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Groß Pankow: Ausschuss beriet zu Windparks

Geänderter Plan rettet Eichenbestand Groß Pankow: Ausschuss beriet zu Windparks

Die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Groß Pankow berieten zum Thema Windkraft. Es ging in erster Linie um den Flächennutzungsplan Klein Woltersdorf und dem dort geplanten Windpark. Die Planer versichern, die Vorgabe der Gemeinde umzusetzen, mit den Windrädern einen Abstand von 1000 Metern zu jeglicher Wohnbebauung zu halten.

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Windräder sind in der Region nicht gerade selten.

Quelle: Peter Geisler

Groß Pankow. „Es ist genug. Wir haben unser Soll erfüllt.“ Mit diesem Appell in Form eines Stoßseufzers wollte Caroline Freifrau von Wolff den Mitgliedern des Bauausschusses der Gemeinde Groß Pankow ins Gewissen reden. „In der Prignitz wird schon jetzt mehr Windkraft erzeugt als alles andere“, sagte die in Bullendorf wohnende Geschäftsfrau. „Wir können hier aber nicht für die ganze Prignitz entscheiden, sondern nur für die Gemeinde Groß Pankow“, erklärte Ausschussvorsitzende Renate Groenewegen.

Um Windkraftanlagen und deren Standorte ging es dann in der Zusammenkunft, wobei von fünf Mitgliedern des Ausschusses nur zwei anwesend waren. Das Gremium war daher zwar nicht beschlussfähig, wollte jedoch nicht darauf verzichten, Empfehlungen für die Gemeindevertretung auszusprechen.

Das tat der Ausschuss zunächst für den Flächennutzungsplan Klein Woltersdorf und den damit im Zusammenhang stehenden Windpark, der wiederum in einem Bebauungsplan Groß Woltersdorf Nr. 1“ geregelt ist. Planer Guido Schwingen vom Plankontor Stadt/Land aus Hamburg erläuterte den Anwesenden, warum der Windpark genau dort entstehen soll, wo es der Plan vorsieht. „Wir setzen die Vorgabe der Gemeinde um, mit den Windrädern einen Abstand von mindestens 1000 Metern zu jeglicher Wohnbebauung zu halten“, erklärte Guido Schwingen. Die Fläche, auf der die neue Anlage mit einer Höhe von 200 Metern errichtet werden soll, war bisher in den Plänen der Gemeinde Groß Pankow nicht als Windeignungsgebiet festgelegt. Allerdings ist das Areal, in dem seit 2003 und mangels eines gültigen Nachfolgedokuments noch immer gültigen Regionalplan Prignitz-Oberhavel als „Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung Windenergieanlagen“ ausgewiesen.

Gegen eine neue Erschließungsstraße hat Gumtow Einwände

Der Standort der Anlage sollte ursprünglich über eine neu anzulegende Erschließungsstraße zugänglich gemacht werden. Doch hatte daran vor allem die Gemeinde Gumtow Anstoß genommen. Auf deren Gebiet hätten hunderte dicke, hochwertige Bäume gefällt werden müssen, vor allem Eichen. Zudem wäre die Karthane von schweren Baufahrzeugen kaum ohne größeren Aufwand zu überqueren gewesen. Daher habe man sich mit dem Vorhabenträger darauf verständigt, eine Straße vom bereits in Betrieb befindlichen Bürgerwindrad der Gemeinde Groß Pankow nach Süden zu verlängern, um die neue Anlage zu erschließen.

Erneut verwies Bauamtsleiter Halldor Lugowski auf die Besonderheit in der Gemeinde Groß Pankow, die für die Windenergieanlagen auf ihrem Gebiet eine Bauleitplanung besitzt. „Nur so ist es möglich, die 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten und die Höhe neuer Anlagen auf derzeit 200 Meter zu begrenzen“, sagte der Bauamtsleiter. Im neuen Entwurf des Regionalplans Wind sei hingegen sogar von 450 Metern Abstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung bei einer Anlagenhöhe von 100 Metern die Rede. „Wenn wir die Bauleitplanung nicht hätten, müssten wir uns den Forderungen der Windanlagenbetreiber beugen, wie in der Gemeinde Plattenburg geschehen“, sagte Renate Groenewegen. Diese Bemerkung war unter anderem an die lange nach der Bürgerfragestunde an der Versammlung teilnehmende Freifrau von Wolff gerichtet. Die Bullendorferin hatte immer wieder auf die mutmaßlich gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Infraschall verwiesen sowie die zu hohe Energieproduktion bei gleichzeitig fehlenden Ableitungsmöglichkeiten. „Für Kuhbier/Kuhsdorf wird extra ein neues Umspannwerk gebaut“, sagte der Bauamtsleiter. Damit sei man in der Lage, den Strom aus Windanlagen in die geeigneten Netze einzuspeisen.

Gemeindevertreter und Verwaltung sind gegen Windräder im Wald

Im Übrigen gebe es zwar relativ viele Windkraftanlagen auf Groß Pankower Gebiet, doch beschränkten sich diese auf drei Windeignungsgebiete. Das seien letztlich die Flächen, die aus dem früheren Amt Groß Pankow stammen, aus dem Gebiet um Groß und Klein Woltersdorf als Teile von Pritz­walk-Land und um das Gebiet bei Langnow-Boddin. Trotz aktualisierter Pläne sei die Größe der für Windenergie genutzten Flächen auf dem Territorium der Gemeinde Groß Pankow gesunken. Der Windpark Reckenthin zum Beispiel von 700 auf nunmehr 400 Hektar. Dass gleichzeitig der Energieertrag steige, sei dem Willen der Investoren nach höherer Einspeisevergütung und besseren technischen Möglichkeiten geschuldet, erklärte der Bauamtsleiter.

Die Volksinitiative für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald“ unterstützt den Bauausschuss nur zur Hälfte. Bei einer 10-H-Regelung, also einem Mindestabstand zwischen Windrad und Wohnbebauung, der zehnmal so groß ist wie die Bauhöhe des Windrades, gebe es keine Windkraftanlagen mehr in der Gemeinde, sagte Lugowski. Gegen Windräder im Wald seien hingegen sowohl die Verwaltung als auch die Gemeindevertreter.

Von Andreas König

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