Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Geteilte Meinungen zur Windkraft-Ablehnung

Bendelin Geteilte Meinungen zur Windkraft-Ablehnung

Zwar haben die Gemeindevertreter von Plattenburg das geplante Windeignungs­gebiet Netzow–Söllenthin–Vehlow abgelehnt, doch entspreche das nicht dem Willen der Mehrheit. Das findet der Bendeliner Ortsbürgermeister Karsten Krüger. Er sieht wegen des Beschlusses die Mitsprachemöglichkeiten und mögliche Einnahmen in Gefahr.

Voriger Artikel
Straßen-Deich wächst in die Länge
Nächster Artikel
„Querfeldzwei“-Literaturfestival in vollem Gange

Schon jetzt von vielen Windkraftanlagen umgeben: Der Plattenburger Ortsteil Söllenthin

Quelle: Andreas König

Bendelin. Die Gemeinde Plattenburg lehnt das Windeignungsgebiet Netzow–Söllen­thin–Vehlin ab. So haben es die Gemeindevertreter mehrheitlich in ihrer Sitzung am 27. Juni beschlossen. Einer, der daran nicht beteiligt war – wegen Befangenheit – ist Karsten Krüger. Der parteilose Bendeliner Ortsvorsteher ist gleichzeitig Vorsitzender der Gemeindevertretung. Die Versammlungsleitung jener denkwürdigen Zusammenkunft hatte er seinem Stellvertreter Andreas Wilde übertragen und den Raum verlassen. „Ich wollte ruhig bleiben und wusste nicht, ob ich das kann, wenn ich im Raum bleibe“, sagt Karsten Krüger.

Entscheidung spiegelt Mehrheitsmeinung nicht wider

Seiner Ansicht nach spiegelt das Votum der Gemeindevertreter keineswegs die Mehrheitsmeinung der Einwohner in den betroffenen Orten wider. „Viele von den Windkraftgegnern, die sich in der Sitzung zu Wort gemeldet haben, wohnen nur am Wochenende in Söllenthin, Zichtow oder den andern Dörfern“, sagt Karsten Krüger, der im Hauptberuf die Geschicke der Agrargenossenschacht Bendelin leitet. Dem befürchteten Verlust an Lebensqualität stellt Karsten Krüger den Verlust an Mitspracherecht gegenüber, den die Gemeinde mit dem Beschluss riskiert.

Noch ist nichts entschieden

„Für mich ist mit der Ablehnung durch die Gemeinde noch lange nicht entschieden, dass wirklich kein Windeignungsgebiet ausgewiesen wird“, sagt der Landwirt. Mit einer Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz könnten die Betreiber von Windparks ihre Pläne an der Gemeinde vorbei verwirklichen. „Es gibt ja einen städtebaulichen Vertrag über die Erschließung des Windparks“, fügt er hinzu. „Die Gemeinde riskiert, dass sie vielleicht noch Vertragsstrafe zahlen muss.“

Einnahmen von 1,1 Millionen Euro stehen auf dem Spiel

Zudem würden den Vereinen der Gemeinde und der Kirche versprochene Einnahmen von rund 1,1 Millionen Euro entgehen. So viel wollten die Investoren in den 25 Jahren Laufzeit für die genannten Zwecke bereitstellen. Dass die Flächenbesitzer wie er und andere Landwirte ebenfalls Einnahmen aus der Windkraft verlieren, räumt er ein.

Von Andreas König

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg