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Halenbecker übergab sechs Ordner am die Gemeinde

Ortschronik überreicht Halenbecker übergab sechs Ordner am die Gemeinde

Der einstige Bürgermeister und Ortschronist Richard Kenner übergab sechs Ringordner voller Halenbecker Geschichte an die Gemeinde. Bürgermeisterin Astrid Eckert will den Schatz im Gemeindehaus aufbewahren. Kenners Nachfolger als Chronist will Dietrich Olinski aus Brügge werden.

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Dietrich Olinski (l.) und Richard Kenner blättern in der Chronik, die nun im Gemeindehaus aufbewahrt wird.

Quelle: Foto: Beate Vogel

Halenbeck. Richard Kenner hängt mit Herzblut an seinem Heimatort. Und er kennt ihn in- und auswendig. Mehr als drei Jahrzehnte sammelte der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Halenbeck Fotos und Urkunden, notierte Daten und Namen, kopierte Bilder und Tabellen für eine umfangreiche Ortschronik. Am Dienstagabend überreichte er sie im Gemeindehaus Astrid Eckert, der Bürgermeisterin von Halenbeck-Rohlsdorf. Diese übergab die sechs prall gefüllten Ringordner sozusagen symbolisch an Dietrich Olinski weiter, der Kenners Nachfolge antreten will.

Der heute 87-jährige Kenner kam 1948 aus Schlesien nach Halenbeck und wurde 1966 zum Bürgermeister gewählt. Das blieb er, bis der Ort im Zuge der Gemeindegebietsreform 2002 mit Rohlsdorf fusionierte und mit den Ortsteilen Brügge und Warnsdorf nun die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf bildet. „Ich hatte mich damals erkundigt, ob es eine Ortschronik gibt“, erinnert er sich an die Anfänge. Dabei habe ihm der damalige Lehrer Hans Sachs erzählt, dass diese nach dem Krieg mit verbrannt worden sei, als der russische Kommandant alle Bücher aus der Schule vernichten ließ.

„Pastor Isemir hat mir dann später erzählt, dass die Kirchenbücher ins Archiv nach Potsdam gegangen sind.“ Richard Kenner sprach viele Bürger im Dorf an, um Daten zusammenzutragen, alte Familienfotos zu sammeln oder Unterlagen zu kopieren. Akribisch stellte er alles zusammen. „Ich war fast 37 Jahre lang Bürgermeister.“

Seine Chronik beginnt 1325, als das Dorf als Holebek erstmals erwähnt wurde. „Wir hatten einst ein Gut, das Dorf gehörte zu Heiligengrabe, wurde später aber von den Bauern zurückgekauft“, erinnert er. Dieses Ereignis war der Grundstein für die Chronik, meint der Heimatforscher. „Ich habe alles festgehalten, was sich im Dorf bewegt hat“, sagt Kenner. Mit dem Fotoapparat ging er selbst durch das Dorf und die Nachbarorte, hielt Straßenbaumaßnahmen, Gebäude oder auch Ereignisse fest. So finden sich in den Ordnern auch alte Fotos von Hochzeiten, Dorffesten, Trauungen oder der Landarbeit. Im Jahr 1952 hatte Halenbeck mit Brügge und Warnsdorf rund 900 Einwohner. Heute sind es zusammen mit Rohlsdorf noch etwa 570, sagte Bürgermeisterin Astrid Eckert auf Nachfrage. In jedemDorf gab es einst eine LPG und eine Feuerwehr. Das Halenbecker Gerätehaus wurde laut Kenner 1860 errichtet. „Es war aus Stein und fiel in den 1950ern schon fast zusammen.“ Nach der Wende wurde es neu gebaut.

1953 bekam Halenbeck einen Kindergarten, erzählt der einstige Bürgermeister. „Weil unsere LPG den Namen Walter Ulbricht trug, erhielten wir 10 000 DDR-Mark für den Bau des Kindergartens“, blickt der 87-Jährige zurück. Ulbricht hatte wohl zur Übergabe sogar nach Halenbeck kommen wollen, konnte aber wegen anderer Termine nicht. Das Straßensystem machte den Halenbeckern Sorgen, erzählt er: „Weil die russischen Panzer vom Truppenübungsplatz Jännersdorf immer hier durchgefahren sind.“

Die Kita ist längst geschlossen. Viele der Gebäude stehen inzwischen nicht mehr, die Richard Kenner in der Chronik verewigt hat. So wurde das einst prachtvolle Gutshaus Spremberg nach dem Krieg in zwei Gebäude geteilt, um ihm den herrschaftlichen Charakter zu nehmen. Einer der verbliebenen Flügel ist im März 2013 fast komplett abgebrannt und wurde jetzt abgerissen.

Bis 2000 führte Richard Kenner die Chronik. Jetzt geht es nicht mehr, weil er langsam sein Augenlicht verliert. Zu seinem Nachfolger hat sich Dietrich Olinski aus Brügge bereit erklärt, der sich nun zunächst den einen der dicken Ordner mitnehmen will, um ihn durchzuarbeiten. Bürgermeisterin Eckert ist sich des Schatzes bewusst, den ihr Richard Kenner in die Hand gibt. „Die Chronik soll im Gemeindehaus aufbewahrt werden.“ Zum Teil werden Fotos und Unterlagen auch ausgestellt. Langfristig soll die Sammlung sortiert und aufbereitet werden.

Von Beate Vogel

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