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Halenbecker warten auf Dreschwetter

Ulrich Kieback von der Agrargenossenschaft stört der wechselhafte Sommer nicht Halenbecker warten auf Dreschwetter

Mal heiß und trocken, mal kühl und nass – der Sommer kann sich nicht entscheiden. Dabei ist die Niederschlagsmenge eher unterdurchschnittlich. Weil nach dem Regen das Getreide nass ist, müssen die Landwirte immer wieder auf besseres Wetter warten, bevor sie wieder dreschen können. Ulrich Kieback, Chef der Agrargenossenschaft Halenbeck, sieht das aber entspannt.

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Vergangene Woche war bestes Dreschwetter: Die Kollegen der Agrargenossenschaft rückten im Viererpack aus.

Quelle: Privat

Halenbeck. Während viele Ferienkinder seit dieser Woche traurig sind, dass das Badewetter schon wieder vorbei ist, sieht Ulrich Kieback die Wetterlage völlig entspannt: „Das ist ein völlig normaler Sommer.“ Otto-Normal-Verbraucher mag glauben, dass es dieses Jahr besonders feucht ist, weil es alle paar Tage übermäßig regnet und gewittert. Fakt ist aber, dass es eher zu trocken ist, hat der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Halenbeck (Amt Meyenburg) beobachtet, der seit Jahrzehnten das Wetter aufzeichnet. „Bis jetzt ist genau so viel Regen gefallen wie im langjährigen Durchschnitt“, so Kieback.

Einer der Großen

Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Brandenburg beträgt rund 1 320 000 Hektar. Die Betriebsgröße reicht von fünf bis über 2000 Hektar.

Die rund 5400 landwirtschaftlichen Betriebe im Land haben eine durchschnittliche Betriebsgröße von rund 240 Hektar – das ist weit über dem Bundesdurchschnitt von rund 59 Hektar. In Bayern und Baden-Württemberg liegt die Flächenausstattung rund 34 Hektar je Betrieb.

Die Agrargenossenschaft Halenbeck ist mit 2250 Hektar einer der größten Betriebe im Land. In dem Betrieb in Halenbeck sind 13 Kollegen beschäftigt – inklusive einer Bürokraft und dem Geschäftsführer.

Die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft hatten in der vergangenen Woche unter guten Bedingungen – bei bestem Dreschwetter – Wintergerste eingebracht. Am gestrigen Montag mussten aber die Mähdrescher auf dem Hof stehen bleiben. Der Regen in der Nacht zuvor hatte das Getreide durchnässt. „Das muss richtig trocken sein, sonst müsste man es trocknen lassen“, erklärt der Betriebsleiter. Die Halenbecker lassen die Frucht aber lieber von der Sonne trocknen als in einer teuren Trockenanlage. „Wir haben statt dessen einen Mähdrescher mehr gekauft.“ Damit könne man bei gutem Wetter schneller ernten. Immerhin koste eine Trockenanlage etwa genauso viel wie ein Mähdrescher. „Und wir haben ja auch keine Lagermöglichkeiten“, so der Geschäftsführer.

Geschäftsführer Ulrich Kieback denkt bereits ans nächste Jahr

Geschäftsführer Ulrich Kieback denkt bereits ans nächste Jahr.

Quelle: Beate Vogel

Die Wintergerste ist die erste Frucht, die geerntet wird. Auf den rund 2250 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche der Halenbecker Agrargenossenschaft werden auch Winterraps, Winterroggen, Winterweizen und Mais als Tierfutter angebaut. Zum Betrieb gehören außerdem Tierproduktion und Waldwirtschaft. „Wenn man das dazuzählt, sind wir schon ein großer Betrieb“, sagt Kieback.

Auch wenn diese Woche nicht unbedingt bestes Dreschwetter ist, haben die 13 Mitarbeiter gut zu tun. Denn jetzt bereiten die Kollegen die Flächen für die Wintersaat vor. „Bodenbearbeitung, Düngen, Kalken auf den Flächen, wo dann der Raps angebaut wird“, so der Landwirt. Auf rund 200 Hektar wurden bereits Zwischenfrüchte angebaut: eine bunte Mischung aus Felderbse, Vicken, Kleesorten, Lein, Leguminosen und nicht zuletzt Sonnenblumen – „zum Angucken“, sagt Kieback. Die bunte Vielfalt diene nicht nur dem Erosionsschutz, sie sei außerdem wichtig für die Bienen. „Das ist gut für die Natur und für den Menschen“, sagt Kieback. Schon zu DDR-Zeiten haben die Landwirte so gearbeitet, meint der Halenbecker.

Drei Männer arbeiten unterdessen im Wald, wo sie sich um die Jungbestandspflege kümmern, zwei sind mit Reparaturen beschäftigt, einer betreut die Tiere. „Es gibt immer etwas zu tun“, sagt der Geschäftsführer. Er sieht die Wetterlage in diesem Sommer entspannt. Denn die Situation ist ganz anders als zum Beispiel 2001, als der Sommer so feucht war, dass die Ernte auf den Halmen verschimmelte.

Jetzt warten die Halenbecker auf das richtige Dreschwetter. „Wir denken ja schon ans nächste Jahr“, sagt Kieback. In 14 Tagen beginnt die Aussaat des Winterrapses für die Ernte 2016, da müssen die Flächen bearbeitet sein.

Von Beate Vogel

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