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Prignitz Gute Getreideernte – starker Preisverfall
Lokales Prignitz Gute Getreideernte – starker Preisverfall
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09:38 07.11.2013
Die Getreideernte fiel in diesem Jahr deutlich besser aus als im Frühjahr erwartet. Quelle: Julian Stähle
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Karstädt

Vielfältig wie die Agrarwirtschaft waren die Themen, die am Mittwoch in Karstädt beim Kreisbauerntag 2013 besprochen wurden. Rund 110 Mitglieder des Kreisbauernverbandes (KBV) Prignitz konnte dessen Vorsitzender Lothar Pawlowski dazu begrüßen.

In seinem Jahresbericht ging Pawlowski zunächst auf diesjährige Wetterkapriolen und Ernteergebnisse ein. "Die Getreideerträge waren deutlich besser als im Frühjahr erwartet", sagte er. Dagegen seien die Erträge bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben eher unterdurchschnittlich gewesen. Es habe einen starken Preisverfall, zum Beispiel bei Roggen, gegeben. Etwas abfedern hätten es nur die können, die Vorverträge mit den Abnehmern abgeschlossen hatten. "Im tierischen Bereich", so Pawlowski, "verzeichnen wir auf dem Schweine-Rinder-GeflügelMarkt etwas Erholung. Auch zeigt die Milchwirtschaft deutliche Tendenzen noch oben. Da ist zu hoffen, dass hier etwas Stabilität eintritt."

Aufgrund des Bevölkerungsschwundes, sagte Pawlowski, hätten einige Landwirte schon jetzt Schwierigkeiten, Arbeitskräfte sowie junge motivierte Leute für die Erstausbildung zu finden. Deshalb gelte es, in der Öffentlichkeit die Perspektiven einer modernen Landwirtschaft stärker deutlich zu machen. Gute Erfahrungen gebe es mit Ausbildungsmessen und den Schülerprojekten von "Land Aktiv". Doch Öffentlichkeitsarbeit allein über den Verband sei zu wenig. Schülerpraktika, Ausflüge von Schulklassen und Kitas zu den Betrieben könnten hilfreich sein, ebenso Tage des offenen Hofes und das Mitwirken bei der brandenburgischen "Landpartie", sagte Pawlowski.

Auf die jüngste Agrarministerkonferenz zur Umsetzung der EU-Beschlüsse zur Landwirtschaftsförderung ging Udo Folgart als Gastredner ein. "Es hätte schlimmer kommen können", erklärte der Präsident des Landesbauernverbandes. Dass kleinere Betriebe, wie es sie in Westdeutschland vor allem gebe, bei den Flächenzahlungen verhältnismäßig besser wegkommen, könne man auch als Solidarbeitrag nach 20Jahren Aufbau Ost ansehen.

Torsten Uhe, 1. Beigeordneter des Landrats, war gebeten worden, auf die geplante Kreis- und Gebietsreform einzugehen. "Wie die Reform aussehen soll, ist noch völlig offen, man kann sich noch einbringen", sagte er. In der Führung der Kreisverwaltung sei man sich einig, dass Einwohnerzahl oder Fläche nicht einziges Reformkriterium sein könnten. Ein Zusammenschluss mit Ostprignitz-Ruppin ändere nichts an der Strukturschwäche beider Kreise. Was die "Havelland-Variante" betreffe, sei es "Unsinn zu glauben, dass die Wirtschaftskraft des Berliner Speckgürtels bis in die Prignitz durchschlägt". Vor jedweder Gebietsreform müsse es eine Funktionalreform geben, also geklärt sein, welche Ebene welche Aufgaben zu übernehmen hat.

Amtstierärztin Sabine Kramer informierte über eine ab April 2014 geltende Meldepflicht der Betriebe zum Antibiotikaeinsatz bei der Tierhaltung. Sie kündigte zudem an, dass es wegen des Aufflammens der Tuberkulose in süddeutschen Rinderbeständen bis zum Frühjahr in 14 Prignitzer Betrieben 450 Rinder vorsorglich untersucht werden.

Ohne Gegenstimme beschloss der Kreisbauerntag eine Erhöhung des KBV-Jahresbeitrags von zwei auf 2,50 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Von Ulrich Fischer

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