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Gemeinschaftshaus kann gebaut werden

Grabow/ Brügge Gemeinschaftshaus kann gebaut werden

Dem Bau des multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses in Grabow steht nun nichts mehr im Weg: Die Gemeinde Kümmernitztal bekam überraschend 94 000 Euro Fördermittel bewilligt. Dafür hatten die Grabower gemeinsam mit dem Amt Meyenburg viele Jahre lang gekämpft – und zuletzt sogar Klage eingereicht.

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Michael Malcherzyk (l.), Anja Grothe und Amtsdirektor Matthias Habermann an der Feuerwehrgarage.

Quelle: Beate Vogel

Grabow/Brügge. Recht überrascht zeigten sich Kümmernitztals Bürgermeister Steffen Sadowski, Anja Grothe vom Ortsbeirat Grabow und Michael Malcherzyk, Wehrführer der Grabower Feuerwehr, als jetzt der Fördermittelbescheid für den Bau eines Multifunktionshauses kam. Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde hatte ihn am Donnerstag in Brügge übergeben. Das mit rund 150 000 Euro veranschlagte Projekt wird nun mit genau 94 444,56 Euro über das Leader-Programm gefördert (die MAZ berichtete).

Grabow hat zwar gerade mal 90 Einwohner, doch diese führen ein sehr aktives Dorfleben. „Vereine haben wir zwar nicht“, sagt Ortsbeirätin Anja Grothe, „aber die Senioren sind sehr aktiv.“ Die Dorfgemeinschaft habe sich in den vergangenen Jahren sehr verjüngt, es seien viele Leute zugezogen und hätten Kinder mitgebracht oder bekommen. Momentan gibt es in Grabow keinerlei Möglichkeit, sich zu treffen – außer in privaten Räumen. Die winzige Feuerwehrgarage fasst gerade mal das Einsatzfahrzeug und die Einsatzkleidung. Die recht aktiven Senioren müssen sich im Nachbardorf treffen. Da die Kirche marode ist, hat auch die Kirchengemeinde keinen Raum. Die Feuerwehrkameraden treffen sich für ihre Beratungen ebenfalls meist in Privaträumen.

Erster Fördergeldantrag schon kurz nach der Wende

Geplant ist nun, für rund 150 000 Euro Gesamtkosten ein Gebäude mit einem Versammlungsraum von etwa 30 Quadratmetern Grundfläche für alle möglichen Aktivitäten zu errichten, „Es soll auch einen Küchenbereich und zwei Toiletten bekommen“, erklärte Sabine Roth vom Bauamt in der Meyenburger Amtsverwaltung. Letztere werden barrierefrei angelegt. Separat werde es einen Umkleideraum für die Feuerwehrleute geben, der aber nicht gefördert wird. „Das macht etwa 15 Prozent der Gesamtkosten aus.“ Das Gebäude soll direkt neben der Feuerwehrgarage in der Dorfmitte gebaut werden.

Bis dahin war es ein langer Weg. Schon seit Jahren kämpft das Dorf um einen öffentlichen Raum, in dem sich die Leute treffen können – und sei es nur für die Gemeindevertretersitzung. Gleich nach der Wende hatten die Grabower ihren ersten Antrag auf Fördermittel gestellt. 2007 folgte ein zweiter, 2008 ein dritter – über das EU-Förderprogramm Leader. Dieser war 2009 abgelehnt worden, weil das Geld im Fördertopf alle war. 2014 wagte die Gemeinde mit Unterstützung der Amtsverwaltung Meyenburg erneut einen Anlauf, da das Land eine Feuerwehr-Offensive gestartet hatte. Damals sollten über die Leader-Förderung besonders Feuerwehren und Multifunktionshäuser gefördert werden, genauer: „investive multifunktionale Projekte von Feuerwehrvereinen oder Kommunen zur Unterstützung der Dorfgemeinschaft“.

Noch im März fielen die Grabower durch

Besser hätte es nicht passen können. Dann allerdings änderte das Land die Fördermodalitäten – mitten in der Förderperiode, die noch bis 2020 reicht. Die Lokale Aktionsgruppe Storchenland, die nun eine Vorauswahl der zu fördernden Projekte treffen muss, wendete ab Sommer 2015 das neue Verfahren an. Im ersten Projektauswahlverfahren im März 2016 fielen die Grabower durch. Das Amt reichte wegen der geänderten Richtlinien Klage gegen das Land ein. Die kann nun wohl zurückgezogen werden: Im zweiten Ordnungstermin im Juni waren die Grabower mit der Errichtung ihres Dorfgemeinschaftshauses unter den 35 Projekten, für die Fördermittel beantragt werden dürfen. Nun kam überraschend der Bescheid.

Von Beate Vogel

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