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Gymnasiasten verleihen Windrädern Flügel

Pritzwalk Gymnasiasten verleihen Windrädern Flügel

Windräder mit automatisch verstellbaren Rotor-Oberflächen – eine solche Idee haben Pritzwalker Gymnasiasten jetzt umgesetzt. Die Organisatoren der Messe Ideen-Expo waren davon so begeistert, dass sie die Schüler um Techniklehrer Godert Wuttke nach Hannover eingeladen haben – als einzige Brandenburger. Die Schüler wollen dafür ein neues Windradmodell erstellen.

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Das Team von Technik-Kursleiter Godert Wuttke mit (v.l.): Pascal Bräutigam, Niclas Walter, Jeremy Roeper, Vincent Spieker und Eddy Ziesche.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Solch eine Windmühle gab es bisher nicht. Was sich Schüler des Pritzwalker Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums gemeinsam mit Techniklehrer Godert Wuttke ausgedacht haben, könnte den Wirkungsgrad von Windkraftanlagen verbessern. Zwar können existierende Windräder ihre Rotorblätter in den Wind drehen, aber die Oberfläche bleibt dabei gleich. Genau dort setzt das Projekt an, mit dem sich Vincent Spieker, Jeremy Roeper, Pascal Bräutigam, Niclas Walteer, Eddie Ziesche aus der 11. Klasse und Kira Isenberg sowie Laura Pelikan aus der 8. Klasse des Gymnasiums seit Monaten beschäftigen.

Ausgangspunkt war eine Modell für Airbus

„Wir haben gemeinsam mit der Firma Kobranet, die Forschungsprojekte an Brandenburger Schulen fördert, die Idee zu dieser Arbeit entwickelt“, berichtet Godert Wuttke. Das Projekt I-Tech-Lab bot die geeignete Plattform für die Idee vom fein zu justierenden Windrad. Bereits vor einigen Jahren hatten sich junge Forscher vom Pritz­walker Gymnasium für die Firma Airbus mit variablen Oberflächenformen von Tragflächen beschäftigt. Das daraus resultierende Modell diente jetzt als Grundlage für ein hölzernes Windrad mit verstellbaren Rippen in den Flügeln.

Bauelemente wurden am Computer konstruiert

„Die Bauelemente haben die Schüler mit Hilfe von Konstruktionsprogrammen (CAD) am Computer entworfen“, sagt Godert Wuttke. Die Bauelemente wurden auf speziellen CAD-Fräsmaschinen gefertigt. „Einige spezielle Bauteile haben wir auch im 3-D-Drucker hergestellt“, sagt Vincent Spiekert. Letztlich erwiesen sich jedoch die aus Birken-Sperrholz auf der Fräsmaschine erstellten Werkstücke als schneller produziert. „Eine Rippe im 3-D-Drucker herzustellen dauert mindestens eine Stunde“, ergänzt Jeremy Roeper. Das Ergebnis kann sich schon jetzt sehen lassen. Kleine Servomotoren beeinflussen die Lage der Rippen, die zwischen die Ränder der Flügel montiert sind. Mit einer entsprechenden Oberflächenbespannung versehen, sollte sich die ideale Oberfläche modellieren lassen.

Stoff für ein Masterstudium

Wie sich die Eigenschaften der Rotoren strömungstechnisch verändern, vermögen die Schüler noch nicht zu berechnen. „So etwas ist Gegenstand eines Masterstudiengangs“, erklärt Godert Wuttke. Dennoch haben die Versuche mit de Airbusflügel bereits die Richtung gewiesen.

Als einzige Schule Brandenburgs qualifiziert

Die große Mühe und der Ideenreichtum, den die Schüler bei der Umsetzung der Aufgabe bewiesen haben, vermochten auch die Jury der Ideen-Expo in Hannover zu übezeugen. Die jungen Tüftler konnte sich für den Wettbewerb „Ideenfang“ qualifizieren. „Und zwar als einzige Schule Brandenburgs“, wie Mentor Godert Wuttke nicht ohne Stolz anmerkt. „In Hannover müssen wir uns mit Projekten aus 23 anderen Schulen messen“, sagt er. Die endgültige Entscheidung fällt im Rahmen der diesjährigen Idee-Expo, die vom 10. bis 18. Juni in Hannover stattfindet.

Neue Modell soll Strom erzeugen können

Um die Juroren zu überzeugen, arbeiten die Schüler ihre Idee weiter aus. „Wir wollen mit einem neuen Modell nach Hannover fahre, das in der Lage sein wird, in geringen Mengen Strom zu erzeugen“, kündigt der Lehrer an. Für die Schüler heißt das erneut, Nachmittage mit Konstruieren, Entwickeln, Basteln, Testen und Grübeln zu verbringen. Doch die Mühe ist es wert. Der Gewinner des Ideenfang-Wettbewerbs erhält in Preisgeld von 2500 Euro und einen naturwissenschaftlichen Ausflug.

Von Andreas König

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