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Prignitz Groß Pankow: Mehrheit für Windräder
Lokales Prignitz Groß Pankow: Mehrheit für Windräder
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18:36 29.04.2016
Um den Ersatz für diese Windräder wird derzeit in der Gemeinde diskutiert. Quelle: Andreas König
Groß Pankow

Ungewöhnlich viele Zuschauer verfolgten die Sitzung der Gemeindevertreter Groß Pankows am Donnerstagabend. Doch in der Einwohnerfragestunde gab es nur zwei Wortmeldungen. Frank Ziggel wollte wissen, ob und ab wann die Haushaltspläne der Gemeinde im Internet einsehbar seien. Er bekomme eine schriftliche Antwort, beschied ihm Bürgermeister Thomas Brandt.

Jochen Gehrke aus Reckenthin fragte, ob die Gemeindevertreter ihre Stellungnahme zum Regionalplan Windenergie korrigieren wollen und damit den Bau größerer Windräder ablehnen. Damit hatte er das bestimmende Thema der Sitzung getroffen. Acht von 14 Tagesordnungspunkten des öffentlichen Teils befassten sich mit der Änderung von Bebauungsplänen, die auf das Thema Windkraft zurückzuführen waren. Zunächst einmal stimmte Bauamtsleiter Halldor Lugowski dem Fragesteller zu, dass der Windeignungsplan von 2003 nicht mehr zeitgemäß sei. Daher habe man in der Gemeinde Groß Pankow frühzeitig damit begonnen, den Bau von Windkraftanlagen mittels Verträgen zu regeln. Das habe zu Folge gehabt, dass im Gemeindegebiet – anders als in Nachbarkommunen der Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung mindestens 800 Meter, später sogar 1000 Meter betrug.

Windkraft als Einnahmequelle unerlässlich

Ob sich die Gemeinde dem Volksbegehren Windkraft anschließen oder unterstützen könne, fragte Jochen Gehrke. Gemeindevertretervorsteher Ingo Frahm: „Ich würde es begrüßen, wenn wir uns gegen Windräder im Wald aussprechen.“ Bürgermeister Thomas Brandt meinte, dass die Bürgerinitiative viel weitreichendere Ziele verfolge als nur Windkraftanlagen in Wäldern abzulehnen. Sie vertrete beispielsweise das 10-H-Konzept, wonach der Abstand zwischen Windrad und Wohnhäusern ein Abstand herrschen soll, der zehnmal so groß wie die Höhe der Anlagen ist. Für neuere Anlagen, die mittlerweile bei 200 Metern Höhe angekommen sind, würde das einen Abstand von 2000 Metern zu Wohnhäusern bedeuten. Laut Bürgermeister biete das in Groß Pankow keinen Spielraum für die Errichtung neuer Anlagen mehr. Als Einnahmequelle sei die Windkraft für die Gemeinde mangels Alternativen aber unerlässlich. Die Idee soll in den Ausschüssen diskutiert werden, schlug Annett Röhl (Linke) vor.

Einwohner sollen sich äußern können

In der weiteren Folge ging es fast ausschließlich um Windenergieanlagen. Trotz der grundsätzlich großen Bereitschaft, dem sogenannten Repowering zuzustimmen, also dem Bau höherer Windräder, obwohl die alten noch nicht abgeschrieben sind, gibt es Probleme. In Groß Woltersdorf wurden in Gebäuden, die als Ausgleich zur Flächenversiegelung abgerissen werden sollen, Fledermausfamilien entdeckt. Um trotzdem handlungsfähig zu bleiben, schlug Planer Jörg Lewin vor, die Artenschutzauflagen in einen städtebaulichen Vertrag auszugliedern. In Kuhbier müssen erst die leerstehenden Wohnhäuser im Ausbau Süd abgerissen werden.

Für den Windpark Reckenthin-Tüchen sowie dessen Süderweiterung möchten die Gemeindevertreter den Willen der Einwohner kennenlernen. Eine Ortsbeiratssitzung zum Thema brachte kein Ergebnis. Zwei von drei Ortsbeiräten sind Landbesitzer im künftigen Windpark und daher befangen. Nun soll es eine Einwohnerversammlung geben, deren Votum die Groß Pankower Gemeindevertreter berücksichtigen wollen. Große Chancen, den Windpark zu verhindern, sieht Planer Lewin nicht. „Dass die Erweiterung 2003 nicht genehmigt wurde, lag am Schwarzstorch, der dort lebte, sagte er. Doch die Vögel wechselten alle sieben Jahre ihr Revier. Über die Wünsche der Reckenthin-Tüchener könne man reden.

Von Andreas König

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