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Prignitz Gemeinde bleibt beim Nein zum Windpark
Lokales Prignitz Gemeinde bleibt beim Nein zum Windpark
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08:59 16.03.2018
Der Windpark Krampfer-Reckenthin soll erweitert werden. Quelle: Andreas König
Kleinow

Vier neue Windräder in Kleinow soll es nicht geben. Das zumindest ist der erklärte Wille der Plattenburger Gemeindevertreter. Damit stellen sie sich direkt sowohl gegen den Investor, die Cottbuser Firma UKA, als auch gegen das Landesamt für Umwelt. Die Gemeinde Plattenburg hatte Anfang vergangenen Jahres das gemeindliche Einvernehmen versagt, also das Bauvorhaben abgelehnt.

Das Landesumweltamt hat im Februar mitgeteilt, dass es die Gründe der Gemeinde nicht anerkennt und gewillt ist, den Windpark Kleinow zu genehmigen. „Was wir bisher veranstaltet haben, war ein Schuss in den Ofen“, sagte Ulrich Gutke (CDU). „Wir müssen uns den Fakten stellen“, sagte der langjährige Vorsitzende der Gemeindevertretung. Er leitete die außerordentliche Sitzung, weil der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Andreas Wilde, wegen Befangenheit nicht daran teilnehmen konnte.

Begründet hat das Landesumweltamt seine Zustimmung damit, dass der Regionalplan Windenenergie noch nicht seine „Verlautbarungsreife“ erreicht habe.

Im Regionalplan ist Kleinow nicht mehr Eignungsgebiet

„Das Gegenteil ist der Fall“, sagte Gemeindevertreter Rainer Schneewolf. „Der Regionalplan ist sehr weit gedeihen und kann voraussichtlich noch in diesem Jahr verabschiedet werden.“ Das Entscheidende für die Kleinower Bürger und die Plattenburger Gemeindevertreter: Ein Windeignungsgebiet Kleinow ist in diesem Plan nicht vorgesehen. „Die gemeinsame Landesplanung kann und muss dem Landesamt für Umwelt untersagen, die Genehmigung zu erteilen“, sagte Rainer Schneewolf.

Zahlreiche Anwohner verfolgten die Sitzung. Unter anderem Karsten Krüger, der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Prignitz, erinnerte noch einmal daran, dass ein Biotop, in dem die Rohrweihe lebte, mutwillig und widerrechtlich zerstört wurde, um ein Hindernis beim Bau der Windkraftanlagen aus dem Weg zu räumen. „Dafür droht meines Wissens ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro“, sagte er.

Dennoch halte er es für einen Erfolg, dass die Gemeinde bislang den Bau des Windparks verhindern konnte. „Ich verstehe auch nicht, warum man jetzt auf halber Strecke einknicken sollte“, sagte Karsten Krüger. „Man kann auch mal ein Spiel in der Vorrunde verlieren und trotzdem Weltmeister werden.“

Zwei Windräder bei Krampfer genehmigt

Der Glöwener Ortsvorsteher Reimar Heering empörte sich über die Zerstörung eines Biotops und darüber, dass in dieser Sache offenbar nichts unternommen werde. „Ich bin fassungslos“, sagte er.

Die frühere Plattenburger Bürgermeisterin Gudrun Hoffmann kritisierte, dass die Gemeinde den Bebauungsplan für das Gebiet nicht fertiggestellt hat. Als der Investor UKA den städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde über den Windpark gekündigt hatte, entschlossen sich die Gemeindevertreter, den Plan aus Kostengründen nicht fertigzustellen.

Schließlich stimmten die Gemeindevertreter mit acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen dafür, das gemeindliche Einvernehmen weiterhin zu versagen.

Genehmigt wurde inzwischen der Bau zweier neuer Windkraftanlagen bei Krampfer. Die Arbeiten hätten schon begonnen, hieß es.

Von Andreas König

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