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Gumtow Berliner Verleger weckt Schule aus dem Dornröschenschlaf
Lokales Prignitz Gumtow Berliner Verleger weckt Schule aus dem Dornröschenschlaf
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11:42 19.10.2018
Der Dornröschenschlaf der Kunower Schule ist beendet. Verleger Oliver Schwarzkopf will sie mit Leben erfüllen. Quelle: Sandra Bels
Kunow

Für die Kunower ist es wohl die beste Nachricht seit langem. Das ehemalige Schulhaus im Dorf bekommt einen neuen Eigentümer. Seit seiner Schließung im Jahr 2006 verfällt das Gebäude immer weiter. Samt Grundstück gehört es der Gemeinde Gumtow.

Der Verkauf wurde nichtöffentlich beschlossen

Deren Gemeindevertreter hatten den Verkauf bereits bei der jüngsten Sitzung nichtöffentlich auf dem Tisch, konnten jedoch noch keine Entscheidung fällen. So wurde Anfang der Woche eine weitere nichtöffentliche Sondersitzung einberufen, wie Kunows Ortsvorsteher Peter Boas mitteilt. Dabei legten die Gemeindevertreter fest, dass Oliver Schwarzkopf, ein Verleger aus Berlin, der im Krams, einem Gemeindeteil von Kunow, einen Nebenwohnsitz hat, das Grundstück mit der Schule kaufen darf.

„Das war ein schöner Abend für Kunow, die Schule erhält endlich eine neue Nutzung“, so Boas. Von Schwarzkopf hat er erfahren, dass er das Gebäude vor allem als Atelier für Künstler und Kulturschaffende nutzen will, aber auch einen Teil seines Verlages wolle Schwarzkopf mittelfristig in Kunow ansiedeln.

Neuer Eigentümer erklärt, was er vorhat

Was genau Oliver Schwarzkopf vor hat, das erklärt er am 25. Oktober bei einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung im Kunower Gemeinderaum. Beginn ist um 19 Uhr. Alle Kunower sind willkommen. Peter Boas hofft auf rege Beteiligung.

Er hat dafür gesorgt, dass die Schule an den vergangenen Tagen besenrein gemacht wurde. Auch die Fenster sollen noch mit Folie abgedichtet werden, denn in diesem Jahr wird sich am ehemaligen Schulhaus noch nichts tun. Der Notarvertrag für den Verkauf muss erst unterzeichnet werden. Eine provisorische Heizung soll das Haus danach aber schon bekommen.

Peter Boas freut sich über die Entwicklung. „Das ist endlich eine Perspektive für Kunow“, sagt er. Vom künftigen Eigentümer hat er ebenfalls erfahren, dass er mit dem Dorf zusammenarbeiten möchte. Was unter anderem bedeutet, dass das Gelände auch in Zukunft für Veranstaltungen wie die Brauchtumsfeuer zur Verfügung stehen soll.

Turnhalle bleibt im Besitz der Gemeinde

Boas erklärt weiterhin, dass die benachbarte Turnhalle, um deren Erhalt die Kunower jahrelang gekämpft haben, und die erst vor kurzem wieder geöffnet wurde, im Eigentum der Gemeinde bleibt und weiterhin für Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Oliver Schwarzkopf bestätigt das auch auf Facebook, wo der Verkauf überwiegend positiv diskutiert wird.

Auf der Seite Prignitzdorf Kunow schreibt er: „Die Turnhalle ist nicht verkauft, die bleibt der Gemeinde voll und ganz erhalten! Und auch der Feuerplatz bleibt.“ Schwarzkopf versichert, den Kunowern, so schnell wie möglich tätig zu werden. Jedoch seien die Vandalismusschäden der vergangenen Jahre sehr groß. „Auch wenn wir nicht in wenigen Monaten alles machen können, was seit zehn Jahren liegengeblieben ist, werden wir uns Mühe geben“, schreibt der Verleger.

Das Schulhaus wurde 1965 gebaut

Das stark verfallene Schulhaus wurde 1965 gebaut. Dabei ließ man damals schon Platz für Erweiterungen und einen Sportplatz. Ab 1966 wurde im neuen Haus unterrichtet. Bereits 1970 hatte die Kunower Schule fast 340 Schüler.

Nach dem Bau der Schule sollten an der Ostseite des Gebäudes eine Turnhalle und an der Westseite ein Schwimmbecken folgen. Die Grube für das Becken wurde schon 1970 ausgehoben. Dann war Baustopp. Zehn Jahre später wurde die Grube wieder zugeschoben. Der Plan war, an der Stelle die Turnhalle zu bauen. Es dauerte noch weitere vier Jahre, bis sie kam. Eröffnung war 1984.

Letzter Direktor der Schule und jahrelanger Ortsvorsteher war Eberhard Neumann. Er konnte den Verfall des Hauses nicht ertragen und vermied es lange Zeit in seine Nähe zu kommen. Zu tief saß der Schmerz über die Schulschließung und den programmierten Verfall, der nun mit dem Verkauf des Geländes ein Ende nehmen soll.

Von Sandra Bels

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