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Gumtow Kanzel und Altar kommen wieder zusammen
Lokales Prignitz Gumtow Kanzel und Altar kommen wieder zusammen
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11:23 30.01.2019
Pfarrer Henning Utpatel (l.) zeigt auf einem Plan, wie der Altarraum der Barenthiner Kirche nach ihrer Innensanierung aussehen könnte. Ein großer Altarraum soll entstehen. Quelle: Sandra Bels
Barenthin

In der Kirche von Barenthin soll nach vielen Jahren nun wieder zusammen kommen, was zusammen gehört. Altar, Kanzel und Taufbecken sollen nach der Sanierung des Innenraumes der Kirche wieder eine Einheit bilden und in einem großen Raum stehen. Darüber sind sich Pfarrer Henning Utpatel, der Gemeindekirchenrat, die kirchliche Baubehörde und der Denkmalschutz grundlegend einig.

Es gibt noch Abstimmungsbedarf

Über die Realisierung wird es aber noch einigen Abstimmungsbedarf geben. Das habe sich am Dienstag beim Treffen aller Beteiligten in der Kirche gezeigt, war von Ortsvorsteher Jörg Abraham im Nachgang zu erfahren. Nicht geklärt werden konnte zum Beispiel, wie die Kanzel künftig stehen soll und ob die Balken der Orgelempore einfach gekappt werden können.

Es bleibt noch genügend Zeit, alle diese Fragen zu klären. Für den Fördermittelantrag spielen sie erst einmal keine Rolle. Er muss bis zum 18. Februar gestellt werden. Die Kirchengemeinde hat nämlich die Zusage einer Leader-Förderung für die Sanierung des Innenraumes der Kirche bekommen.

Die Kirche wurde mehrmals umgebaut

Die Kirche ist in den vergangenen Jahrhunderten nachweislich mehrmals umgebaut worden. „Und wir wollen sie nun wieder umbauen und neu gestaltet“, so Pfarrer Utpatel. Pläne dafür werden schon seit dem Sommer 2018 gemacht. Architektin Barbara Biehler hat das übernommen. Restauratorin Marlies Genßler hat die Kirche untersucht und ihre Ergebnisse dokumentiert. Im Herbst war die Kostenschätzung für die anstehenden Arbeiten fertig.

236 000 Euro betragen die geschätzten Baukosten. 75 Prozent davon werden gefördert. Utpatel betont, dass es sich um eine erste Schätzung handelt, die nicht bindend ist. Zudem könnte die Bausumme um 50 000 Euro erhöht werden. Damit vergrößere sich aber auch der Eigenanteil der Kirchengemeinde.

Erste Spenden eingegangen

Froh stimmt Utpatel das erste Ergebnis des Spendenaufrufs vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für die Kanzel und die Emporenbilder. Von Ende November bis Ende Dezember sind bereits 6000 Euro dafür gespendet worden. Für Utpatel ist es ein beachtliches Ergebnis in einem Monat. Die Restaurierung der Bilder ist mit 10 000 Euro veranschlagt. Für die Kanzel sind 20 000 Euro notwendig.

Für die Restaurierung der Emporenbilder werden Spenden gesammelt. Quelle: Sandra Bels

Aktuell steht die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert an der Westseite der Kirche gegenüber dem Altar. Sie kann aber nicht genutzt werden, weil sie marode ist. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die Orgel seit 1845 auf einer Empore. Darunter befindet sich auch der Altar. Es gibt Aufzeichnungen darüber, dass es bis in die 80 er Jahre auch eine Empore gegenüber der Orgel gab. Sie ist heute nicht mehr da.

Altarraum wird zur Ostseite geöffnet

Geplant ist, den Altarraum an der Ostseite zu öffnen, so dass ein großer Raum entsteht. Die Orgel müsste dann auf die gegenüberliegende Seite umziehen, wo eine neue Empore gebaut werden muss. „So würde ein schöner Raum für Kanzel, Altar, Taufbecken und die Altarbilder, die in der Kirche vorhanden sind, entstehen“, ist sich Utpatel sicher.

Das Umsetzen der Orgel wird nicht so einfach. Sie wiegt eine Tonne. Die Statik der Empore muss danach ausgerichtet werden. Außerdem wurde die Orgel einst mit Hylotox behandelt, ein Mittel gegen den Holzwurm. Der ist weg, aber das Holz dünstet chemische Stoffe aus. Es gibt inzwischen zwei Kostenschätzungen von Orgelbauern für den Umbau. beide sehen sowohl ihn als auch die Hylotox-Behandlung nicht kritisch.

Die Orgel wurde in den 80-Jahren in einer Kirche nahe Brandenburg abgebaut. Es ist laut Utpatel keine reine Orgel mehr. Darüber hinaus gab es bereits 1844 und 1936 andere Orgeln.

Restauratorische Fenster werden angelegt

Die Restauratorin hat angeregt, so genannte restauratorische Fenster anzulegen. Gefunden wurde unter anderem ein Fries. aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er ist an allen Wänden ringsherum nachgewiesen. Ihn komplette wiederherzustellen wäre aufwendig und teuer. Deshalb könnte man nur eine Stelle restaurieren und zeigen, wie es einst ausgesehen hat.

Ebenso könnte mit dem Fachwerk verfahren werden, dass stellenweise bei den restauratorischen Untersuchungen zum Vorschein kam. Auch die Bemalung an den Hölzern und teilweise an den Wänden könnte mit restauratorischen Fenstern sichtbar gemacht werden. Ansonsten wird von der Restauratorin ein einfarbiger Anstrich für die Kirche empfohlen.

Wertvolle Untersuchungen

Utpatel sagt: „Die restauratorischen Untersuchungen sind für uns sehr wertvoll.“ So gibt es zum Beispiel eine Schicht an den Wänden, die komplett mit einem Fachwerk bemalt ist, was für eine Feldsteinkirche doch eher untypisch ist. Auch die Restauratorin hatte so etwas noch nicht gesehen. Aus welcher Zeit der Anstrich stammt, das konnte sie jedoch nicht sagen.

Von Sandra Bels

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