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Prignitz Halenbecker wollen neue Dorfstraße
Lokales Prignitz Halenbecker wollen neue Dorfstraße
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00:29 30.03.2018
Total zerbröselt: Anwohner Manfred Morgenstern fordert die Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt der L 154 in Halenbeck. Quelle: Beate Vogel
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Halenbeck

Die Pritzwalker Straße in Halenbeck – die L 154 – sieht ein bisschen aus wie nach der Wende: Die dünne Asphaltschicht, die auf dem buckligen Kopfsteinpflaster liegt, bröselt vor sich hin. Mitten auf der Fahrbahn öffnen sich Schlaglöcher. An den Rändern gucken die Pflastersteine heraus. Dort ist der Belag so stark abgesackt, dass man beim Öffnen der Autotür gegen den Bordstein schlägt. Bei nasser Witterung steht dort das Wasser knöcheltief. Auf der anderen Seite gibt es gar keinen Gehweg.

Überall solch tiefe Löcher auf der L 154 in Halenbeck. Wer im Dunkeln nicht genau hinsieht und sich nicht auskennt, kann da schon mal eine Schütteltour erleben. Quelle: Beate Vogel

Dabei geben sich die Anwohner und die Gemeindevertretung von Halenbeck-Rohlsdorf große Mühe: So nehmen sie wieder am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Das Dorfbild in Halenbeck, Rohlsdorf, Ellershagen, Warnsdorf und Brügge wird verschönert. Wohn- und Gemeindehäuser sind restauriert, die Vorgärten gepflegt. Die Dorfkirchen in Halenbeck und Brügge erstrahlen in neuem Glanz. Trotzdem sehen die Dörfer immer ein bisschen ungepflegt aus: Die völlig zerfahrenen Ortsdurchfahrten stören den Gesamteindruck.

Überall gemachte Straßen, nur in Halenbeck nicht

Jetzt wollen die Bürger eine Petition auf den Weg bringen, kündigte Bürgermeisterin Astrid Eckert in der Sitzung der Gemeindevertretung am Montag an. „Unser Dorf hat nur Zukunft, wenn nicht nur die Bürger, sondern auch das Land Brandenburg seinen Beitrag leistet: Die letzten Teilstücke von L 154 und L 155 müssen erneuert werden!“, so die Forderung.

Bärbel Lauenroth-Morgenstern und Manfred Morgenstern sind vor 15 Jahren nach Halenbeck gezogen. „Überall sind die Straßen gemacht, wir konnten sehen, wie es Stück für Stück immer besser wurde“, sagt Manfred Morgenstern. Nur nicht in Halenbeck.

Bei Gegenverkehr auf bröcklige Straße ausweichen

Er hat die Petition als einer der ersten an den Petitionsausschuss des Landtages geschickt. „Die landeseigenen Dorf- und Durchgangsstraßen sind in einem derart vernachlässigten Zustand, dass der Gesamteindruck der Gemeinde trotz erheblicher Eigeninitiative der Einwohner nur als äußerst negativ bezeichnet werden muss“, begründet Morgenstern in seinem Schreiben.

Die Landesstraße 154 sei saniert, heißt es in der Petition. Nur das elf Kilometer lange Teilstück zwischen Sadenbeck und Rohlsdorf sei vergessen worden. Die schmale L 155 zwischen Brügge und Halenbeck zu befahren, ist ebenso ein Abenteuer. Bei Gegenverkehr müssen Autofahrer auf den abgebröckelten Randstreifen ausweichen.

Gemeinde bemüht sich schon lange um die Sanierung

Beim 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ habe die Gemeinde trotz großen Engagements schlecht abgeschnitten. Am 10. Wettbewerb hat sie nicht teilgenommen. Nun soll es noch einmal versucht werden: Seit Monaten trifft sich das Vorbereitungskomitee, das sich nun „Einwohnerstammtisch Halenbeck-Rohlsdorf“ nennt.

Vorsicht beim Halten: Wer an den abgesackten Rändern der Straße die Autotür öffnet, kann leicht gegen den Bordstein schlagen. Quelle: Beate Vogel

Dabei bemühen sich die Gemeinde und das Amt Meyenburg schon lange um eine Sanierung der beiden Straßen, die Pritzwalk und Freyenstein sowie Pritzwalk und Halenbeck miteinander verbinden. Immer wieder hat das Amt beim Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg nachgefragt, wann die beiden Straßen mit einer Sanierung an der Reihe wären. Sie gehören zum so genannten Grünen Netz. Dessen eher untergeordnete Straßen werden nicht mehr saniert, sondern nur noch geflickt, hieß es seitens des Landesbetriebes wiederholt. Auch im neuen Ortsdurchfahrten-Programm sind die beiden nicht dabei.

Extra Programm für Ortsdurchfahrten

Die Straßen in Brandenburg sind in drei Netze unterteilt. Zum Leistungsnetz gehören die Autobahnen und einige Bundesstraßen im Blauen Netz. Weitere Bundesstraßen sowie diverse Landesstraßen zählen zum Grundnetz. Untergeordnete Landesstraßen bilden das Grüne Netz.

Mit dem Programm „P 100“ soll in die Ortsdurchfahrten auch auf Landesstraßen investiert werden. 100 Millionen Euro stehen für 70 Projekte zur Verfügung. Bis Ende 2017 konnte der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg mehr als die Hälfte der Maßnahmen umsetzen, ein Drittel ist im Bau.

Die L 154 und L 155 sind nicht im Programm, auch nicht in den Planungen für 2019.

Der desolate Zustand der Ortsdurchfahrten ist ein Dauerproblem im Land: Sogar mehr als die Hälfte der Ortsdurchfahrten im übergeordneten Grundnetz waren schon 2014 zu mehr als 60 Prozent in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand. Das ergab eine Auswertung des Landesbetriebes.

Von Beate Vogel

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