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Prignitz Geradeaus statt enge Kurven
Lokales Prignitz Geradeaus statt enge Kurven
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11:03 22.10.2013
Anlieferung der Betonröhren für die Regenentwässerung in der Panke. Quelle: Bihler
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Groß Pankow

"Natürlich hätten wir lieber eine richtige Ortsumgehung gehabt", sagt Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski, "denn auch in Zukunft wird die B 189 das Dorf teilen und manche Häuser stehen ja schon sehr nah an der Straße." Dennoch freut er sich, dass im kommenden Jahr mit dem Baubeginn fürs letzte Nadelöhr der B 189 zwischen Perleberg und Pritzwalk zu rechnen ist, auch, wenn Groß Pankow vor allem "nur" eine neue Ortsdurchfahrt bekommt: "Das ganze Verfahren ist ja jetzt vergleichsweise schnell gegangen."

Das Planfeststellungsverfahren ‒ Voraussetzung für jeden Straßenbau ‒ ist in den letzten Zügen: Letzte Unstimmigkeiten gibt es aus Naturschutzgründen, denn für die neue Ortsdurchfahrt wird Groß Pankow gleich zwei neue Brücken über die Panke bekommen, wo heute lediglich ein Durchlass ist ‒ deshalb wird noch über Schutzmaßnahmen für den Fischotter diskutiert.

Die Panke wird zudem ‒ so sieht es die aktuelle Planung vor ‒ auf einem kleinen Teilstück wegen des Straßenbaus in ein neues Bett umgeleitet werden. "Das wird ein offener Bachlauf bleiben", sagt der Bauamtsleiter.

Zwar wird über den naturschützerischen Aspekt im Planfeststellungsverfahren noch diskutiert. Gleichzeitig laufen aber bereits bauvorbereitende Maßnahmen: Die Archäologen sind bereits mit neun Grabungsteilnehmern stark vertreten und haben schon zahlreiche Spuren einer bronzezeitlichen Siedlung gefunden (siehe Beitrag unten). Zudem wird bereits über das angrenzende und abgeerntete Feld eine Entwässerungsleitung gebaut, die später nicht nur Wasser aus der Ortslage nördlich der Bundesstraße, sondern auch von dieser selbst aufnehmen und in die Panke ableiten wird.

Beginn des Neubauvorhabens ist in derKurve, in der die neue B189 aus Richtung Perleberg in den schmalen Straßenabschnitt mündet, der anschließend durchs Dorf führt. Die B189 führt dann auf geradem Weg ans Dorf heran, dann auf ihrem heutigen Verlauf durch Groß Pankow hindurch, bevor sie ‒ ebenfalls auf geradem Wege ‒ auf das bereits fertiggestellte Stück der B189 mündet, das nach Kuhbier führt. Die heute noch vorhandene Kurvenstrecke bleibt bestehen, damit der landwirtschaftliche Verkehr die alte Bundesstraße erreichen kann.

Sowohl am westlichen als auch am östlichen Ortseingang werden Querungshilfen durch Verkehrsinseln entstehen, damit in erster Linie auch die Radfahrer ungefährdet die Straße überqueren können.

Im Ort selbst wird die B189 zwar ihren heutigen Verlauf beibehalten, aber deutlich verbreitert werden. 3,50 Meter sind künftig pro Fahrspur vorgesehen. Hinzu kommen Entwässerung und ‒ zumindest östlich des Knotenpunktes der beiden Groß Pankower Ortsdurchfahrten südlich der Bundesstraße und in Richtung Wolfshagen ‒ jeweils ein Fuß- und Radweg. "Es werden fast alle Bäume fallen", sagt Lugowski und verweist auf die gelben Kreuze auf dem Plan, die die Bäume markieren, die dem Straßenbau weichen müssen. Neupflanzungen sind jedoch geplant.

Der Knotenpunkt zu den Ortsdurchfahrten wird zudem noch mehr verbreitert: Beide Fahrspuren der Bundesstraße werden künftig mit einer Linksabbiegerspur in Richtung der beiden Teile der Ortslage ausgestattet, so dass zumindest der Linksabbiegerverkehr die Fahrzeuge auf der Bundesstraße nicht mehr zum Stoppen bringt.

Warten muss der fließende Verkehr auf der B 189 dennoch ‒ dann nämlich, wenn ein Bus im Ort halten muss. Die beiden Bushaltestellen werden laut derzeitiger Planung zwar separat angelegt, erhalten aber keine regulären Aussteigebuchten, so dass die Busse auf der Straße stoppen.

Mit dem Neubau der Straße ‒ insbesondere der Pankebrücken und der Umverlegung des Baches ‒ wird in Groß Pankow und auf der Bundesstraße ein weiteres Problem entschärft: Bei Hochwasser hatte sich bisher das Wasser immer auf dem tiefsten Teilstück gestaut. Dieses Problem soll mit den Neubauten nun der Vergangenheit angehören.

Groß Pankow muss sich an den Baukosten beteiligen ‒ zumindest was den Rad- und Gehweg und dessen Beleuchtung betrifft.

Die innerörtliche Baumaßnahme kostet rund 800.000 Euro, davon tragen der Bund 650.000, die Gemeinde 128000 Euro und das Land 65.000 Euro. Die außerörtlichen Bauten (und damit auch die Pankebrücken sind in dieser Summe nicht enthalten.

Bauamtsleiter Halldor Lugowski rechnet mit dem Baubeginn für das kommende Jahr. "Und ich denke, dass der Bau bis 2015 dann abgeschlossen sein wird."
Von Claudia Bihler

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