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Prignitz Geschichtsunterricht im Museum
Lokales Prignitz Geschichtsunterricht im Museum
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02:15 30.01.2016
Mit Eifer erproben sich Schüler beim Museumstag in Pritzwalk in alter Handwerkstechnik. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Wie kommen Museen zu ihrer nächsten Besuchergeneration? Diese Frage wurde unlängst im Förderkreis Prignitzer Museen aufgeworfen.

Für Vorstandsmitglied Hannelore Franek sind Museen ideale Lernorte für Schüler. Doch wie die Geschichtslehrerin im Ruhestand berichtete, haben viele Schüler noch nie ein Museum von innen gesehen. Die Pädagogin spricht aus Erfahrung. Am Oberstufenzentrum in Wittenberge unterrichtete sie Geschichte in der Abiturstufe. „In der 11. Klasse hatten weniger als die Hälfte der Schüler schon einmal ein Museum besucht. Manchmal war es sogar nur ein Viertel der Klasse.“

Hannelore Franek wirbt für Unterricht im Museum. Quelle: Michael Beeskow

Interesse an Geschichte zu wecken, Geschichtskenntnisse zu vermitteln, wird für Schulen in den nächsten Jahren wohl noch schwieriger als bislang. Denn wieder einmal steht der Unterricht an Brandenburger Schulen vor einem Umbruch. Im Schuljahr 2017/2018 werden neue Lehrpläne eingeführt. Das Fach Geschichte sollte ganz verschwinden, wogegen der Verband der Geschichtslehrer, Hannelore Franek gehörte bis vor kurzem dem Vorstand an, lief dagegen Sturm. „Einiges konnte so verhindert werden“, erklärt sie. Das Fach Geschichte bleibt für die Klassen 7 bis 10 erhalten. Für Schüler in den Klassen 5 und 6 wird das Gesichtsfach abgeschafft. Es geht zusammen mit Politischer Bildung und Geografie im neuen Fach Gesellschaftswissenschaft auf. „Ob in diesen beiden Schuljahren Geschichtswissen vermittelt wird, hängt vom Fachlehrerbesatz ab“, erklärt Hannelore Franek. „Es ist nicht mehr festgelegt, welche Kenntnisse vermittelt werden.“ Die Entscheidung liegt nun bei der Schulleitung und der Fachkonferenz an der Schule. Vieles hängt also davon ab, ob es an der Schule Geschichtslehrer gibt. Die Geschichtslehrerin fürchtet, dass die Wissenvermittlung unter den neuen Lehrplänen ohnehin leiden wird, da künftig die Vermittlung von Kompetenzen in den Vordergrund rückt. „Wie soll aber Deutung ohne ein entsprechendes Wissen funktionieren“, fragt Hannelore Franek.

Man muss nicht immer nach Berlin fahren

In ihren 11. Klassen hat Hannelore Franek erleben müssen, dass Schüler über wichtige Geschichtsereignisse noch nie etwas gehört hatten. Sie geht davon aus, dass dies in Zukunft noch häufiger der Fall sein wird.

Museen hält Hannelore Franek für ideale Lernorte. „Es bring jedoch nichts, Schüler dort mit einer Führung durchzuschleifen.“ Sie hat ihren Schülern immer konkrete Aufgaben gestellt, sie mussten im Deutschen Historischen Museum in Berlin etwa suchen, wo die Ursachen für den Ersten Weltkrieg beschrieben sind, der Verlauf des Krieges oder dessen Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte. In Gruppen, die sich selbst organisieren mussten, wurden Fotos und Materialien gesammelt, wobei Wikipedia als Quelle verboten war. Später haben die Schüler ihre Mappen beim Tag der offenen Tür ausgestellt. „Sie waren stolz auf ihre Arbeit“, berichtet Hannelore Franek. Desinteresse an Geschichte empfanden diese Schüler nicht. Projektarbeit in Museen ist aber immer auch mit viel Aufwand verbunden, den Lehrer kaum noch stemmen können. Der Förderkreis Prignitzer Museen will daher eine Stelle für einen Museumspädagogen schaffen. „Der kennt die Museen und kann passgenaue Angebote für die Schulen entwickeln“, erklärt Hannelore Franek.

„Man muss nicht immer nach Berlin fahren“, meint die Geschichtslehrerin. Die Prignitzer Museen bergen reiche Schätze. Stadt- und Industriegeschichte sind in den Stadtmuseen in Pritz­walk, Perleberg oder Wittenberge reichlich dargestellt. In Wittstock können sich Schüler mit dem 30-jährigen Krieg befassen, in der archäologischen Ausstellung in Perleberg mit der Bronzezeit. Das Modemuseum in Meyenburg eignet sich hervorragend auch für Kunstprojekte. „Wie haben sich Städte entwickelt, wie wurden sie regiert – da ist einiges machbar“, sagt Hannelore Franek. Schulen und Museen können viel mehr zusammenarbeiten als bisher. Schüler lernen die Geschichte ihrer Stadt, ihrer Region anschaulich kennen, und bekommen Lust einen weiteren Museumsbesuch vielleicht auch um ihren Eltern zu zeigen, was sie dort entdeckt haben.

„Geschichte ist ungeheuer wichtig“, erklärt Hannelore Franek. „Wer sich in der Geschichte nicht auskennt, der hat es schwer, heute Zusammenhänge zu durchschauen.“ Und wer sich mit seiner Region verbunden fühlt, der ist auch weniger bereit, sie zu verlassen.

Von Michael Beeskow

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