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Prignitz Glöwener wollen ihre Schule dauerhaft erhalten
Lokales Prignitz Glöwener wollen ihre Schule dauerhaft erhalten
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02:19 20.05.2018
Christopher Teschner (l.), Anja Kramer und Gordon Hoffmann bei der Podiusmdiskussion in der Glöwener Schule. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
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Glöwen

Wenn es nicht schon ein Jahrzehnt her wäre, dann könnte man glatt glauben, es wäre erst gestern gewesen: In der Aula der Oberschule Glöwen war damals zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden, weil die Schule auf der Kippe stand. Zur Überraschung aller räumte der damalige brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) das Thema ab. Mit der damals kaum absehbaren Folge: Die Schule gibt es noch heute.

Aber: Sie ist erneut in großer Gefahr. Da sich Geschichte offenbar doch wiederholt, konnte auch diesmal das vermeintliche Aus vorerst abgewendet werden – vor vier Wochen kam die Mitteilung, dass doch alle weiterführenden Schulen im Land zum kommenden Schuljahr eine siebente Klasse bilden können. Mittlerweile ist dies schriftlich bestätigt.

Noch keine endgültige Sicherheit

Doch allen Verantwortlichen und Befürwortern der Glöwener Schule ist klar, dass das noch keine endgültige Sicherheit bedeutet. Die wollen sie nun haben, wie Schulleiter Jörn Atlas betont: „Wir haben noch immer die Rettung geschafft, wollen das aber nicht nur temporär.“

Darum waren auch alle Termine, an denen man Eigenwerbung betreiben wollte, um die Schule zu erhalten, nicht abgesagt worden. Etwa ein Aktionstag am Dienstag, zu dem eigentlich auch Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) eingeladen worden war. Sie hatte aber abgesagt.

Dafür waren vom CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann, der Plattenburger Bürgermeisterin Anja Kramer über Lehrkräfte, Schülerinnen, Eltervertreter bis hin zu Gemeindevertretern viele dabei, die sich für die Schule einsetzen wollen und denen es wichtig ist, dass ihre Kinder ortsnah bis zur 10. Klasse ihre Schule besuchen können.

„Die Unbeständigkeit ist ein Stress, den wir uns ersparen wollen“

Bei dem Aktionstag ging es darum, zu zeigen, was die Schule ausmacht. Und da gibt es ein Pfund, mit dem sie wuchern kann: ihr Profil. „Inklusion war für uns immer nur ein anderer Begriff“, sagt Pädagogin Katrin Brümmer, „im Prinzip wird das hier seit 1990 gelebt.“ Laut Atlas wäre man nun soweit, im nächsten Jahr „Schule für gemeinsames Lernen“ zu sein.

Wie sehr die Unsicherheit aber alle Beteiligten umtriebt, lassen schon die Biographien der beteiligten Lehrer erahnen. Jörn Atlas, im 14. Jahr Schulleiter, zum Beispiel musste schon einmal eine Schule abwickeln – in Heiligengrabe. Von dort kam er nach Glöwen. Werner Krüger, sein Stellvertreter, hat diese Erfahrung sogar schon zweimal gemacht: in Wittenberge und Karstädt. Er ist seit zehn Jahren in Glöwen.

Ähnlich geht es Christopher Teschner, Gemeindevertreter und auch Vertreter der Elternschaft: „Das Hin und Her in der Schulpolitik treibt Eltern zur Verzweifelung“, sagte er, „die Unbeständigkeit der Schule ist ein Stress, den wir uns ersparen wollen.“

Auf der Suche nach weiteren Schülern

Daran knüpfte auch Gordon Hoffmann an: „Das Ende einer Schule fängt genau dann an, wenn die Schule auf der Kippe steht.“ Und so sind sich alle Beteiligten sicher, dass mehr Eltern ihre Kinder hier anmelden würden, wenn die Schule eine dauerhafte Bestandsgarantie hätte.

Gemeindevertreter Rainer Schneewolf (Grüne) weiß aber, dass man selbst dafür sorgen muss, dass sich die Schülerzahlen bewegen, auch um Einfluss zu nehmen auf die Demografie-Kommission, von deren Ergebnissen es abhängen wird, ob der Glöwener Schule eine dauerhafte Einzügigkeit zugestanden wird. Hoffmann, der als bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion selbst in der Kommission sitzt, betonte aber, dass selbst eine positive Empfehlung der Kommission erst noch Eingang in das Schulgesetz finden müsse. „Nur so können wir den Fortbestand der Schule garantieren.“

Reizthema Schülerbeförderung

Laut Atlas ist es schwierig, Schüler aus den umliegenden Grundschulen zu gewinnen. Ein Reizthema ist für ihn dabei die Schülerbeförderung. So müssten laut Ria Preul Kinder aus Kunow oder Döllen mit dem Bus umsteigen um nach Glöwen zu gelangen, während sie eine Direktverbindung nach Kyritz haben – in den Nachbarkreis.

Vereinzelt sind im übrigen auch schon Schüler aus Karstädt an der Glöwener Einrichtung – zwischen beiden Orten gibt es eine direkte und gute Zugverbindung. Hoffmann, der auch Vorsitzender des Kreisschulausschusses ist, versprach, die Schülerbeförderung dort noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen.

Von Bernd Atzenroth

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