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Hausärztliche Versorgung formal gesehen stabil

Meyenburg Hausärztliche Versorgung formal gesehen stabil

Akut unterversorgt ist – nach formalen Kriterien – der Mittelbereich Pritzwalk-Wittstock in der hausärztlichen Versorgung nicht, sagt die Kassenärztliche Vereinigung. Auch nicht, wenn die Zweigpraxis der Pritzwalker Ärztin Sabine Harwig in Meyenburg schließt. Die Bedarfsplanung gehe aber teilweise an der Realität vorbei.

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Ärztin Sabine Harwig zieht sich aus Meyenburg zurück.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVB) hält die Aussage, dass der Mittelbereich Pritzwalk-Wittstock in der hausärztlichen Versorgung akut unterversorgt ist, nach formalen Bemessungskriterien für falsch. Das teilte Pressesprecher Christian Wehry jetzt mit. Die MAZ hatte vergangene Woche berichtet, dass die Pritz­walker Allgemeinmedizinerin Sabine Harwig ihre Zweigstelle in Meyenburg schließt.

„Nach der für den Zulassungsausschuss – ein von Kassen und KV unabhängiges Gremium – verbindlichen Bedarfsplanungsrichtlinie gilt ein Planungsbereich als unterversorgt, wenn der Versorgungsgrad bei Hausärzten unter 75 Prozent und bei Fachärzten unter 50 Prozent liegt und der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen einen entsprechenden Beschluss gefasst hat“, so Wehry. Der Bereich Pritz­walk-Wittstock hat einen Versorgungsgrad von 96,6 Prozent in der hausärztlichen Versorgung. Sabine Harwig hatte zugesagt, dass ihre Patienten in ihre Praxis nach Pritzwalk kommen können.

Zahlen für die Planung stammen aus dem 1990er Jahren

„Daneben haben wir im vergangenen Jahr im Mittelbereich Pritzwalk-Wittstock mit viel Mühen drei Hausärzte neu hinzugewonnen. Das hat zumindest zu einer gewissen Stabilisierung der Situation beitragen können“, beschreibt Hans-Joachim Helming, Vorsitzender des Vorstandes der KV Brandenburg, die Lage. Die heutige Bedarfsplanung habe aus seiner Sicht „keinen qualitativen Anspruch“: „Sie arbeitet mit Zahlen, die grundsätzlich Anfang der 1990er Jahre entstanden sind. Damals gab es angeblich statistisch zu viele Ärzte.“ Die sich daraus errechnenden statistischen Daten hätten mit dem tatsächlichen, objektiven medizinischen Versorgungsbedarf und somit auch mit der vom Patienten wahrgenommen Versorgung vor Ort häufig wenig zu tun. Obwohl viele Experten aus dem Gesundheitswesen gemeinsam mit der KV diese Bedarfsplanung kritisieren, muss sich der Zulassungsausschuss an die Vorgaben der Bundesebene halten. „Mögen die Planwerte noch so unsinnig sein – das Gesetz gilt.“

Vielleicht hätten andere Sprechzeiten geholfen

Damit muss auch eine Meyenburger Patientin leben, die erst aus der Zeitung von der Schließung der Praxis erfahren habe. „Vertrauen ist heute nichts mehr wert“, glaubt sie. Ihren Namen will sie nicht nennen. „Für mich und viele andere Patienten von Frau Harwig ist die Schließung sehr enttäuschend“, so die Rentnerin. Aus ihrer Sicht hätte die Praxis mit anderen Sprechzeiten mehr Patienten als die von Sabine Harwig genannten 250 im Quartal versorgen können (die MAZ berichtete). „Vielleicht wären konstante Sprechzeiten über einen längeren Zeitraum günstiger gewesen, als diese wöchentlich zu ändern oder die Praxis gar nicht erst zu öffnen.“

Die Meyenburgerin lobte ausdrücklich die Schwestern in der Zweigpraxis, die immer wieder die Enttäuschung der Patienten ertragen mussten, wenn die Ärztin „trotz angekündigter Sprechzeiten gar nicht nach Meyenburg kam“. Da sie Rentnerin sei, habe sie sich darauf einstellen können. „Die arbeitende Bevölkerung hatte gar keine Chance.“ Für die Meyenburgerin bleibt nur ein Fazit: „Hauptsache man bleibt gesund.“

Von Beate Vogel

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