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Prignitz Gelungenes Beispiel für moderne Architektur
Lokales Prignitz Gelungenes Beispiel für moderne Architektur
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00:17 17.05.2017
Im Judenhof entstand das neue Gebäude. Quelle: Wolfram Hennies
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Perleberg

Im neuen Gebäude auf dem Perleberger Judenhof, aus einer Garage entstanden und zu einer Stätte der Begegnung, des Erinnerns, des Gesprächs, Lernens und Feierns umgestaltet, wurde am Sonnabend der Tag der Städtebauförderung begangen. Für Bürgermeisterin Annett Jura ist dies „ein Ort, wo bürgerschaftliches Engagement und Bemühen der Stadtverwaltung sich verzahnt haben“.

Der Judenhof ist der Name einer Stichstraße in der Altstadt, die sich zur Stepenitz, wo einmal die Stadtmauer stand, zu einem Hof erweitert. Archäologische Funde belegen, dass hier bereits im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Der Perleberger Judenhof ist der einzige seiner Art in Norddeutschland, dessen Grundriss komplett erhalten ist. Er war das Zentrum der jüdischen Gemeinde mit Synagoge und Mikwe (rituelles Tauchbad). Auf dessen Bedeutung hatte Dieter Hoffmann-Axthelm aufmerksam gemacht.

Ab dem 18. Mai wird eine Ausstellung zur Reformation gezeigt

Hartmut Schneider vom Kulturverein, der die neue Begegnungsstätte trägt, ließ die Entstehung des Projekts Revue passieren. Rainer Meißle als maßgebender Ideengeber verwies auf den Grundriss des Judenhofes, der die Grundschwierigkeit der künftigen Nutzung widerspiegelt: „Dies ist kein Gedenkort. Wir knüpfen zwar an die Geschichte an, wollen aber das gemeinsame Leben von Deutschen und Juden in Perleberg im Mittelalter bis 1511 in einer künftigen Ausstellung darlegen.“ Ab dem 18. Mai wird dort zum Kulturlandthemenjahr Reformation eine Wanderausstellung der Nordkirche „Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“ gezeigt.

Architekt Stefan Kunzemann. Quelle: Wolfram Hennies

Der Architekt Stefan Kunzemann erinnerte mit vielen Bildern an den Entwicklungsprozess, von der Idee des Glashauses bis zum heutigen Bau, der vom rein Rationalen zum Sinnhaften führte. Entstanden ist ein „echtes Multifunktionsobjekt“.

Bauamtsleiter Hagen Boddin fügte an: „Ich bin von der Entwurfsidee überzeugt. Der Bau setzt einen Kontrapunkt in den historischen Stadtkern, der Touristen anzieht. Von außen wie innen ist die Umsetzung gelungen, ein wahres Beispiel für moderne Architektur in Perleberg.“

Hans-Christian Sauer von der BIG-Städtebau schätzte ein: „Der Bau ist eine große Bereicherung für die Stadt!“ In 26 Jahren Städtebauförderung wurden insgesamt 42 Millionen Euro von Bund und Land in Stadtsanierung und Stadtumbau investiert, davon trug die Stadt sieben Millionen.

Von Wolfram Hennies

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