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Prignitz Glocke kommt auf dem alten Pilgerweg nach Bad Wilsnack
Lokales Prignitz Glocke kommt auf dem alten Pilgerweg nach Bad Wilsnack
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02:16 27.04.2018
Christian Richter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde Bad Wilsnack, bereitet die Ankunft der Glockenreplik vor. Quelle: Andreas König
Bad Wilsnack

Eine regelrechte Pilgerfahrt steht der Replik der Wilsnacker Glocke bevor. Die aus Kunststoff bestehende Replik geht am 9. Mai auf die Reise von Barsikow (Wusterhausen) nach Bad Wilsnack. Ganz der Tradition der Wallfahrten zur Wunderblutkirche folgend, möchte Mitorganisator Christian Richter, das Modell der Glocke von zahlreichen Pilgern begleite sehen. Der Förderverein Wunderblutkirche hatte die Replik der Glocke dem Haus für Preußisch-Deutsche Geschichte in Potsdam abgekauft.

Nun soll das Modell des Instruments aus dem Jahr 1471nach Hause zurückkehren, nach Bad Wilsnack, in die Prignitz.

Einladung zum Mitpilgern

Bereits am Vorabend der Pilgerfahrt treffen sich die Organisatoren in Barsikow, um die Glocke für den Transport vorzubereiten. Los geht es dann am Mittwoch, 9. Mai, ab 9 Uhr. „Wir wollen vor allem Kinder für die Geschichte des Pilgerns interessieren“, erklärt Christian Richter. Daher werden Schüler sowohl der Bad Wilsnacker Elbtalgrundschule als auch der Montessorischule Wittenberge mitpilgern.

Originale Glocke hat eine bewegte Geschichte

Die Wilsnacker Glocke wurde von Kurfürst Albrecht III. in Auftrag gegeben, als die Pilgerfahrten nach Wilsnack auf ihrem Höhepunkt waren.

1471 kam die Glocke in Wilsnack an. Sie sollte in die zu dieser Zeit stark von Pilgern besuchte Wunderblutkirche eingebaut werden. Doch dazu kam es nicht.

Joachim Ellefeld verbrannte die Hostien und zerstörte damit die Grundlage der Wallfahrten. Die Glocke wurde nach Cölln, einem Ort im späteren Berlin, gebracht. Später wurde sie dem Geläut des Berliner Doms hinzugefügt

An ihrem Bestimmungsort selbst kam die „Wilsnacker Glocke“ nie zum Einsatz. Das ändert sich jetzt mit der Aktion „Glocke kommt“.

Wer an der Pilgertour teilnehmen möchte, sollte sich anmelden unter info@wunderblutkirche.de oder im Gemeindebüro unter 038791/27 21. Für Getränke ist gesorgt, individuelle Verpflegung sollte mitgebracht werden, empfiehlt Christian Richter.

Doch die Mädchen und Jungen werden nicht nur einfach stur neben oder hinter der Glocke her wandern, sondern die Kinder erhalten Aufgaben. „Wir machen einen Fotowettbewerb für die Schüler, außerdem sollen sie Interviews am Wegesrand führen“, kündigt Christian Richter an. Nach einem Zwischenstopp in Metzelthin geht es nach Wusterhausen, wo der Tag im Wegemuseum ausklingt. Und das ist wörtlich zu nehmen, werden den Teilnehmern der Pilgerfahrt doch Audiobeispiele vom Klang der Wilsnacker Glocke vorgespielt. Das Originalinstrument hing jahrhundertelang im Berliner Dom, genauer gesagt, bis 1921. Daher gibt es auch Tonaufzeichnungen von ihrem Klang.

Mit Muskelkraft ist die Replik zu tragen

Es ist geplant, am ersten und am letzten Tag die Glocke per Pferdefuhrwerk zu transportieren. Ganz so, wie es vermutlich vor 547 Jahren auch der Fall war.

Von Wusterhausen geht es am 10. Mai, dem Himmelfahrtstag, nach Kyritz weiter. Dort wollen die Pilger den Untersee samt Glocke per Boot überqueren. Zur Badestelle soll die im Vergleich zum Original geradezu federleichte Replik mit Muskelkraft getragen werden. In Kyritz selbst werden die Pilger am Kloster von Pfarrer Daniel Feldmann empfangen, der selbst jahrelang Geistlicher in Bad Wilsnack war. Der zweite Tag endet in Berlitt.

Original war nie am eigentlichen Bestimmungsort

Von dort geht es am 11. Mai nach Groß Leppin und damit in die Westprignitz weiter. Doch auch diese Etappe hat etwas Besonderes: „Die Söllenthiner Treckerfreunde laden für diesen Tag zu ihrem Treckertreffen ein und werden die Glocke auf dem Abschnitt bis Groß Leppin transportieren“, sagt Christian Richter. Am Ziel angekommen, rüsten sich die Teilnehmer für die letzte Etappe. Von Groß Leppin geht es am 12. Mai nach Bad Wilsnack. Dort angekommen, wird die Abformung der Glocke durch das Südportal in die Wunderblutkirche getragen.

Den eigentlichen Bestimmungsort hat das Originalinstrument bekanntlich nie gesehen. Zu Ehren dieser besonderen Pilgerfahrt wird die Glocke von einem ungewöhnlichen Musiktrio, bestehend aus Karl Kreuzberg (Orgel), Christian Richter (Querflöte) und Kai-Alexander Schmidt (Alphorn) begrüßt. „Das Alphorn dient wie die Glocken der Übertragung von Signalen über weite Entfernungen“, erklärt Christian Richter. Christian Reishaus wird ein Duett mit den Glocken der Wunderblutkirche wagen. Tonmeister Frohgemut Schnabel lässt sie erklingen. Es gibt Führungen und die Möglichkeit, die Replik zu sehen. Künftig soll sie einen würdigen Platz auf dem Gelände der KMG-Elbtalklinik erhalten.

Von Andreas König

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