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Götz Schallenberg stellt in Kuwalk aus

Griechische Impressionen in der Prignitz Götz Schallenberg stellt in Kuwalk aus

Zwei Mal im Jahr eröffnet Götz Schallenberg im Kunsthof Kuwalk (Prignitz) eine neue Ausstellung. Seit mehr als 20 Jahren ist das so. In der am Samstag eröffneten Winterausstellung sind nun Impressionen aus Griechenland zu sehen – unbeschwerte Bilder voller Licht und Farbe. Der Maler hatte vor zwei Jahren Samos besucht.

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Die aktuelle Winterausstellung in Kuwalk wurde am Samstag eröffnet. Der Maler Götz Schallenberg stellt neueste Arbeiten, die eine griechische Bilderwelt zeigen.

Quelle: Michael Beeskow

Kuwalk. Knorrig, lauschend und tief in den Sessel gesunken sitzt Götz Schallenberg – beinahe unsichtbar in dem kleinen Raum, der seine Galerie ist, und in dem sich seine Bilder behaupten gegen ein ziemliches Gedränge von Freunden und Besuchern.

Am 2. Februar hatte Götz Schallenberg Geburtstag; er ist jetzt 71 Jahre alt. Und wohl alle wissen hier im Raum, dass auf diesen Tag immer die Winterausstellung in Kuwalk folgt, seit 20 Jahren und vielleicht auch noch länger. Es ist, als habe es dieses Ritual schon immer gegeben. Der Saxofonist Warnfried Altmann setzt sein Instrument ab und beginnt zu singen, nichts Helles, Klares, es ist ein urtümlicher inbrünstiger Gesang.

Kräftige Farben zeigen die Sehnsucht  nach einer heilen Welt

Kräftige Farben zeigen die Sehnsucht nach einer heilen Welt.

Quelle: Michael Beeskow

Als sich die Galerie leert, weil Götz Schallenberg in einem Nebenraum einlädt zu einem griechischen Essen, dankt er dem Musikerfreund mit einer herzlichen Umarmung für dessen nachträglichem Geburtstagsständchen und Eröffnungsbeitrag für die aktuelle Witterausstellung.

„Es reicht nicht ein guter Maler zu sein“, sagt Götz Schallenberg später im Gespräch. „Man muss auch Geschäftsmann sein.“ Daher tritt er regelmäßig in die Öffentlichkeit. In Kuwalk sind die Winter- und die Sommerausstellungen seit vielen Jahren gesetzte künstlerische Ereignisse. „Der Maler malt seine Bilder in der Einsamkeit“, erklärt Götz Schallenberg. „Er muss aber auch einen Weg in die Öffentlichkeit finden.“

Einige der Bilder wurden erst Tage vor der Ausstellungseröffnung fertig

Einige der Bilder wurden erst Tage vor der Ausstellungseröffnung fertig.

Quelle: Michael Beeskow

Dies gilt sicher für jeden Künstler, für Götz Schallenberg handelt es sich jedoch um eine geradezu existenzielle Erfahrung. „Sieben Jahre hatte ich als Maler Berufsverbot. Ich habe mich mit Gebrauchsgrafik aber ganz gut über Wasser gehalten.“ In seiner Stasi-Akte musste er nach der Wende lesen, sein künstlerisches Niveau liege unter dem eines Volkskünstlers. Die großen Ausstellungen in Hamburg, Wuppertal und vielen anderen Städten, erst im Vorjahr zum 70. Geburtstag, haben daher für ihn eine große Bedeutung.

Landflucht nach Kuwalk

Durch eine Anzeige in der Wochenpost wurde Götz Schallenberg auf das einsame Gehöft Kuwalk aufmerksam. Er habe damals in der DDR drei Möglichkeiten gesehen: Flucht, Anpassung oder auf das Land zu gehen.

Als die Familie 1985 dort einzog , waren eineinhalb Zimmer bewohnbar. Mit seiner Frau Sibylle baute er das Anwesen zu einem Kunsthof aus.

Nach der Wende gab er hier Malkurse und Ferienwohnungen entstanden. Regelmäßig finden Ausstellungen statt.

Auf seinen Geburtstag am 2. Februar folgt immer eine Winterausstellung. Nach dem Geburtstag seiner im Vorjahr verstorbenen Frau Sibylle wird am 1. August die Sommerausstellung – auch Kuwalkade genannt – eröffnet.

Die aktuelle Ausstellung ist eine Griechenland-Ausstellung. „Vor zwei Jahren besuchte ich mit meiner Frau Samos.“ Die Bilder entstanden nach Skizzen und Entwürfen. Einige Bilder stellte er erst vor wenigen Tagen fertig. Die Antike beeindruckt Götz Schallenberg. Doch weniger deren Kulturreste malte er, es sind eher griechische Stadtansichten. Götz Schallenberg wählt klare, einfache Formen, kräftige Farben und viel Licht. Ein unbeschwertes Leben leuchtet aus diesen Bilder heraus – oder die Sehnsucht danach. Mit Blumenkästen, kleinen Figuren nähert er sich der naiven Malerei an. Die Weisheit des Alters? Frei sein von gedankenschweren Konstrukten.

Von Michael Beeskow

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