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Gemeindearbeiter fürchten um ihren Job

Halenbeck-Rohlsdorf Gemeindearbeiter fürchten um ihren Job

Die Gemeindearbeiter von Halenbeck-Rohlsdorf, Kerstin Grambow und Rolf Selent, fürchten um ihre Arbeitsplätze. Die Gemeindevertreter wollen den Bauhof auflösen. Bislang gibt es noch keinen offiziellen Beschluss. Der Meyenburger Amtsdirektor Matthias Habermann sieht die Bestrebungen kritisch. Mehr als 200 Bürger haben gegen die Pläne unterschrieben.

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Die Gemeindearbeiter Rolf Selent und Kerstin Grambow aus Halenbeck-Rohlsdorf (Amt Meyenburg) fürchten, dass ihre Arbeitsplätze abgeschafft werden. Sie haben mehr als 200 Unterschriften gegen diese Absicht der Gemeindevertretung gesammelt.

Quelle: Andreas König

Halenbeck-Rohlsdorf. Kerstin Grambow ist in einer eigenartigen Position. Als Gemeindevertreterin von Halenbeck-Rohlsdorf ist sie zwar nicht ihre eigene Chefin, wohl aber könnte sie über ihren Einsatz als Gemeindearbeiterin mitbestimmen – theoretisch zumindest. Praktisch untersteht der Bauhof, wie der Zwei-Mitarbeiter-Bereich genannt wird, dem Amt Meyenburg. Die Amtsverwaltung ihrerseits stellt die Arbeiten des Bauhofs als Dienstleisterin der amtsangehörigen, aber politisch selbstständigen Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf zur Verfügung.

Gemeindevertreter beschweren sich über mangelnden Fleiß

Seit sechs Jahren ist Kerstin Grambow Gemeindearbeiterin, seit drei Jahren ist Rolf Selent ihr Kollege. Die beiden mähen vor allem den Rasen auf den weitläufigen Flächen der Gemeinde. Sie tun, was in den 30 Stunden möglich ist, für die sie beide bezahlt werden. Doch der Mehrheit der Gemeindevertreter von Halenbeck-Rohlsdorf ist das zu wenig. „Sie haben sich immer wieder über uns beschwert, behauptet, wir seien nicht fleißig genug“, klagt Kerstin Grambow. Direkt gesagt habe ihr das niemand. Sie hat bloß mitbekommen, dass sich die Gemeindevertreter im Amt Meyenburg dafür ausgesprochen haben, den Bauhof aufzulösen.

Kein offizieller Antrag der Gemeinde

„Offiziell gibt es dazu von der Gemeindevertretung keinen Antrag“ sagt Amtsdirektor Matthias Habermann. „Allerdings gab es seit April Diskussionen darüber, wem der Bauhof und seine Mitarbeiter disziplinarisch eigentlich unterstellt sind“, erklärt Matthias Habermann. „Und das ist eindeutig das Amt Meyenburg, wenn auch als Dienstleister für die Gemeinde.“ Er könne nichts Negatives über die Gemeindearbeiter sagen. Wenn es irgendwo Probleme gab, seien die auf kurzem Weg geklärt worden.

Amtsdirektor informierte über Konsequenzen

Doch als die Gemeindevertreter erneut auf die Amtsverwaltung zukamen mit dem Ansinnen, den Bauhof aufzulösen, wollte Matthais Habermann die Meinung der Gemeindevertreter erfragen. „Von den fünf bei dieser Beratung anwesenden Gemeindevertretern haben sich alle für die Auflösung des Bauhofs ausgesprochen“, sagt Matthias Habermann,. Offiziellen Charakter habe diese Willensbekundung für ihn indes nicht. „Dazu wäre schon ein schriftlicher Antrag nötig“, sagt der Hauptverwaltungsbeamte. Er habe die Gemeindevertreter auf die Konsequenzen eines solchen Beschlusses hingewiesen. „Auch wenn die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf keinen eigenen Bauhof mehr hat, müssten die Arbeiten dennoch erledigt werden“, sagt Matthias Habermann. Da der Bauhof der Stadt Meyenburg mit seinen Kapazitäten ausgelastet ist, bliebe nur die Möglichkeit, die Leistungen per Ausschreibung an Fremdfirmen zu vergeben.

Gemeinde müsste sich nach Terminkalender der Firma richten

„Dabei würde die Gemeinde mindestens Flexibilität einbüßen“, schätzt der Amtsdirektor ein. „Wenn die Arbeiten vergeben sind, muss man sich nach dem Terminkalender der beauftragten Firma richten. Und die Betriebe haben seit einigen Jahren gut gefüllte Auftragsbücher.“ Hinzu kommt die Kostenfrage. „Wir haben für einige Leistungen einmal angefragt, was Fremdfirmen dafür nehmen würden“, erklärt Matthias Habermann. Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, es kristallisiere sich jedoch heraus, dass der Einsatz einer Firma mindestens genau so viel kosten würde, wie der eigener Gemeindearbeiter.

Leistungsfähigerer Traktor wurde nicht gekauft

Kerstin Grambow und Rolf Selent sind sehr besorgt, was ihre Arbeitsplätze angeht. Sie sind beide über 50. Dass der Rasentraktor, den sie zur Verfügung haben, für die mehr als 60 000 Quadratmeter Rasenfläche in der Gemeinde nicht ausreicht, haben sie öfter kundgetan. In der Haushaltsdiskussion war sogar die Anschaffung eines leistungsfähigeren Traktors erwogen worden, doch gekauft wurde dann keiner.

Bürger waren entsetzt: Mehr als 200 unterschrieben gegen Auflösung

Obwohl die Pläne, den Bauhof aufzulösen, noch nicht offiziell als Beschluss vorliegen, haben sie die Runde gemacht in Halenbeck-Rohlsdorf. „Die Bürger, die davon erfahren haben, waren entsetzt“, sagt Rolf Selent. Es wurden mehr als 200 Unterschriften gesammelt, mit denen der Erhalt des Bauhofs gefordert wird. Kerstin Grambow möchte die Listen in der Amtsverwaltung in Meyenburg abgeben. „Viele, mit denen wir gesprochen haben, sind der Meinung, dass es gut ist, wenn eine Gemeinde eigene Arbeiter hat“, sagt sie. Die Vergabe an Fremdfirmen habe sich schon oft als der falsche Weg herausgestellt.

Amtsdirektor riskiert keinen Schnellschuss

Amtsdirektor Matthias Habermann will sich mit dem Thema erst intensiv beschäftigen, wenn ein schriftlicher Antrag vorliegt. „Letztlich müssen die Gemeindevertreter wissen, ob sie das wollen. Ich halte nichts davon, den Bauhof aufzulösen und riskiere auch keinen Schnellschuss“, sagte er. Bürgermeisterin Astrid Eckert war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Andreas König

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