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Prignitz Hasen werden wieder mehr in der Prignitz
Lokales Prignitz Hasen werden wieder mehr in der Prignitz
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00:29 01.04.2018
Bodo Wichura bläst auch ins Horn, wenn es der Anlass gebietet. Hier mit seiner Kollegin Anja Grabbert. Quelle: Ulrich Fischer
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Lindenberg

Während zum Osterfest in den Supermärkten und Geschäften eine regelrechte (Schokoladen-)Hasenschwemme zu verzeichnen ist, gibt es auch vom Original endlich wieder gute Nachrichten: Meister Lampe hat sich im Bestand offenbar ein wenig erholt, wenn auch auf niedrigem Niveau. Revierförster Bodo Wichura aus Kehrberg, der auch Vorsitzender der Jägerschaft Lindenberg ist, bestätigt damit aus seiner Praxis, was auch viele Normalbürger beim Waldspaziergang oder –lauf schon festgestellt haben und vielleicht auch beim Osterspaziergang wieder feststellen werden.

Zwei Feldhasen laufen über ein Feld. Quelle: dpa

Für Wichura ist das ein Grund zur Freude: Er zählt selbst zweimal im Jahr die Population. Und nach einem Tiefpunkt im Frühjahr 2015 hat er im Herbst 2017 fast doppelt so viele Langohren ausgemacht – das beste Ergebnis seit vielen Jahren. Es sind immer noch nicht viele, und gejagt werden sie schon gar nicht: Denn die jetzige Population der Feldhasen ist noch weit weg von der Zahl, ab der der Landesjagdverband eine Bejagung empfiehlt. Diese liege bei 20 Hasen auf 100 Hektar Fläche, erklärt Wichura.

Hasenpopulationen wie früher wird es nicht mehr geben

Selbst bei der erfreulichen Zählung im vergangenen Herbst waren es nur 5,5 Hasen pro 100 Hektar, also einem Quadratkilometer, gewesen, der Tiefpunkt 2015 habe 2,5 Hasen pro Quadratkilometer betragen. Ergo: „Richtige Hasenjagden, wie sie noch unsere Großeltern kannten, wird es nicht mehr geben“, ist sich Wichura sicher. Angesichts der heutigen Landwirtschaft glaubt er auch nicht daran, dass die Bestände wieder in Größenordnungen anwachsen. „Das ist für alle Tiere schwierig“, sagt Bodo Wichura.

Hase voll in Aktion. Quelle: dpa

Eine Gefahr für die Hoppelmänner ist die fehlende Deckung, etwa dadurch, dass es entlang von Wegen immer weniger Begrenzungshecken gibt und dass Felder immer schneller abgeerntet werden. So sind Junghasen auf Äckern häufig schutzlos ihren natürlichen Feinden ausgesetzt – Kolkraben, Bussarde oder auch Habichte. Eine weitere Gefahr droht Hasen entlang von Straßen. Gerade jetzt, in der Paarungszeit, sind die Tiere sehr unvorsichtig.

Hasenfeinde wurden zuletzt weniger

Im Bereich der Jägerschaft Lindenberg sind im vergangenen Jahr 46 Hasen Opfer des Straßenverkehrs gewesen. „Die Dunkelziffer ist gerade beim Hasen groß“, erklärt Wichura weiter. Die Straßenränder sind für die Hasen als Futterquelle attraktiv: „Das Problem ist, dass sie ab Herbst wenig zu fressen haben. Darum nehmen sie die Kräuter am Straßenrand – sie mögen zudem das Salz vom Winterdienst.“

Im Licht der untergehenden Sonne auf einem Feld. Im hohen Gras und in kleinen Nischen können sich Feldhasen gut verstecken. Quelle: dpa

Ob sich die Population weiter so günstig entwickelt, muss sich zeigen. Denn ein Grund für die steigende Hasenzahl dürfte in einem Einbruch der Fuchspopulation in den vergangenen vier bis fünf Jahren liegen. „Deren Population hatte sich extrem entwickelt, seit unser Gebiet tollwutfrei war – dann aber kamen Staupe und Räude.“ Diese beiden Krankheiten haben die Zahl der Füchse zwischenzeitlich deutlich reduziert, und damit auch die der Marderhunde. Nutzen diese doch die Baue von Füchsen und infizierten sich so ebenfalls. „Bei beiden gibt es aber wieder einen deutlichen Anstieg“, weiß Wichura, „dafür werden wir wieder mehr Probleme mit Hasen haben.“

Im Frühjahr weniger Hasen als im Herbst

Gezählt werden die Feldhasen im übrigen auf einer genau festgelegten Strecke von 17 Kilometern Länge in der Dämmerung. Die Zähler fahren die Strecke ab und leuchten mit einem Scheinwerfer das Strauchwerk an. Hasen sind dabei gut von anderen Tieren zu unterschieden, denn ihre Augen leuchten im Unterschied zu diesen rot.

In diesem Frühjahr hat es im übrigen bislang keine Hasenzählung gegeben – es könnte aufgrund sehr vieler anderer Aufgaben, die im Wald zu erfüllen sind, sogar sein, dass sie mal ausfällt. Wahrscheinlich wären die Zahlen auch nicht ganz so gut ausgefallen wie im Herbst: „Im Frühjahr gibt es generell weniger Hasen“, weiß Wichura. Grund: Im Winter reduziert sich die Population aus natürlichen Gründen immer ein wenig. In der Natur ist also Ostern eher nicht die Haupt-Hasenzeit.

Von Bernd Atzenroth

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