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Prignitz Es geht an die Altlasten und ans Bootshaus
Lokales Prignitz Es geht an die Altlasten und ans Bootshaus
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19:18 08.02.2018
Staatssekretärin Ines Jesse (M.) übergab den Förderscheck an Bürgermeister Oliver Hermann und sorgte für Freude bei den Wittenbergern. Quelle: Jens Wegner
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Wittenberge

Gleich zwei Fördermittelbescheide übergab Baustaatssekretärin Ines Jesse am Donnerstag im Wittenberger Rathaus den jeweiligen Empfängern. Beim ersten geförderten Projekt handelt es sich um die Altlastensanierung auf dem Gelände der ehemaligen chemischen Reinigung in der historischen Altstadt, Turmstraße 2. Zum zweiten wurden Fördermittel für die Verbesserung der Nutzungsbedingungen im Bootshaus Garsedow an die Stadt Wittenberge übergeben.

Dies sei ein angenehmer Termin – ein emotionaler Punkt nach viel Vorarbeit sei erreicht, schätzte Bürgermeister Oliver Hermann ein. „Jetzt kann es losgehen”, freute er sich. „Viele Akteure hatten viel zu tun. Ich möchte allen Danke sagen”, entgegnete Baustaatssekretärin Ines Jesse. „Wir haben den Stadt-Umland-Wettbewerb ausgelobt, um die Zusammenarbeit der Städte und Kommunen zu stärken. Unsere Strategie heißt ankommen und hierbleiben”, beschrieb sie die inhaltliche Ausrichtung dieses Förderprogramms. Rund 213 Millionen Euro Fördergeld werden über dieses Ins­trument vergeben. Mit rund 10 Millionen profitierten bislang Projekte in Wittenberge davon.

Grundwasser extrem belastet

Für die Altlastensanierung in der Turmstraße fließen rund 1,1 Millionen Euro. Rund 300 000 Euro steuert die Stadt bei. „Hier wird wirklich sehr gute Arbeit geleistet”, lobte die Staatssekretärin. Ein Eigenanteil sei allerdings immer notwendig. Sie danke den Wittenberger Stadtverordneten, die dies beschlossen hatten. „Es ist im Sinne der Öffentlichkeit, diesen Missstand endlich zu beseitigen. Auch der Bau der Straße an dieser Kreuzung kann nun besser gestaltet werden”, ergänzte Oliver Hermann.

„Hier ist eine unheimliche Vorarbeit geleistet worden. Die interkommunale Zusammenarbeit hat gut funktioniert”, lobte auch Andreas Much, Sachbereichstleiter Abfallwirtschaft des Landkreises. Das Grundwasser sei im Bereich der Altstadt extrem belastet. Hier wurde eine 525-fach höhere Belastung über dem Normwert an LCKW (Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe) gemessen. „Das ist die hochgradigste Belastung im Landkreis überhaupt. Es bestand aber zu keiner Zeit eine gesundheitliche Gefährdung für die Bewohner dieses Gebiets”, betonte er.

Rund 1200 Kubikmeter Erde müssen raus

Die Schadstoffquelle liegt verklumpt im Boden. Mit rund 80 Bohrungen, jeweils 20 Meter tief, wird nun das Erdreich ausgetauscht. „So können wir das Übel an der Wurzel packen. Heute ist ein sehr guter Tag für die Umwelt”, konstatierte Much. Das belastete Erdreich wird im Anschluss an genauere Untersuchungen entsorgt. Rund 1200 Kubikmeter Erde sind zu wechseln. „Über den gesamten Maßnahmezeitraum arbeiten wir mit dem Kreis zusammen. Heute endete die Ausschreibung für den Abriss des Gebäudes.

Nach dem Abriss wird das Gelände im Detail untersucht. Die Quelle der Belastung wird lokalisiert und abgesteckt”, erläuterte Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn die Vorgehensweise. „In rund einem Jahr gehen wir in die Sanierung, wenn alles nach Plan verläuft. Im Frühjahr 2019 kann der Straßenbau beginnen, der aus Mitteln des Hochwasserhilfefonds finanziert wird.”

Beim Bootshaus besteht akuter Handlungsbedarf

Vom Landwirtschaftsministerium überbrachte Ines Jesse einen weiteren Fördermittelbescheid in Höhe von rund 161 000 Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). „Wir sind die Vermieterin des Bootshauses im Wittenberger Ortsteil Garsedow. Die Situation dort ist desolat und schwierig. Das Dach, die Heizung und die Fenster müssen dringend saniert werden. Die Fassade soll überarbeitet und mit einem neuen Anstrich versehen werden.

Es besteht akuter Handlungsbedarf”, erläuterte Martin Hahn das Projekt. Das Bootshaus in Garsedow sei ein wichtiger Baustein des Tourismus. Mieter ist der Wassersportverein Wittenberge. Dessen Vereinsvorsitzender Lothar Haas freute sich über die bevorstehende Sanierung. „Das Asbestdach ist rissig und wurde schon oft geflickt”, berichtete er. „Wir haben das Haus für kleine Treffen genutzt und sind froh, wenn wir die Räumlichkeiten auch weiter nutzten können”, ergänzte Garsedows Ortsvorsteherin Doreen Jeske. Rund 50000 Euro kommen von der Stadt dazu. Im Herbst 2018, so ist es geplant, soll alles fertig sein.

Von Jens Wegner

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