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Gemeindekulturverein entwickelt Dorfmitte mit

Gerdshagen Gemeindekulturverein entwickelt Dorfmitte mit

Der Gemeindekulturverein Gerdshagen viel bewegt im Dorf. So entstand der Park hinter dem Dorfgemeinschaftszentrum, das Gebäude wurde entwickelt und das Backhaus wieder entdeckt. Regelmäßig organisieren die Vereinsmitglieder Veranstaltungen – so wie die Radtour in die Nachbargemeinde Halenbeck-Rohlsdorf.

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Eintauchen in die Vergangenheit: In der Heimatstube in Gerdshagen finden sich auch Erinnerungsstücke der Einwohner.

Quelle: Beate Vogel

Gerdshagen. Wer die Heimatstube im Gerdshagener Gemeindezentrum betritt, macht eine Reise in die Vergangenheit: Da liegen die Pionierzeitungen „Trommel“ und ABC-Zeitungen neben blauen und roten Halstüchern, da finden sich Fotos aus den 70er Jahren. An den Wänden hängen Ackergeräte und Landkarten vom Verlag Haack Gotha aus dem Schulunterricht. Eingerichtet haben die Stube Mitglieder des Gemeindekulturvereins (GKV) Gerdshagen. „Vor allem Gottfried Spitzner trägt viel zusammen“, erzählt die Vereinsvorsitzende Heike Zellmer. „Hier kann die Dorfbevölkerung in die eigene Vergangenheit eintauchen.“

Wer verfolgt, was der Verein seit seiner Gründung am 10. Oktober 2005 in der Gemeinde schon alles bewegt hat, mag kaum glauben, dass er nur zwölf Mitglieder hat. „Weniger ist manchmal mehr“, sagt Heike Zellmer. Vier Männer und acht Frauen gehören dem Verein an. Die sind aber sehr rege: „Wir treffen uns alle vier Wochen, weil wir uns viel zu sagen haben“, so die 53-Jährige.

Viele helfen einfach gern

Erklärtes Ziel des GKV ist es, das Dorfzentrum zu entwickeln. Der Verein liefere viele Ideen, die mit der Gemeindevertretung besprochen werden. Oft genug wird im Haushalt Geld für die Umsetzung eingeplant. Viel konnten die Gerdshagener auch mit Hilfe von Sponsoren umsetzen. „Wir helfen der Gemeinde, und die Gemeinde hilft uns“, erklärt sie. Wenn es ans Praktische geht, können sich die Vereinsmitglieder auf die Gerdshagener verlassen: „Viele wollen einfach gern helfen, ohne gleich Vereinsmitglied zu sein.“ Eine Idee ist, Infotafeln zur Geschichte des alten Gutsverwaltungshauses und zum Dorf aufzustellen.

Heike Zellmer an einem Flipboard, auf dem sich der Verein in anderen Gemeinden vorstellt

Heike Zellmer an einem Flipboard, auf dem sich der Verein in anderen Gemeinden vorstellt.

Quelle: Beate Vogel

2008 wurde die Heimatstube eröffnet. Dorfchronist und Vereinsmitglied Gottfried Spitzner widmet hier verschiedene Bereiche zum Beispiel dem einstigen Kreisbetrieb für Landtechnik KFL, der lange die Geschichte von Gerdshagen prägte, der Milchviehanlage, aber auch der Schule, Sportvereinen oder dem Gemeindeleben. Unzählige Zeitungsausschnitte hängen an den Wänden. Darin lässt sich die Dorfgeschichte verfolgen. „Jetzt hat er gerade ein altes Röhrenradio und eine alte Taschenuhr bekommen“, erzählt die Vereinsvorsitzende. Viele Dinge bekomme Spitzner von den Dorfbewohnern geschenkt. „Das ist wie ein Album zur Geschichte des Dorfes“, findet Heike Zellmer.

In den Jahren darauf hatte der Gemeindekulturverein sich für die Gestaltung des Parkgeländes eingesetzt. Die Fläche wurde gerodet und begradigt. Heute ist der Park mit dem alten Baumbestand und dem neuen Kinderspielplatz ein beliebter Treffpunkt. Demnächst will der Verein die 2013 sanierte Mehrzweckhalle mit Flyern bewerben.

Riesige Entrümpelungsaktion im Backhaus

Vor einigen Jahren haben die Vereinsmitglieder das alte Backhaus für sich entdeckt. Sie ließen den Ofen reparieren und stellten Tische und Bänke auf. Der Raum mit den rohen Feldsteinwänden ist liebevoll dekoriert mit alten Küchengerätschaften und Wäsche, die unter den Dachbalken an der Leine hängt. „Das Backhaus gehört der Gemeinde, und wir bringen Leben herein.“ Immer wieder gibt es Veranstaltungen, bei den frisches Brot und Kuchen aus dem Backofen weggehen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Bei Feiern können die Besucher drinnen und draußen sitzen. Im Frühjahr gab es im Gebäude eine“riesige Entrümpelungsaktion“. Der Plan: Die Fläche für die Sitzgelegenheiten soll vergrößert werden, indem weitere Räume genutzt werden. Auch eine Küche könnte das Backhaus bekommen – und vielleicht irgendwann Toiletten. „Wasser liegt ja an“, sagt die GKV-Vorsitzende. Derzeit nutzen Besucher die Sanitäreinrichtungen im Gemeindehaus.

Der Verein sieht sich laut Zellmer auch als kulturelles Organ der Gemeinde. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt. Für August ist ein Backofenfest geplant, im November soll eine Buchlesung stattfinden. Immer im Herbst feiern die Gerdshagener ihr Drachenfest.

„Wir haben uns zum Erfahrungsaustausch mit den Halenbeckern getroffen“ erzählt Zellmer. So entstand mit dem Sport- und Kulturverein Halenbeck ein gemeinsamer Veranstaltungskalender. Auch die heutige Radtour, die um 13 Uhr am Gemeindehaus startet, führt über Rapshagen vorbei am Sadenbecker Stausee nach Rohlsdorf und Brügge und wieder zurück. „Wir wollen die Menschen zusammenbringen“, sagt die Vereinschefin.

Von Beate Vogel

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