeinden dürfte es einige AfD-Wähler geben, mit denen man das Gespräch suchen müsse, begründete Kölbel dies. Er selbst ist besonders in der Flüchtlingshilfe engagiert.

„Am Tag nach der ersten Sitzung des neuen Bundestags fallen mir kaum passendere Worte ein“, ließ wiederum Eva-Maria Menard verlauten, „es wird eine große Aufgabe sein, in der kommenden Zeit sachliche Debatten über die Wege und Ziele in unserer Gesellschaft zu führen.“ Für Jürgen Kuhnt wiederum gibt es kaum eine passendere Ouverture für die nächste Friedensdekade als die Banneraktion – dort geht es nämlich um Streitkultur.

www.tut-der-seele-gut.info/

Von Bernd Atzenroth

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