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Prignitz Geldsorgen in Meyenburg und Pritzwalk
Lokales Prignitz Geldsorgen in Meyenburg und Pritzwalk
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02:15 06.03.2016
Die kleine Maxima Sperling (4) scherzte mit Sebastian Steineke (Mitte) und Jan Redmann im Pritzwalker Ekidz. Quelle: Andreas König
Meyenburg/Pritzwalk

Die Probleme rund um das „Generationengerechte Quartier Meyenburg“ bestimmten am Donnerstag das Gespräch des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke und seines Parteikollegen Jan Redmann aus dem Landtag im Meyenburger DRK-Bürgerhaus. Steineke ließ sich von DRK-Pflegedienstleiter Marko Fischer zunächst das Bürgerhaus erläutern, in dem ambulante Pflege und unterstützende Angebote unter einem Dach funktionieren. Rasch kam das Gespräch darauf, wie Fischer angesichts der rasant wachsenden Branche mit den Kapazitäten zurechtkommt. „Eigentlich sollte der Standort komplett neu gebaut werden.“ Nämlich als Teil des Quartierkonzeptes.

Das Amt Meyenburg, der DRK-Kreisverband und die Stephanus Wohnen und Pflege mit Sitz in Berlin wollen ein Wohnviertel errichten, in dem junge Familien, ältere Menschen und Pflegebedürftige Seite an Seite wohnen und die nötige Versorgung bekommen können. „Vor zwei Jahren wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir das Projekt gefördert bekommen“, erinnert Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski. Alle Zeichen standen seitens des Landes auf Grün. „Und nun ist das Problem, dass wir nicht an die Gelder kommen“, so der Bürgermeister. Fischer hat gar das Gefühl, dass „wir immer wieder Knüppel zwischen die Beine bekommen“.

Jan Redmann (l.), Sebastian Steineke (2.v.l.) und Ute Sperling von der CDU besuchen Marko Fischer (M.) und Falko Krassowski. Quelle: Beate Vogel

Laut Krassowski gebe es zwar Termine in den Ministerien für Gesundheit und Soziales sowie Infrastruktur und Raumordnung, aber „es wird nur noch auf Zeit gespielt“. Fischer und Krassowski fürchten nun, dass sich die großen Träger Alternativen suchen – einfach weil sie angesichts der demografischen Entwicklung nicht daran vorbeikommen. Als Förderprogramm käme der „Stadt-Umland-Wettbewerb“ infrage, so Krassowski. Auf der gemeinsamen Vorhabenliste der Kommunen um Pritz­walk und Wittstock steht das „Generationengerechte Quartier“ mit einem großzügig angesetzten Umfang von 11,8 Millionen Euro.

Für Steineke und Redmann ist klar, dass das Projekt wichtig ist. „Sonst blutet die Stadt ja aus“, sagte Redmann mit Blick auf die Arbeitsplätze, die dort entstehen könnten. Die beiden Abgeordneten wollen nun in Potsdam nachfragen, woran es hakt. „Denn das ist ein wirklich wichtiges Projekt“, so Steineke.

Wachsende Branche

Das 2008 an diesem Standort eröffnete DRK-Bürgerhaus in Meyenburg platzt aus allen Nähten: Begonnen wurde damals mit zehn Mitarbeiterinnen in der ambulanten Pflege und zwei Ehrenamtlichen im Bürgerhaus. Rund 60 Patienten wurde ambulant betreut.

Heute beschäftigt das DRK Prignitz in Meyenburg 30 Kräfte im ambulanten Bereich, die rund 140 Patienten betreuen. Die Angebote im Bürgerhaus sichern inzwischen 23 Ehrenamtliche ab. Außerdem werden die Patienten um Meyenburg vom Wittstocker Pflegedienst „Pusteblume“ und von zwei Anbietern aus Mecklenburg versorgt.

Auf den ersten Blick ist die Arbeit des evangelischen Elter-Kind-Zentrums „Ekidz“ in Pritz­walk gesichert. Noch fünf Jahre lang übernehmen der Kirchenkreis Prignitz und die Landeskirche die Personalkosten für das offene Angebot. Dennoch sollten sich die Verantwortlichen schon jetzt Gedanken machen, wie die Arbeit im Ekidz nach Ablauf dieser Frist sichergestellt werden kann. Diese Frage bestimmte das Gespräch mit Sebastian Steineke und seinem Landtagskollegen Jan Redmann bei deren Besuch in Pritz­walk.

Pfarrer Volker Sparre berichtete, dass es schon frühzeitig Überlegungen gegeben habe, wie Kinder für die Kirche und das Leben in der Gemeinde interessiert werden können. „Als dann unser Kirchenkreis Pritzwalk erst mit Havelberg-Wilsnack und dann mit Perleberg-Wittenberge fusioniert wurde, hatten wir das Konzept bereits in der Schublade“, sagte er. In den Räumen der nicht mehr benötigten Superintendentur entstand das Ekidz, das sich seit seiner Eröffnung im vergangenen Sommer wachsender Beliebtheit erfreut. „Wir haben seitdem 1800 Besucher gehabt“, berichtete Mitarbeiterin Inka Panten. Das Alters­spektrum reiche von Einjährigen, die in Begleitung ihrer Tagesmütter kommen, bis hin zu zwölfjährigen Kindern an de Schwelle zum Jugendalter. Sie alle können ungezwungen spielen, basteln, lesen oder anderen Aktivitäten nachgehen. Konfessioneller Zwang bestehe nicht.

Die Suche nach Sponsoren

„Sie müssen sich natürlich Gedanken machen, wie es nach Ablauf der insgesamt sechs Jahre weitergehen soll“, sagte Steineke. Damit hatte sich Gemeindekirchenratsvorsitzende Christine Flassig auch schon beschäftigt. „Uns kommt es auf die Inhalte an“, sagte sie. Das sei sehr löblich, entgegnete CDU-Landtagsabgeordneter Redmann. „Aber Sie brauchen wahrscheinlich einen Trägerverein, der auch Fördermittel beantragen kann.“

Für kleinere Projekte, wie das Anlegen eines Sandkastens, empfehle sich die Sponsorensuche oder Spenden. Letztere seien mitunter recht einfach zu bekommen, wenn man sich mit konkreten Anliegen an die Wirtschaft wende, sagte CDU-Stadtverordneter Jörg Zeiger. Steinekes Wahlkreismitarbeiterin Stephanie Fedders schlug vor, einen örtlichen Supermarkt zu bitten, eine Spendenbox am Pfandautomaten aufzustellen. „Das sind zwar bloß kleine Beträge, aber die Summe macht’s“, sagte sie. Dass ein Verein langfristig die bessere Struktur sei, um Fördermittel zu bekommen, bestätigte auch Vizebürgermeister Ronald Thiel.

Von Beate Vogel und Andreas König

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