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Gutsparks in der Prignitz

Perleberg Gutsparks in der Prignitz

Begeistert waren die mehr als 60 Gäste in der Perleberger Stadtbibliothek vom Vortrag des Autors Torsten Foelsch. Der hat jetzt sein neues Buch „Gartenkunst in der Prignitz“ vorgestellt und präsentiert darin all jene Guts- und herrschaftlichen Parks, die es eins in der Prignitz gegeben hat und zum Teil heute noch gibt.

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Mehr als 60 Zuhörer waren zu dem Vortrag erschienen.

Quelle: Kerstin Beck

Perleberg. Eigentlich ist das neue Buch von Torsten Foelsch noch gar nicht richtig fertig, doch da es immerhin mit Sicherheit sein großes Lebenswerk sein wird, gab es am Mittwochnachmittag in der Perleberger Stadtbibliothek schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den Leser im Sommer, wenn es erscheinen soll, erwartet: Ein schier unerschöpfliches Kompendium an Fundstücken, die aufzeigen, was es in der Prignitz einst an Guts- und herrschaftlichen Parks gab. Gekommen waren zu dem Dia-Vortrag über 60 Gäste nicht nur aus der Kreisstadt, sondern aus der gesamten Prignitz, und mit dem Platzmangel musste man dann einfach leben.

Der Autor präsentiert auch die Menschen, die sich hinter der Gartenbaukunst verbergen

Der Autor präsentiert auch die Menschen, die sich hinter der Gartenbaukunst verbergen: Hier die Gärtnersfamilie Franke in Groß Pankow.

Quelle: Kerstin Beck

Aus seinem Archiv zeigte der Autor über 100 historische Fotos von Prignitzer Gartenanlagen, und überwiegend natürlich seltene Bildnisse, die der 49-Jährige in akribischer jahrzehntelanger Suche gefunden hatte. „Zu den Orten, an denen man fündig wird, gehören in erster Linie Archive und Familienarchive, die noch vieles erhalten haben, aber auch alte Karten wie die Urmesstischblätter, auf denen auch die Parks eingezeichnet wurden!“ Letztere dienten ab 1818 der Fortführung der Preußischen Generalstabskarten, wurden jedoch nach einheitlichen Regeln und mit dem einheitlichen Maßstab 1 zu 25 000 ausgeführt – und zudem handkoloriert. „Die dunkelgrünen Flächen in den Orten sind immer Gärten!“, so der Verfasser. Und es gibt nicht nur Karten und alte Fotos, sondern auch Gemälde, die sogar auf Tellern und Tassen wie etwa Groß Pankow, „eine Perle der Gartenkunst“, zu finden sind. Das seltenste Stück, das Torsten Foelsch „ausgrub“, ist eine um 1850 entstandene Metallmalerei, die das Schloss in Dallmin zeigt.

Älteste Gärten sind die der Stifte

Auf einer Aquarellzeichnung dagegen ist ein wunderschöner, über die Löcknitz führender Weg dargestellt. Auf der linken Seite ein Gebäude, welches längst nicht mehr existiert, doch das weit dahinter stehende Gadower Schloss, Wohnsitz der Familie von Wilamowitz-Möllendorff, kann man erahnen. „Und dieses Bild hat nur deswegen überlebt, weil es rechtzeitig im Krieg zu den Verwandten nach Schweden kam!“, bemerkt Foelsch.

Als älteste Gärten gelten die der beiden Klosteranlagen in Heiligengrabe und Marienfließ – seit der Reformation in Stifte umgewandelt. Und nicht nur dort, sondern auch in vom Adel geschaffenen Parks sowie in Gutsparks sind häufig auch die Familienfriedhöfe der einstigen Besitzer zu finden, die das Jahr 1945 – wie überhaupt die Anlagen selbst – in unterschiedlichster Weise überstanden haben.

Urmesstischblätter sind wichtige Quellen

Urmesstischblätter sind wichtige Quellen.

Quelle: Kerstin Beck

Auch einen Blick auf die heutige Nutzung der „dazugehörigen“ Schlösser und Herrenhäuser gab es, und die Bandbreite ist groß: vom Privathaus über das Hotel bis hin zum Schloss in Neuhausen, „das man für richtig viel Geld zum Beispiel für eine Hochzeit mieten kann“. Aber auch denen, die „hinter dem Ganzen“ steckten, hat Torsten Foelsch ein Denkmal gesetzt, indem er sie zeigt und sogar benennt, wie die Gärtnerfamilie Franke in Groß Pankow oder den 1942 gestorbenen Otto Hamann, dem letzten Gutsgärtner in Krampfer, dessen Grabstein „auch unbedingt weiter erhalten werden sollte“. „Und da sind Kirchenbücher ganz ausgezeichnete Quellen, weil man die Namen dort findet!“, sagt Foelsch.

Und am Ende des Vortrages sprach die 98-jährige und noch immer sehr geschichtsinteressierte Ursula Schwabe, die ganz selbstverständlich zum Referat gekommen war, das aus, was wohl alle dachten: „Eine ganz große Fleißarbeit!“

Von Kerstin Beck

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