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Geschichtsfreunde blicken auf 30 Jahre zurück

Pritzwalk Geschichtsfreunde blicken auf 30 Jahre zurück

Seit drei Jahrzehnten erforschet die Pritzwalker Gesellschaft für Heimatgeschichte die Historie der Dömnitzstadt und der Prignitz. Das Jubiläum wurde am Sonnabend gebührend gefeiert. Erfreulicherweise wächst die Mitgliederzahl. Mit dem bevorstehenden Umzug ins neue Museum kommen auch neu Aufgaben auf die Geschichtsfreunde zu.

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Schüler des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums Pritzwalk stellten die Geschichte der Gesellschaft für Heimatgeschichte dar.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Drei Jahrzehnte, zwei Systeme und noch immer unter derselben Leitung: Das nennt man wohl Kontinuität. Die Pritzwallker Gesellschaft für Heimatgeschichte konnte am Sonnabend auf eine ebenso bewegte wie erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Bürgermeister Wolfgang Brockmann dankte den Heimatfreunden und Hobbyhistorikern für die vielen Einblicke in „unsere Geschichte“.“Sie haben vergessene Schätze entdeckt“, lobte das Stadtoberhaupt, „und Sie sind mit Ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen.“ Die Mitglieder der Gesellschaft hätten sich abseits großer Schlachten und weltpolitisch bedeutsamer Ereignisse verdient darum gemacht, die Geschichte der sogenannten kleinen Leute zu ergründen und damit den Menschen der Region gezeigt „wo ihre Wurzeln liegen“.

Vorstand leicht verjüngt

Die Mitgliederversammlung der Pritz­walker Gesellschaft für Heimatgeschichte wählte einen neuen Vorstand. Alter und neuer Vorsitzender ist Wolfgang Simon, seine Stellvertreterin Christine Harney. Schatzmeisterin ist Evelin Schnürle, Schriftführerin Elisabeth Isenberg (sie folgt auf Frank ­ Boehme). Beisitzer sind Elke Grämer (sie hält die Verbindung zum Gymnasium), Hilmar Jähnert als Chronist und der neue Museumsleiter Lars Schladitz, der die Verbindung zum Museum hält.

Ausgezeichnet wurden Wolfgang Simon, Christine Harney, Hilmar Jähnert, Frank Boehme und Evelin Schnürle.

60 Mitglieder zählt die Pritzwalker ­Gesellschaft für Heimatgeschichte, neun weitere Mitglieder wurden aufgenommen werden konnten.

Ein neuer überarbeiteter Vertrag zur Betreibung des Museums soll geschlossen werden. Unter dem Dach des neuen Gebäudes werden auch andere Vereine tätig sein. Die Gesellschaft für Heimatgeschichte will die Verantwortung übernehmen. akö

Gymnasiasten stellten Geschichte auf der Bühne dar

Im fast vollen Saal der Kreismusikschule hatten sich viele Wegbegleiter der vergangene Jahre eingefunden, um den Heimatfreunden ihre Verbundenheit auszudrücken. Den Mitgliedern der Gesellschaft war es stets ein Anliegen, das Bewusstsein auch der jungen Generation an der Heimatgeschichte zu wecken. Schon in den Anfangsjahren wurden immer wieder Schüler des Gymnasiums in die Projekte einbezogen. Es war daher nur folgerichtig, dass die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Darstellendes Spiel des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums das Festprogramm gleich mit zwei Auftritten bereicherten. Zunächst zeigten Lara Garbe, Nele Stärke, Elisabeth Winterstein, Johannes Braun, Marten Neumann und Franziska Schubert die berühmte Ofenszene aus dem Leben des Raubritters Heine Klemens. Die Gewissensnot Maries, der Geliebten des Unholds, versuchten die Pritzwalker Ratsherren mit einer List zu lindern. Sie zwangen die Magd, einem Ofen das Geheimnis von Klemens’Aufenthalt anzuvertrauen,wobei sich darin der Narr Fliegenbein versteckte und das Geheminis ausplauderte.

30 Jahre im Voraus geplant

Auch die bewegte Geschichte der Gesellschaft für Heimatgeschichte selbst brachten Schüler des Gymnasiums auf die Bühne. Um an die wichtigsten Ereignisse zu erinnern, griffen die Schüler der 12. Klasse zu dem Trick, die Vereinsaktivitäten in der Gründungsversammlung gleich für die nächsten 30 Jahre im Voraus zu planen. Eva Reiter, Lisa Malicki, Theresia Mewes, Pauline Bieri, Niklas Frymark, Laureen Müller, Lara Garbe und nicht zuletzt der Leiter der AG, Peter Sturm erinnerten an die verschiedenen Standorte des Museums, an Exkursionen und Heimathefte und auch an den Verlust, den Verein und Museum mit dem Tod von Museumsleiter Rolf Rehberg im Jahr 2013 erlitten. Aber auch Katja Rosenbaum, die das Museum bis ins Frühjahr dieses Jahres leitete und ihr Nachfolger Lars Schladitz (dargestellt von ihm selbst) kamen in dem kurzen Stück vor.

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Gegründet noch zu DDR-Zeiten, erforschen die Mitglieder Pritzwalker Gesellschaft für Heimatgeschichte seit drei Jahrzehnten die Wurzeln der Stadt- uns Regionalgeschichte der Dömnitzstadt uns der Prignitz. Das Wirken der Hobbyhistoriker schlug sich unter anderem in bislang 16 Ausgaben der Pritzwalker Heimatblätter nieder und in dem Buch Illustrierte Geschichte Pritzwalks.

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Illustrierte Geschichte in neuer Auflage

Einen Blick in die Zukunft wagte der neue Museumsleiter Lars Schladitz, als er die Pläne für das neue Museum in den Räumen der Tuchfabrik vorstellte. Ab Mitte kommenden Jahres werde mit dem Umzug begonnen. Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft, stellte die aktuellen Projekte vor. So ist eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Illustrierten Geschichte Pritzwalks in Vorbereitung. Voraussichtlich am 17. oder 18. Dezember werde das mittlerweile vergriffene Buch neu aufgelegt. Auch die Pritzwalker Heimatblätter sollen weiter erscheinen. Bei dieser Gelegenheit wies Wolfgang Simon darauf hin, dass die in Wittenberge erschienene Heimatheftreihe „Prignitzer Heimat“ eingestellt worden sei, die Pritzwalker Heimatfreunde aber überlegen, wie künftig mit den Wittenbergern zusammengearbeitet werden könnte. Erfreut zeigte sich der alte und neue Vorsitzende (siehe Infokasten) über den Mitgliederzuwachs: Neun neue Mitstreiter wurden aufgenommen.

Von Andreas König

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