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Gerhardt Schmidt spricht in Pritzwalk

Redenschreiben für Promis Gerhardt Schmidt spricht in Pritzwalk

Wer reden hält, muss das, was er sagt auch leben – und davon überzeugt sein. Das ist die Auffassung von Gerhardt Schmidt, Journalist und Kommunikationscoach für Promis. Er ist am Freitag zu Gast beim IHK-Sommergespräch in Pritzwalk.

Pritzwalk . Er war der Pressesprecher der CDU-Landtagsfraktion unter Kurt Biedenkopf in Nordrhein-Westfalen, Studioleiter des RIAS-TV in Bonn, später der Auslandschef des Fernsehkanals der Deutschen Welle, ebenfalls in Bonn. Familiär bedingt ist er als Schauspieler und Regisseur im Amateurtheater aktiv und das Buch für ein Krimidinner hat er auch schon geschrieben. Gerhardt Schmidt ist sozusagen mit allen medialen Wassern gewaschen: „Ich war 35 Jahre Journalist in allen Medien“, resümiert er seine erste Karriere.

Dass er nun in seiner zweiten Karriere Politprominenz und solche Leute, die erst noch dazu gehören möchten, als Coach auf ihrem Weg begleitet, ist in gewisser Hinsicht nur folgerichtig. Am Freitag ist er Gast beim IHK-Sommergespräch des Regionalcenters in Pritz­walk: „Ein hochkarätiger Gast“, verspricht dessen Leiterin Marion Talkowski.

So recht rausrücken mit der Sprache, welche Promis er schon gecoacht hat, will Schmidt nicht. „Da wird ja regelmäßig strengstes Stillschweigen vereinbart“, meint er: „Ich muss das sogar in meinen Verträgen unterschreiben, dass ich nichts an die Öffentlichkeit dringen lasse.“ Denn in der Regel hätten die Leute Probleme damit, wenn irgendwo bekannt werden würde, dass sie einen Mediencoach haben.

Aber weiß das nicht sowieso jeder, dass sich hochrangige Politiker für Fernsehauftritte und Zeitungsinterviews coachen lassen? Schmidt lacht – und schweigt. „Aber ich kann zumindest sagen, dass viele meiner Klienten irgendwann in den Bundestag gewählt wurden. Oder zu Präsidenten großer Verbände.“

Mit allen medialen Wassern gewaschen

Gerhardt Schmidt ist seit 35 Jahren Journalist bei Zeitungen, Magazinen, bei Radio und Fernsehen, hinzu kommen Tätigkeiten bei Pressestellen.

Unter anderem hat er 16 Jahre als Hörfunk- und Fernsehmoderator für den WDR, für RIAS TV und Deutsche Welle TV gearbeitet, darunter hat er 11 Jahre die Studios von RIAS TV und Deutsche Welle TV in Bonn als Chefkorrespondent geführt.

Seine Erfahrung begründet sich auch auf der Fernsehberichterstattung aus mehr als 20 Ländern in Europa, Afrika, Asien und Amerika.

Seine Schwerpunkte liegen auf Themen aus Wirtschaft, Industrie, Mittelstand und Politik.

Nebenberuflich arbeitet er bereits ebenfalls 35 Jahre als Trainer und Dozent für Institute und Akademien in den Bereichen Medienpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Rhetorik und Kommunalpolitik, 16 Jahre davon im Rahmen von Lehraufträgen an Universitäten und Fachhochschulen.

Sein Beratungsunternehmen hat er 1999 gegründet.

Nur ums Redenschreiben gehe es bei seinem Job auf keinen Fall meint er. „Ablesen kann jeder“, spöttelt er. Wenn er mitunter Redner beobachte, wenn sie ihre Rede vom Papier ablesen, dann habe er öfter Zweifel, dass sie überhaupt wissen, was sie lesen: „Oder auch dahinter stehen.“ Wie und ob jemand bei seinem Zuhörer ankomme, sei nicht nur davon abhängig, was gesagt werde. „Vielmehr müssen die Redner deutlich machen, dass sie hinter dem Gesagten auch stehen. „Der Zuhörer muss einfach merken, dass sie das Gesagte für sich selbst auch leben und verwirklicht haben. Und es sind die Ausdrucksweise, die Mimik, die Gestik, nicht nur die Worte.“ Das verlange in seiner Arbeit auch eine intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Person. Bekleidungsempfehlungen gebe er zwar, aber eine richtige Stilberatung sei nicht seine Sache: „Das beschränkt sich bei meinem Training mehr auf einen Satz. Denn schließlich ist klar, dass man nicht im gepunkteten Anzug ins Fernsehen geht.“

Trotz allem könne es immer noch passieren, dass sich Klienten auch nach intensivstem Training vor laufender Kamera an nichts mehr erinnern, was sie vorher trainiert hätten: „Das liegt dann meistens daran, dass sie wegen ihrer Aufregung plötzlich alles vergessen haben.“ Gerhardt Schmidt hat einige solche Fälle erlebt. Aber Brandenburger seien nicht dabei gewesen, betont er.

Und dann fällt ihm stattdessen doch noch ein Brandenburger ein, über den er reden kann, der heutige Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler. „Ein begnadeter Redner“, schwärmt Schmidt: „Man merkt, dass er jemand ist, der auch meint, was er sagt.“

Der IHK-Sommerempfang findet bei schönem Wetter im Innenhof des Hauses der Wirtschaft auf dem ehemaligen Pritzwalker Brauereigelände in der Meyenburger Straße 5 statt. Beginn ist um 16 Uhr am Freitag, 3. Juni.

Eingeladen sind nicht nur die Unternehmen der IHK Prignitz, sondern auch diverse Gäste aus der Politik, Verwaltung und anderen Verbänden. Angekündigt hat sich auch die Spitze der Industrie- und Handelskammer Potsdam: Sowohl die neue IHK-Präsidentin Beate Fernengel wie auch Hauptgeschäftsführer Mario Tobias werden an diesem Tag in Pritzwalk mit dabei sein.

Von Claudia Bihler

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