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Prignitz Happy End im Gerdshagener Storchendrama
Lokales Prignitz Happy End im Gerdshagener Storchendrama
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22:45 26.08.2015
Dem geretteten Jungstorch geht es wieder gut. Quelle: privat
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Gerdshagen

Wie in Schockstarre sitzt der Altstorch seit Tagen auf seinem Nest. Über den Verlust seines Lebenspartners kommt er einfach nicht hinweg. Der war bei Gerdshagen in ein Windrad geflogen und an den schweren Verletzungen gestorben. Es ist die Tragik der Storchenfamilien, dass die zurückbleibenden Altstörche, in der Regel die Männchen, sich dann nicht mehr um ihre Jungen kümmern. So verstieß auch dieser Altstorch sein Junges, das daraufhin zu verhungern drohte.

Doch die eigentlich traurige Geschichte hat jetzt ein gutes Ende gefunden. Denn der Jungstorch hat sich in der Wildtierauffangstation Struck mittlerweile wieder prächtig erholt. Der Vogel war am Horst nahe der Milchviehanlage der Agrargenossenschaft Gerdshagen (Amt Meyenburg) gesichtet und per Steiger gerettet worden.

Damit war sein Überleben aber noch nicht gesichert. „Als er zu uns kam, konnte er weder stehen, noch wollte er fressen“, erzählte Tierschützerin Angie Löblich, „bei der Untersuchung in der Pritzwalker Tierklinik kam heraus, dass er einen Lungeninfekt und einen Magen-Darm-Virus hatte, außerdem war er unterversorgt, weil er seit Tagen nicht gefüttert worden war.“ Es war also nicht sicher, ob er sich wieder erholt.

Doch ein Antibiotikum half, so dass er am folgenden Tag wieder zu fressen begann. Inzwischen steht er, läuft schon wieder umher. Da er keine Alttiere mehr hat, die ihn führen können, soll er nun in der Wildtierauffangstation im nahe gelegenen Dorf Struck überwintern und wird im Frühjahr freigelassen, wenn die anderen Störche wieder kommen. An diesem Erfolg sind viele beteiligt, denen Angie und Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation „von Herzen für ihre Unterstützung danken“ Da sei die Agrargenossenschaft Gerdshagen, die den Steiger zur Verfügung stellte, mit dem der Jungstorch aus dem Nest bei Giesenhagen geholt werden konnte. Zum anderen aber freuen sich die beiden Tierschützer über die große Resonanz, die ihr Hilfsaufruf bei den Gerdshagenern und bei MAZ-Lesern gefunden hat. Es seien auch größere Spenden gekommen. Die waren nötig, denn ein Storch braucht eine ganze Menge Futter.

Von den Betreibern der Windkraftanlage, an der der Altstorch umkam, gab es bei Löblichs hingegen keine Reaktion auf das ganze Drama. Bei der MAZ hingegen hatte sich ein Windkraftbetreiber gemeldet, der aber nicht genannt werden will. Er klärte dazu: Durch Autoverkehr und Landwirtschaft kämen viel mehr Störche um als durch Windräder. Er bestreitet sogar, dass durch Rotorblätter Schnabel oder Beine so glatt abgeschnitten werden können. So habe sich in einem anderen Fall, in dem vermeintlich ein Windkraftflügel den Storch verletzte, hinterher herausgestellt, dass ein Ackergerät für die Verletzungen der Störche gesorgt habe.

„Wir bestreiten gar nicht, dass auch durch die Landwirtschaft Tiere zu Tode kommen“, sagt Angie Löblich. Landwirte beseitigten diese Tiere aber nach ihren Erkenntnissen oft selber. Glatte Schnitte wie im vorliegenden Todesfall seien aber unwahrscheinlich, wenn ein Mähdrescher oder ein anderes Ackergerät einen Storch erwischt.

Von Bernd Atzenroth

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