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Prignitz Damwild nur 300 Meter vom Dorf entfernt gerissen
Lokales Prignitz Damwild nur 300 Meter vom Dorf entfernt gerissen
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00:20 15.07.2018
Ein grausames Bild: 14 der 19 Tiere von Michael Ryll aus Sigrön fielen dem vermeintlichen Wolf zum Opfer. Quelle: privat
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Sigrön

Ein Vorfall aus der vergangenen Woche und die Berichterstattung darüber fanden fast erwartbar ein sehr unterschiedliches Echo: In der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche starben 14 von 19 Nutztieren, nur 300 Meter von der Ortschaft Sigrön entfernt. Ein schreckliches Bild bot sich dem Hobby-Tierhalter Michael Ryll, wie weitere Bilder vom Geschehen belegen.

Dieser Zaun hielt den Räuber nicht davon ab, aus Areal vorzudringen. Quelle: privat

Vermutlich ein Wolf tobten sich auf seinem 200 Hektar großen Areal aus. Dabei war ein Damwildgitter kein Hindernis. Alle Altersklassen der Tiere sind betroffen. Auf einer Fläche von gut 2,5 Hektar fand der Besitzer die Kadaver verteilt vor. Und: Am Folgetag bediente sich offenbar erneut ein Raubtier auf dem Gelände.

Diskussion um Wölfe ist kontrovers

Für Werner Sperling vom Jagdverband Pritzwalk ist dies nur ein weiterer Beleg dafür, dass man eine weitere Ausbreitung des Wolfs nicht wünschen kann. Mit dieser Haltung steht er nicht allein, wie jüngst der MAZ-Talk zum Thema Wolf zeigte. Es gibt aber auch ganz andere Reaktionen.

So erreichte die Redaktion die Mail von Ingo Ludwig. Der Diplom-Biologe sieht in solchen Fällen oft Meinungsmache am Werk. Über den Wolf würden viele Falschmeldungen verbreitet – „meistens sind es haltlose Anschuldigungen, die Täter sind wildernde Hunde oder aus Gefangenschaft entwichene „Hauswölfe“ und keine wilden Wölfe“, schreibt er.

Landesweite Risshotline ist 24 Stunden geschaltet

Ob es sich um einen Wolfsriss handelt oder nicht, muss bewiesen werden. Dafür gibt es ein ordentliches Verfahren. „Stellt ein Tierhalter einen vermutlichen Übergriff durch den Wolf fest, so muss er diesen unverzüglich innerhalb von 24 Stunden über die landesweite Risshotline melden“, informiert Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg.

Er rät auch, dass der Fundort und die Lage der toten Tiere sowie der Ort des Geschehens unverändert bleiben sollten, da sonst womöglich wichtige Spuren vernichtet werden und in Folge dessen keine Begutachtung mehr möglich ist.

Rissgutachter hat alles untersucht

Michael Ryll machte alles richtig. Er zog sofort den vom Landesamt für Umwelt beauftragten Rissgutachter hinzu. „Er hat alles untersucht. Ergebnisse stehen aber noch aus“, so Ryll. Dazu zähle auch eine DNA-Untersuchung. Die Ergebnisse kommen anschließend zum Landesamt für Umwelt.

Die Meldung über derartige Vorfälle erfolgt über die landesweite Risshotline unter 0172/5 64 17 00, die auch an Feiertagen und Wochenenden ständig geschaltet ist. Weitere Informationen dazu bietet die Internetseite des Landesamt für Umwelt, wo alle Informationen auch zur besagten Vorabfrage zu finden sind.

Hobbytierhalter haben keinen Anspruch auf Entschädigung

Nach den Untersuchungen vor Ort prüfe das Landesamt für Umwelt die vorliegenden Fakten. Dazu zählt unter anderem das Rissgutachten und die Einhaltung der Mindeststandards im Herdenschutz zum Zeitpunkt des Vorfalls. Unter Umständen wird auch das Landeslabor Berlin-Brandenburg zur Auswertung von Genproben beteiligt.

„Wir setzten uns mit dem Tierhalter in Verbindung“, so Frey. Sofern der Vorfall einen angemeldeten Tierbestand betreffe, die Mindeststandards im Herdenschutz eingehalten worden sind und die Meldung des Vorfalls fristgerecht erfolgt ist, könne der Tierhalter einen Antrag auf Schadensausgleich beim Land Brandenburg stellen.

Anders sieht das aber bei dem Fall von Michael Ryll aus. Er ist kein Landwirt, sondern Hobby-Tierhalter. Das stellt eine völlig andere Sachlage dar, ist sich Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands, sicher. Einen Tag vor dem Vorfall in Sigrön hatte die MAZ in ihrem Forum in Buchholz Experten und Betroffene zum Thema befragt. Hobbytierhalter dürften laut Stettin nicht einmal einen Antrag auf Entschädigung stellen.

Von Marcus J. Pfeiffer und Bernd Atzenroth

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