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Gemeinde unterstützt Windkraft-Volksbegehren

Groß Pankow Gemeinde unterstützt Windkraft-Volksbegehren

Die Groß Pankower fühlen sich von der regionalen Planungsgemeinschaft mit unannehmbaren Bedingungen konfrontiert. „Wenn 750 Meter Abstand zwischen Windrad und Wohnbebauung erlaubt werden sollten, könnte theoretisch das Repowering auch von Anlagen ermöglicht werden, die eigentlich zurückgebaut werden sollten“, sagt Halldor Lugowski. So im Windpark Reckenthin.

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In der Prignitz, hier in Neu Schrepkow, regt sich schon seit Längerem Widerstand gegen noch mehr und größere Windkraftanlagen.

Quelle: Andreas König

Groß Pankow. Eigentlich wollten die Verantwortlichen der Gemeinde Groß Pankow mit ihrer Bauleitplanung allen Stürmen bei Windkraftanlagen trotzen. Doch seit die regionale Planungsgemeinschaft eine Erneuerung von Windkraftanlagen in bis zu 750 Metern Entfernung von Wohnhäusern zulassen will, drohen lange ausgehandelte Kompromisse im Gemeindegebiet von Groß Pankow zu platzen.

„Bislang war den Gemeindevertretern die Haltung der Windkraftgegner, die das Volksbegehren initiieren wollen, immer etwas zu radikal“, sagt der Groß Pankower Bauamtsleiter Halldor Lugowski. Diese Haltung bezog sich gar nicht so sehr auf die Forderung „Keine Windräder im Wald“, die von den Gemeindevertretern uneingeschränkt geteilt wird. Aber mit dem zweiten Ansinnen der Bürgerinitiative, die Anwendung der 10-H-Formel (der Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnbebauung soll mindestens der zehnfachen Höhe der Windräder entsprechen) konnten sich die Groß Pankower bislang nicht anfreunden.

Das hat sich zwar nicht grundlegend geändert, aber die Groß Pankower fühlen sich von der regionalen Planungsgemeinschaft mit unannehmbaren Bedingungen konfrontiert. „Wenn jetzt 750 Meter Abstand zwischen Windrad und Wohnbebauung erlaubt werden sollten, könnte theoretisch das Repowering auch von Anlagen ermöglicht werden, die eigentlich zurückgebaut werden sollten“, sagt Halldor Lugowski. Konkret betreffe das den Windpark Reckenthin. „Wir hatten alle vier dort stehenden Anlagen weggeplant“, sagt der Bauamtsleiter. Bislang hätten sich die Betreiber und Besitzer einsichtig gezeigt. Doch die Veränderungssperre gilt nur bis September. Allein zum Ende der Einspruchsfrist am vergangenen Montag seien zwölf Einsprüche in der Gemeinde eingegangen. „Ich persönlich glaube zwar nicht, dass der Windeignungsplan überhaupt vor 2018 verabschiedet wird, aber die Betreiber der Altanlagen wittern offenbar Morgenluft und wollen ihre alten Anlagen auf 150 Meter repowern“, sagt Halldor Lugwoski.

Landesregierung soll verbindliche Rahmenbedingungen schaffen

Solche Absichten würden jedoch die bisherigen Pläne gefährden. „Anstelle der alten sollten ja neue Anlagen bei Reckenthin entstehen“, erklärt de Bauamtsleiter. Beides sei allerdings nicht möglich, da sich Alt- und Neuanlagen ins Gehege kommen würden. Der Entwurf der regionalen Planungsgemeinschaft gefährde das mühsam hergestellte Einvernehmen mit den Einwohnern von Reckenthin und stelle das bisherige Vorgehen der Gemeinde Groß Pankow infrage.

Nicht zuletzt deswegen hätten sich die Gemeindevertreter einstimmig dafür ausgesprochen, das Volksbegehren zumindest moralisch zu unterstützen. „Wir wollen vor allem, dass die Landesregierung Brandenburg sich des Themas noch einmal annimmt und verbindliche Rahmenbedingungen schafft“, sagt Halldor Lugowski. Zwar kann die Gemeinde als Körperschaft öffentlichen Rechts kein Volksbegehren unterschrieben, wohl aber die Gemeindevertreter. Zudem können die Bürger der Gemeinde und alle anderen Prignitzer Bürger, die gegen mehr Windkraft sind, die Listen in den jeweiligen Verwaltungen unterschreiben. Im Rathaus von Groß Pankow liegen die Unterschriftenlisten noch bis einschließlich heute, 16 Uhr, aus.

Von Andreas König

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