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Größte Investition in Kopf des Stromnetzes

Pritzwalk Größte Investition in Kopf des Stromnetzes

800 000 Euro haben die Stadtwerke Pritzwalk für ihre neue Vorschaltanlage ausgegeben. Das ist die größte Investition in Netztechnik der Unternehmensgeschichte. Die Technik sorgt dafür, dass die 15 000 Volt hohe Mittelspannung in die Trafostationen des Ortsnetzes geleitet werden kann.

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Per Kran wurde die bauliche Hülle der neuen Anlage am 19. Juli geliefert und auf dem Gelände an der B 103 in Pritzwalk aufgestellt.

Quelle: Stadtwerke

Pritzwalk, Eingriff war keine leichte Aufgabe, Umfeld wird noch gestaltet. Wie wichtig Elektrizität ist, merkt man erst, wenn sie mal nicht zur Verfügung steht. Das allerdings soll in Pritzwalk noch seltener vorkommen als bisher schon. Die Stadtwerke haben in eine neue Vorschaltanlage investiert. „Sie stellt die Weiterverteilung der einzelnen Mittelspannungsleitungen sicher, um über die nachgelagerten 106 Ortsnetzstationen, die sogenannten Letztverbraucher im Netzgebiet zu versorgen“, erklärt André Geisendorf, Leiter Netzbetrieb beim städtischen Versorgungsunternehmen. Damit werden die rund 10 000 Verbraucher in der Kernstadt Pritzwalk sowie den Ortsteilen Schönhagen, Kammermark, Neuhausen, Neuhof, Holzänderhof, Hasenwinkel und Birkenfelde versorgt. Da die Edis ihr Umspannwerk erneuert, war die Gelegenheit günstig, die Verbindung zwischen Edis- und Stadtwerke-Netz zu modernisieren.

„Wir haben den Kopf ausgetauscht“

Das Ergebnis der Bemühungen ist ein kompakter Neubau, in dessen Innern moderne Netz-, Schutz-und Leittechnik wirkt. Nur noch ein Bruchteil des bisherigen Platzes wird benötigt, um die gleichen Aufgaben effektiv zu erfüllen. „Wenn man das Netz mit einem menschlichen Organismus vergleichen würde, haben wir den Kopf ausgetauscht“, sagt André Geisendorf. Rund 800 000 Euro kostete die Investition.

Regionale Unternehmen bekamen die Aufträge

Das Vorhaben ist damit im Strombereich die höchste Investition in Netzinfrastruktur in der Unternehmensgeschichte. „Wichtig war es uns, die Arbeiten an regionale Unternehmen zu vergeben“, sagt André Geisendorf. Die bauliche Hülle der neuen Vorschaltanlage stammt von Graeper aus Heiligengrabe, die technische Ausstattung von Siemens, die Kabelmontage übernahm die Meyenburger Elektrobau, und die Bauüberwachung wurde vom technischen Betriebsführer der Wemag übernommen.

 

Seit Ende Juli ist die neue Anlage am Netz. „Dieser doch erhebliche Eingriff war keine leichte Aufgabe. Wir sind alle froh, dass es so reibungslos geklappt hat“, sagt André Geisendorf. Dazu beigetragen haben neben den Stadtwerken die Projektpartner Wemag und Edis. Völlig unbemerkt für den Verbraucher wurde die Umschaltung realisiert. Nun können Betriebsdaten und Störungen digital per Fernüberwachung verfolgt werden. Dafür ist die Wemag verantwortlich, wobei die Stadtwerke Pritzwalk jederzeit verfolgen können, was wo im Netz geschieht. Datenleitungen machen es möglich.

 

Das derzeit noch ein wenig kahl wirkende Umfeld der Vorschaltanlage soll noch ansprechend gestaltet werden. Unmittelbar dahinter schließt sich das einstige Dieselkraftwerk an, dass nach seiner aktiven Zeit bis zum Ende der DDR unter anderem als Produktionsstandort diente. „Derzeit entwickeln wir Konzepte für die Nachnutzung des Gebäudes“, sagt André Geisendorf.

Die Mittelspannung wird 2018 erhöht

Doch da ein Netz lebt, wartet die nächste Aufgabe bereits auf die Stadtwerke. Die Mittelspannung soll von derzeit 15 000 auf 20 000 Volt erhöht werden. Die Trafostationen sind darauf vorbereitet. Voraussichtlich 2018 erfolgt die Umstellung auf die heute übliche Mittelspannung. Bis dahin werden alle technischen Anlagen intensiv überprüft, ob zum Beispiel Beschädigungen vorliegen. Im Gegensatz zur jetzt erfolgten „geräuschlosen Umstellung“, ist dann allerdings mit stundenweisen Stromabschaltungen zu rechnen.

Von Andreas König

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