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Hainholz-Verkauf ausgesetzt

Pritzwalk Hainholz-Verkauf ausgesetzt

Die Verhandlungen zum Verlauf der ehemaligen Baumschule im Pritzwalker Hainholz sind ausgesetzt. Darüber wurde in der Stadtverordnetenversammlung informiert. Ein Grund ist die Feststellung von „Waldeigenschaften“ auf mehr als zwei Dritteln der Fläche. Die Bürgerinitiative Pro Hainholz forderte, den Verkaufbeschluss aufzuheben.

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Cornelia Wriedt und Holger Bull (3.v.r.) appellierten an die Stadtverordneten, den Verkaufsbeschluss aufzuheben.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Die Verhandlungen zum Verkauf der ehemaligen Baumschule im Pritzwalker Hainholz an die Firma Art Attack sind ausgesetzt. Das sagte der für Immobilien zuständige Geschäftsbereichsleiter der Stadtverwaltung, Dietmar Sachs, in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend.

Mindestens zwei Drittel der Fläche besitzen „Waldeigenschaft“

Zuvor hatten sowohl Holger Bull als auch Cornelia Wriedt von der Bürgerinitiative „Pro Hainholz“ gefragt, inwieweit die Stadtverordneten ihren Beschluss zum Verkauf der ehemaligen Baumschule aufheben wollen. Bekanntlich hat die obere Förstbehörde festgestellt, dass es sich bei der Baumschule zu „mindestens zwei Dritteln um ein „Gebiet mit Waldeigenschaft“ handelt.

Ein „extrem unerfreulicher Vorgang“

Die Stadtverordneten hatten sich zuvor auf die Einschätzung der unteren Frostbehörde verlassen, wonach das Gebiet eben kein Wald gewesen sei und mithin trotz seiner Lage im Wasserschutzgebiet hätte verkauft werden dürfen. Genau das sei jetzt allerdings zu hinterfragen. „Natürlich haben wir uns mit der veränderten Sachlage auseinandergesetzt“, sagte Conrad Pfestorf (CDU). „Wir sind davon ausgegangen, dass die Forstbehörde den Status der Fläche geprüft hat. Sonst hätten wir dem Verkauf nicht zugestimmt.“ Er nannte den Hainholz-Verkauf einen „extrem unerfreulichen Vorgang. Die Auseinandersetzung hätten wir uns sparen können.“ Dennoch sei die Fraktion noch nicht bereit, „die weiße Fahne zu hissen und eine Rolle rückwärts zu machen“. Wie mit dem Beschluss umgegangen werde, sei zu prüfen.

Starke Indizien für den Waldcharakter

Die FDP werde ebenfalls keine „Schnellschüsse“ wagen, sagte Fraktionsvorsitzender Jean Duwe. Dennoch müsse das Thema beraten werden und zwar auf einer Sondersitzung des Hauptausschusses. Frank Schröder (Linke) sagte, es habe starke Indizien gegeben, die für die Waldeigenschaften der Fläche gesprochen hätten. Das sei auch eines der Resultate der Akteneinsicht gewesen, die die Linken bei der Stadt beantragt hätten.

Frei Wähler: Nicht ein Quadratmeter wird verkauft

„Die SPD hat den Beschluss nicht mitgetragen“, sagte Marlies Ferner. Stattdessen habe sie den Antrag gestellt, ein Konzept für die Nutzung des Hainholzes zu erarbeiten, an dem alle Bürger von Anfang an mitwirken können. Dieser Vorschlag wurde in der vorherigen Stadtverordnetenversammlung ebenso abgelehnt wie der Gegenantrag von CDU, FDP und Kreisbauernverband, die eine Satzung zur Hainholz-Nutzung erarbeiten wollten (die MAZ berichtete). Für die Freien Wähler sagte Klaus Brandt: „Wir stimmen nicht dafür, auch nur einen Qua­dratmeter des Hainholzes zu verkaufen.“

Weniger Wald, weniger Wert

Holger Bull berief sich auf die Aussage der Stadt, dass der Verkauf zum Zwecke der Wirtschaftsförderung gedacht war. Er zweifelte an, ob der Plan, auf dem Gelände einen Spargelanbau zu etablieren, sehr zukunftsfähig sei angesichts der Tatsache, dass in der Region viele Spargelbauern ihr Geschäft aufgegeben hätten. „Die geplante Nutzung des Hainholzes würde weniger Erholungswert bringen, weniger Arbeitsplätze, weniger Steuern und weniger Wald“, sagte er.

Von Andreas König

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