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Wie die Leberwurst ins Glas kommt

Bad Wilsnack Wie die Leberwurst ins Glas kommt

Brettspiele mögen Kinder von heute genauso wie vor 50 Jahren. Doch zwischen den Welten der Mädchen und Jungen von damals und heute gibt es deutliche Unterschiede. Was genau, das fanden jetzt Schüler der Elbtalgrundschule in Bad Wilsnack heraus. Sie machten interessante Entdeckungen.

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Projekt "Alt und Jung" an der Elbtal-Grundschule Bad Wilsnack. Nach dem Programm spielten die Kinder mit ihren Großeltern.

Quelle: Andreas König

Bad Wilsnack. Von wegen, es gibt kaum noch Zusammenhalt zwischen den Generationen. An der Elbtalgrundschule in Bad Wilsnack ist gerade ein Projekt zu Ende gegangen, das aufs Schönste das Gegenteil beweist. Unter dem Motto „Alt und Jung – Generationen treffen sich“ befassten sich die Schüler der Klasse 3b mit dem, was ihre Großeltern und deren Generation(en) beschäftigt, was sie erlebt haben, was sie können und wissen.

Zunächst haben die Kinder vier Wochen lang fachübergreifend verschiedene Aspekte des Themas behandelt. Das ging schon los mit dem „Benimm-Lied“, das jeden Tag gesungen wird und den Kindern nahelegt, wie wichtig gegenseitiger Respekt, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft sind.

Ins Innere eines Röhrenfernsehers geblickt

Im Deutschunterricht behandelten sie das Buch „Abschied von Oma“ von Ursula Muhr. „Darin wird in sehr anrührender Weise beschrieben, welch ein inniges Verhältnis zwischen Oma und Enkel besteht, und das auch dieses Leben einmal zu Ende geht. Vor allem das Kapitel, in dem Oma „sanft in die Wolken gleitet“, habe alle sehr berührt. Jedes Kind fertigte eine Mappe mit eigenen Gedanken zum Buch an.

Doch auch dem Können der Älteren wurde breiter Raum gewidmet. Einige Kinder besuchten den Pillendreher (Apotheker), und schauten ihm über die Schulter, andere den Schuster oder den Elektriker. „Wir durften zuerst einen alten Röhrenfernseher auseinanderbauen und ein bisschen löten und danach war ein moderner Flachbildfernseher dran“, berichtet Schulsozialarbeiterin Ramona Winter, die das Projekt begleitete.

30 Gläser mit Leerwurst gefüllt

Konditormeister Meuser backte mit den Jungen und Mädchen Kuchen und Plätzchen, und bei Fleischer Ronald Illner konnten die Kinder Leberwurst nach traditionellem Rezept herstellen. „Wir waren in der Küche, haben geholfen, die Zutaten dazuzugeben und haben die Wurstmasse dann zwei Stunden lang im Ofen gebacken“, berichtet Ramona Winter. Die 30 Gläser voll Leberwurst, die dabei gefüllt wurden, sind mittlerweile fast aufgebraucht und haben „allen sehr gut geschmeckt“, wie Cordula Preuß berichtet.

„Wir haben wirklich viele interessante Dinge erfahren“, sagt Klassenlehrerin Cordula Preuß. Die Kinder haben die Bewohner des Awo-Seniorenheims besucht, mit ihnen gespielt und gelesen, sie durften Schwester Ellen Kokolski von der Diakonie bei der Altenpflege zusehen und helfen und vieles mehr.

Tagesaufgaben im Koffer verborgen

Es ist das mittlerweile fünfte Mal, dass dieses Oma-Opa-Projekt an der Bad Wilsnacker Elbtalgrundschule läuft. „Wir bereiten es auch zunehmend professioneller vor“, schätzt Ramona Winter ein. Am Morgen jedes Projekttages wurde ein Koffer geöffnet, in dem sich die Tagesaufgabe auf einer Papierrolle befand. Nach ihren Besuchen bei den älteren Menschen kamen die Schüler zur Schule zurück und stellten den jeweils anderen Gruppen kurz vor, was sei erlebt und erfahren hatten.

Höhepunkt war der Vormittag, an dem die Kinder ihr Programm vorführen konnten. Alle Fächer waren vertreten, es gab Lieder, englische Sketche, Vorträge und eine Ausstellung mit Alltagsgegenständen der Großelterngeneration. Darin befanden sich Spielzeug und Haushaltsgegenstände, aber auch Dinge, die heute exotisch sind, wie eine NVA-Gasmaske. „Das Alter der Großeltern ist sehr unterschiedlich“, sagte Cordula Preuß. „Einige sind schon 80 Jahre alt, andere jünger und noch berufstätig. Aber das macht die Mischung umso interessanter.“

Eine Kerze für die Großeltern

Nach dem Programm saßen die Kinder bei ihren Großeltern, spielten mit ihnen Gesellschaftsspiele und genossen das Beisammensein. Jedes Kind hatte eine Kerze gemacht und seinen Großeltern überreicht. Am Freitag, dem Tag der Zeugnisausgabe, stellten die Schüler der 3b die Ergebnisse ihrer Arbeit den Mitschülern vor. Aus den Reihen der fünften Klassen, die vor drei Jahren ebenfalls ein Alt-und-Jung-Projekt absolviert hatten, kamen nostalgisch angehauchte Kommentare. „Ach ja, wisst ihr noch, das Oma-Opa-Projekt? Das waren noch Zeiten.“ So ist es, wenn man älter wird.

Von Andreas König

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