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Prignitz Gigaliner-Test in Falkenhagen
Lokales Prignitz Gigaliner-Test in Falkenhagen
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00:18 22.02.2016
Bis zu 25.5 Meter lang: Gigaliner in Aktion. Bald könnten sie durch den Gewerbepark Prignitz in Falkenhagen fahren. Quelle: dpa
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Falkenhagen

Mehrmals pro Tag rollen Lastwagen von Falkenhagen nach Parchim. Geladen haben sie die Produkte der Firma Nordgetreide – Frühstücksflocken für Handelsunternehmen. In Mecklenburg-Vorpommern werden sie umgepackt und neu zusammengestellt – kommissioniert – so heißt das in der Fachsprache. „Unsere Spedition hat viel Volumen zu transportieren bei relativ geringer Masse“, sagt Aziz Bregieth, Werkleiter von Nordgetreide in Falkenhagen. Wenn mal also mit einer Fahrt mehr Frühstücksflocken transportieren könnte, das wäre etwas.

Land zögerte lange

Möglich würden solche Ziele mit Lang-Lkw, auch Long- oder gar Gigaliner genannt. Lange Jahre sperrte sich das Land Brandenburg gegen diese überlangen Fahrzeuge. Der Verschleiß der Straßen sei zu hoch, die Lenk- und Wenderadien seien zu gering und die Umweltbilanz der Giganten der Landstraße alles andere als positiv. So lauteten die Argumente bisher, doch inzwischen hat das Land seien Haltung geändert.

Einjähriger Feldversuch

Gute Nachricht für die Prignitz, vor allem für den Gewerbepark Falkenhagen. Das Bundesverkehrsministerium will die Lang-Lkw-Technik überprüfen. In einem einjährigen Feldversuch sollen Auswirkungen der neuen Technik, auf Infrastruktur, Ökobilanz und vieles mehr ermittelt werden. Das brandenburgische Ministerium für Landesplanung und In­frastruktur hat vier Strecken gemeldet, auf denen die Gigaliner verkehren können. Eine davon ist die A 24 bis zur Anschlussstelle Meyenburg/Falkenhagen und dort bis zur Zufahrt von Nordgetreide. Sobald das Bundesverkehrsministerium der Erweiterung des Streckennetzes für die Lang-Lkw in einer Verordnung regelt, kann ein einjähriger Probebetrieb beginnen.

„Das ist eine einmalige Chance für die Prignitz“, sagt Uwe Büttner , Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Prignitz. Denn damit würde Falkenhagen nicht nur in einer Liga mit den großen Güterverkehrszentren spielen, sondern hätte im wahrsten Sinne des Wortes eine Alleinstellungsmerkmal. „Man sollte die Möglichkeit nutzen und weitere Dienstleistungen anbieten“, sagt Uwe Büttner. Darin ist er sich einig mit dem Pritzwalker Vizebürgermeister Ronald Thiel.

Große Erwartungen

Gigaliner oder Lang-Lkw sind Lastwagen mit einer Länge bis zu 25,5 Metern. Die übliche Längenbegrenzung von herkömmlichen Lastwagen beträgt 18,75 Meter. Bis zu 60 Tonnen Ladung fassen die Riesen-Lkw.

Falkenhagen ist eine von brandenburgweit vier Teststrecken. Die anderen befinden sich alle im Speckgürtel: Großbeeren, Rangsdorf und Oranienburg. Demnach bietet Falkenhagen an der A 24 im Norden Brandenburgs die einzige Autobahnabfahrt, auf der die Lang-Lastwagen zugelassen sind.

Ein Jahr lang sollen die Effekte des Lang-Lkw-Verkehrs erforscht werden. Im Frühjahr könnte der Feldversuch gestartet werden.

Im Zwischenbericht des Bundesverkehrsministeriums wird festgestellt, dass die Kraftstoffersparnis zwischen 15 und 25 Prozent beträgt. Es sei kein erhöhter Aufwand für die Infrastruktur nötig, der Verkehr werde nicht von der Schiene auf die Straße verlagert. Zudem sei das Bremsverhalten unproblematisch und die Fahrer würden nicht zusätzlich beansprucht.

Parkplatz soll vor Planenschlitzern schützen

„Es gibt großen Bedarf an Sicherheitsparkplätzen“, sagt das stellvertretende Stadtoberhaupt. Das seien Parkplätze, die umzäunt und rund um die Uhr bewacht werden, um sogenannte Planenschlitzer fernzuhalten. Professionell agierende Diebe, stehlen wertvolle Ladung von den unbewachten Lastwagen. Zwar gibt es einen solchen Parkplatz in Herzsprung, aber der ist nicht Gigaliner-tauglich. Perspektivisch könnte Falkenhagen zum Autohof ausgebaut werden, um sich als Logistikstandort zu etablieren. Für die Prignitzer Akteure hätte das viele Vorteile. Die, teilweise brachliegenden Flächen im Gewerbepark Prignitz würde neues Leben eingehaucht, der Landkreis könnte die Verbindlichkeiten abbauen, die noch immer auf dem Park lasten und die Region würde sich weiter als Logistikstandort profilieren. „Und das mit einer Besonderheit, die es weit und breit eben nur in Falkenhagen gibt“, frohlockt Uwe Büttner. „So etwas haben wir nicht in Wittenberge und auch nicht in Neuruppin.“

Zurückhaltend bei Investitionen

Doch soweit ist es noch nicht. „Wir werden uns mit dem Thema befassen, aber konkrete Pläne gibt es derzeit nicht“, sagt Sabine Schilling. Sie ist Leiterin Logistik bei Nordgetreide. Immerhin leuchtet ihr die Argumentation aus Sicht des Werks ein. „Aber es gibt auch kritische Stimmen zu Gigalinern“, gibt sie zu bedenken. Ein wichtige Argument ist die technische Ausstattung. So lange nichtklar ist, ob die langen Laster flächendeckend eingeführt werden, dürften sich Speditionsunternehmen bei den Investitionen zurückhalten. Im Zwischenbericht des Ministeriums gibt es immerhin eine positive Erkenntnis: Der Kraftstoffverbrauch der Großlaster sinkt um 15 bis 25 Prozent.

Von Andreas König

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