Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Handwerk hat noch immer goldenen Boden
Lokales Prignitz Handwerk hat noch immer goldenen Boden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 01.04.2018
Der aus Pritzwalk stammende Präsident der Handwerkskammer Potsdam Robert Wüst (32). Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Anzeige
Düpow

Robert Wüst (32) ist Deutschlands jüngster Handwerkskammerpräsident. Seit 2016 steht der Metallbauermeister aus Pritz­walk an der Spitze der Handwerkskammer Potsdam. Am Mittwoch war er Gast bei der Jahrestagung der Prignitzer Handwerkerschaft in Düpow. Seiner Meinung nach steht das Handwerk derzeit auf „goldenem Boden“.

Sie sind seit 2016 Handwerkskammerpräsident in Potsdam. Wie ist das für Sie, zurück in die alte Heimat zu kommen?

Robert Wüst: Ich bin in Pritzwalk geboren, wohne dort und führe meinen Metallbaubetrieb. Meine ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident der Handwerkskammer Potsdam ändert daran nichts. Schon davor war ich Mitglied in der Metallbau-Innung der Kreishandwerkerschaft Prignitz. Heute habe ich bei der Kreishandwerkerschaft Prignitz quasi ein Heimspiel.

Wie kriegen Sie Ehrenamt und eigenen Betrieb unter einen Hut?

Anfangs war es schon ein bisschen schwer. Als vor zwei Jahren der frühere Kammer-Präsident plötzlich verstarb, bin ich als Vize-Präsident hereingerutscht und habe seine Amtszeit beendet. Im vorigen Jahr wurde ich für fünf Jahre gewählt. Ich habe natürlich viele Termine und muss zu Hause den Betrieb führen. Ich hatte den glücklichen Umstand, dass ich meinen Betrieb vergrößern und die Mitarbeiterzahl verdoppeln konnte und dass meine Ehefrau im Büro der Firma einstieg. Nach mittlerweile zwei Jahren ist alles in geraden Bahnen, dass beide Tätigkeiten zusammen gut harmonieren. Die digitalen Möglichkeiten, mit E-Mail und Datenübertragung, machen auch vieles einfacher und schneller.

Wie ist es zurzeit um die Prignitzer Handwerkerschaft bestellt?

Das Handwerk steht auf goldenen Boden. Der Großteil der Betriebe ist mehr als ausgelastet. Die Auftragsbücher sind voll. Der Winter ist fast überstanden, die milde Witterung hat die Nachfrage nicht abreißen lassen. Im Frühling steigen erfahrungsgemäß die Aufträge an. Die Leute wollen was verändern, im Haus, im Garten, auf dem Hof oder an sich selbst. Wir sind optimistisch, dass es 2018 auch so weiter geht.

Müssen Sie als Kammerpräsident eigentlich vergessen, dass Sie ein Prignitzer Handwerker sind?

Vergessen, dass ich Prignitzer bin, muss ich auf keinen Fall. Ich bin meiner Heimat sehr verbunden, sehr treu und auch stolz, dass ich Prignitzer und Pritzwalker bin. Als Potsdamer Kammerpräsident stehe ich für das gesamte Westbrandenburger Handwerk, als Präsident des Handwerkskammertages überdies für das gesamte Land Brandenburg. Die Prignitz ist eine der Regionen und damit Teil meiner Aufgabe. Oberspreewald-Lausitz mit dem Tagebau und die Uckermark und Frankfurt (Oder) mit der Nähe zu Polen haben ganz andere Probleme als die, mit denen wir hier zu kämpfen haben. Da muss ich mich anpassen. Wenn ich für das alles ein offenes Ohr habe, muss ich auch meine Herkunft nicht vergessen.

Die Mitglieder der Kreishandwerkerschaft haben sich für das Treffen in Düpow eine Diskussion zum Thema Schwarzarbeit gewünscht. Wie dramatisch sehen Sie die Lage?

Schwarzarbeit ist illegal und schädigt das Gemeinwohl. Alles was illegal ist und nicht zur Wertschöpfung Deutschlands beiträgt, geht gar nicht. Gerade unsere personalintensiven Handwerksbetriebe tragen in großem Maße zum Abgaben- und Steueraufkommen bei. Es ärgert uns, wenn sich dubiose Unternehmen diesen Pflichten entziehen wollen. Es bleibt damit wichtig, Schwarzarbeit mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Landkreise sind dabei in der Pflicht. Sie sind dafür zuständig, Kontrollen durchzuführen. Doch das ist seitens der Landkreise ganz unterschiedlich in Brandenburg aufgestellt.

Für viele Handwerksbetriebe sind reisende Handwerker ein zunehmendes Problem. Wie schätzen Sie das ein?

Das Reisegewerbe gibt schon seit vielen Jahrzehnten. Dass Handwerker von Tür zu Tür gehen und um Aufträge nachfragen, ist nicht mehr zeitgemäß. In vielen Fällen dient das Reisegewerbe zur Umgehung gesetzlicher Regeln. Dagegen muss meiner Meinung nach von allen Seiten angegangen werden. Wenn man im Reisegewerbe tätig ist, muss man sich auch an die Spielregeln halten. Man darf nicht die Vorteile eines stehenden Gewerbes nutzen.

Wie sieht es zu diesen Themen in der Prignitz aus?

Dazu kann ich keine Angaben machen. Belegbare Infos kann dazu nur das Hauptzollamt geben.

Sie sind Vater von drei Kindern. Stellen Sie sich für sie auch eine Zukunft als Handwerker vor?

Ich hoffe, zumindest eins meiner drei Kinder geht in diese Richtung. Bei drei Kindern stehen die Chancen gut, dass eins meinen Weg einschlägt. In meiner Kindheit hatte ich allerdings auch nie den Druck, Handwerker zu werden. Ich konnte frei entscheiden. Jetzt bin ich wirklich glücklich, dass ich mich für das Handwerk entschieden habe. Genauso können es meine Kinder auch halten, so wie das Herz schlägt und die Interessen da sind.

Von Marcus J. Pfeiffer

Pünktlich zu Ostern hat Revierförster Bodo Wichura aus Kehrberg eine positive Botschaft. In der Prignitz gibt es wieder mehr Hasen als noch vor drei Jahren. Zwar ist die Population nicht als besonders üppig zu bezeichnen, aber sie hat sich erholt. Ob das so bleibt, ist unklar.

01.04.2018

Der Pritzwalker Gerhard Röseler erhielt die Ehrennadel in Gold vom Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt für seine S-Klasse-Pferde. Der 79-Jährige ist Mitglied im Pferdezuchtverein Prignitz. Auch dessen Vorsitzender Albrecht Beckmann ist stolz auf die Ehrung, mit der die Zuchterfolge gewürdigt werden.

01.04.2018

Dass die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Wahljahren steigt, ist bekannt. Doch während der Anstieg im Landesdurchschnitt 2017 bei vier Prozent lag, stieg die Zahl dieser Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Neuruppin um fast 18 Prozent. Auffällig ist ebenfalls, dass in der Region mehr Reichsbürger leben als bisher bekannt war.

01.04.2018
Anzeige