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Prignitz Grandioses Akademie-Finale
Lokales Prignitz Grandioses Akademie-Finale
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17:41 27.08.2017
Quartett der trauernden Witwen: Evelyn Thatcher (l.), Alene Wecker, Cynthia Lemarie und Elisabeth Moran (r.) Quelle: Bernd Atzenroth
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Perleberg

Es ist immer wieder verblüffend, was die Dozenten der Lotte-Lehmann-Akademie in drei Wochen aus den jungen Leuten noch herausholen, die im Gesangsgenre längst keine Anfänger mehr sind. Bei der Abschlussgala am Freitag bestachen die jungen Sänger wieder mit einer durchgehend professionellen Gesangsdarbietung. Wer vor zwei Wochen zum Beispiel einige der jungen Leute beim „Belcanto è buon gusto“ im Saal des Restaurants „L’Italiano“ gehört hatte, wird über den ein oder anderen Qualitätssprung nur gestaunt haben. Dabei war auch damals nichts davon schlecht – die meisten Teilnehmer der Akademie-Sommerkurse sind ja bereits langjährige Gesangsschüler und -studenten, manche auch schon mit einiger Bühnenerfahrung.

Maria del Mar Humanes schmachtete von einer Seite der Empore ... Quelle: Bernd Atzenroth

Und trotzdem: Jedes Jahr aufs Neue macht das Publikum Neuentdeckungen. Diesmal war es auch nicht alleine die gesangliche Darbietung. Das Team und die Akademie-Teilnehmer hatten sich wieder ein originelles Bühnensetting ausgedacht und sich dabei die ganze Fülle des Raums zunutze gemacht, etwa als sich Maria del Mar Humanes und Yauci Yanes Ortega, beide aus Spanien, von der linken Seite der Empore zur rechten verliebt mit einander telefonierend anschmachteten. Insbesondere der junge Mann ernete mit seiner in den Höhen wunderbar klaren Tenorstimme Begeisterungsstürme – allerdings haben es gute Männerstimmen auch leichter, sind sie doch meistens auch unter den Akademie-Teilnehmern rarer gesät. Doch selbstverständlich hatte seine Interpretation von George Bizets Perlenfischern und beider Zwiegesang „Tornami a dir che m’ami“ aus der Oper Don Pasquale von Gaetano Donizetti den Applaus kurz vor der Pause mehr als verdient.

... Yauci Yanes Ortega von der anderen. Quelle: Bernd Atzenroth

Gleich zu Anfang, nachdem Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura das Ensemble vorgestellt und die Gäste begrüßt hatte, lümmelten sich auf der Bühne hinter der Staatssekretärin Ulrike Gutheil, die ein Grußwort hielt, einige Jugendliche. Es war offenbar der geplante Versuch, schon die Rede in die Aufführung selbst zu integrieren, was die Spannung im Publikum deutlich erhöhte – während Ulrike Gutheil noch „gespannt auf die heutige Aufführung“ war, hatte diese längst begonnen. Das Trio entpuppte sich dann im ersten Beitrag als Julia Schumacher aus Perleberg, Juliane Bookhagen, Preisträgerin der Lotte-Lehmann-Woche 2016, und Evelyn Thatcher aus den USA. Sie lieferten sich Wäscheschlachten, tobten zwischen den Publikumsreihen hinaus, hantierten mit Mixern und anderem und sangen ins Bügeleisen. Evelyn Thatscher tanzte am Schluss, nachdem sie sich des Hausfrauen-Outfits entledigt hatte, passend mit wehendem Rock zu „Hör ich Cymbalklänge“ aus Franz Lehárs „Zigeunerliebe“.

Manchmal muss man einen Schnitt machen. Quelle: Bernd Atzenroth

Dem Motto des Finales „Immer kann der Mensch nicht traurig sein“ wurden dann vor allem Cynthia Lemarie, Alene Wecker, Elisabeth Moran und Evelyn Thatcher gerecht. Sie gaben in unterschiedlichen Konstellationen, mal allein, mal zu mehreren, gesanglich die trauernden Witwen – und das zu Musik aus höchst unterschiedlichen Epochen.

Es ist ein Verdienst des musikalischen Leiters Scott Curry, der es am Flügel tatsächlich schaffte, aus Händel, Gershwin und Bernstein ein stimmiges Ganzes zu zaubern. Das Quartett aber offenbarte auch darstellerisches und schauspielerisches Talent.

Mit Bügelbrett, Wäschekorb und Mixer (v.l.): Evelyn Thatcher, Juliane Bookhagen und Julia Schumacher. Quelle: Bernd Atzenroth

Elisabeth Moran und Jessy Cullmann wiederum machten aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ und Kalmáns „Gräfin Mariza“eine Art Wellnessprogramm auf der Bühne, das mit einem Glas Sekt begann und über Fußmassage bis hin zum Friseurbesuch reichte.

Auch nach der Pause sollte es in gleicher Qualität weitergehen, wobei zum Ensemble jetzt Alex Green aus den USA und Maria Cecilia Baumegger aus Brasilien hinzustießen. Es ist dann schon fast Tradition, dass alle Künstlerinnen und Künstler inklusive der Dozenten und Organisatoren um den Leiter der Akademie, Angelo Raciti, ausgiebig gefeiert wurden. Ebenso gehört ein „O Sole mio“ zum Schluss fast schon dazu.

Na denn Prost: Elisabeth Moran erhebt das Sektglas, am Boden vor ihr Jessy Cullmann. Quelle: Bernd Atzenroth

Fazit: Es war wieder ein schöner August in Perleberg mit dem hoffnungsvollen Gesangsnachwuchs aus aller Welt – auf das Da capo im Jahr 2018 darf man sich schon freuen. Wer noch nicht genug hat vom schönen Gesang und von der Welt der Oper und Operette, kann in dieser Woche den etwas jüngeren Gesangseleven während der Lotte-Lehmann-Woche lauschen. Für sie geht es auch noch um Förderpreise – manche ihre Vorgänger wie Julia Schumacher und Juliane Bookhagen waren dann ja auch schon später in der Akademie dabei. Und für einige war es der Startschuss für eine Gesangskarriere.

Von Bernd Atzenroth

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